Tanze schleifen. Auch befand sich dort eine Bibliothek der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, die eine reichhaltige Büchersammlung besaß (Verleih).
6. Gasthaus „Zum Neuwirt". Es war das Haus des Herrn Lehrer Markgraf. Ich kann mich noch erinnern, daß in den ersten Jahren meiner Schulzeit, an diesem Wohnhaus ging ich immer vorbei, das Schild über dem Eingang angebracht war. Im Obergeschoß befand sich ein Saal, der nicht mehr benutzt wurde. Die großen Bogenfenster waren nach der Bräuhausgasse gerichtet. Wir Buben waren sehr neugierig und hätten gerne gewußt, was sich dahinter befindet. So kletterten wir an dem größten Buben hoch, aber die Glasscheiben waren undurchsichtig und man konnte nichts erkennen. Soviel meine Erinnerung zuläßt, soll dieses Haus einmal „Zum Dommbeck" genannt worden sein. Dieses Sprichwort „Zum Dommbeck am Saal" war bekannt!
7. Die „Schalanda". Es war eine Brauerei-Gaststätte und gehörte der Brauersfamilie Kirchner. Zuletzt wurde diese Gaststätte von der Familie Heinek betrieben. Es war eine beliebte Kartenspieler-Wirtschaft und hatte dadurch einen bestimmten Kundenstamm. Manchesmal ging es dort um sehr hohe Einsätze.
8. Gasthaus „Zu den drei Linden". Diese Gaststätte gehörte der Frau Floth und wurde von ihr selbst bewirtschaftet. Der Name kam von den drei mächtigen Linden, die einst um die Dreifaltigkeit gestanden haben, und in den letzten 20er Jahren wegen Umsturzgefahr beseitigt werden mußten. Aber drei Jungbäume pflanzte man wieder an. In dieser Gaststätte wurde meistens der „Totenschmaus" nach der Beerdigung eines vom Land Verstorbenen eingenommen.
9. Das „Gasthaus der Familie Bräuer" in der Leßnitzgasse. Die Wirtschaft wurde auch von dieser Familie betrieben. Es war ein sehr beliebtes Kartenspiellokal unserer älteren Bürger gewesen.
10. Gasthaus „Zum schöin Bürcha". Eigentümer war die Familie Sacher. Weit und breit bekannt wegen der guten Küche. So kamen viele Karlsbader zur Einkehr in die Gaststätte. Die Feinschmecker wußten, wo es Leckerbissen gab. Auch die Pädagogen von Schlaggenwald waren Stammgäste im „schöin Bürcha". Im Obergeschoß befand sich ein schöner Saal, der sehr oft von den umherziehenden Theatergesellschaften angemietet worden war. Auch kleinere Laienspiele wurden dort von Schlaggenwaldern durchgeführt.
11. Gasthaus „Zum Egerländer." Eigentümer war die Familie Dietrich. Dort war das Vereinslokal der Egerländer Gmoi z' Schlaggenwald. Frau Dietrich führte eine gute Küche und konnte auf viele Stammkunden zählen.
12. „Gasthaus Gareis", zuletzt genannt „Weißes Rößl", Eigentümer war die Familie Schröck, Fleischermeister. Es war an verschiedene Pächter vermietet. Einer davon war Emil Herzog. Den letzten weiß ich nicht mehr.
13. „Hotel Bahnhof". Es gab hier mehrere Eigentümer. Nach der Familie Stark hat es der Franz Seff, wie er uns bekannt ist, unter dieser Bezeichnung besessen. Es war ein schönes Tanzlokal; noch lebende damals junge Leute werden sich gerne daran erinnern. Fremdenzimmer waren eingerichtet. An Zuspruch dürfte es nicht gefehlt haben. Einen guten Ruf hatte es, als die Wirtin Lydia es bewirtschaftet hatte. Damals ging es dort turbulent zu. Die Größen von unserem Ort pflegten das Nachtleben zu genießen. Die Wirtin war eine sehr schöne Frau mit Charme. Man genoß ihre Gastfreundlichkeit.
14. Café und Restaurant „Reinhold." Das Lokal war weit und breit bekannt. Nach dem Brand im alten Wirtschaftsgebäude wurde ein zur damaligen Zeit ganz modernes Haus erbaut. Es war das beliebteste Tanzlokal der Umgebung. Eine gute Hauskapelle spielte zum Tanze auf. Der stets gepflegte Parkettboden ließ die Füße beim Tanz nur so dahinschweben. An den Faschingstagen war es sehr schwerlich in das Lokal zu kommen, denn dort drängten sich die Wandermaschkerer, weil die Gemütlichkeit und die gute Musik alle fesselte. Es war eine sehr schöne Zeit beim dortigen Verweilen. Der Gastwirt Reinhold als guter Gastgeber hatte immer großes Verständnis für uns junge Tänzer, da wir ja damals mit wenig Geld ausgestattet waren.
15. Gasthaus „Schröck" in der Sackgasse. Es wurde von dieser Familie bewirtschaftet. In
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