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einen anderen. Gemeinsam schleppten sie dann die Körbe zum Hudlwagen. Es war keine leichte Tätigkeit. Aber frohgemut wurde gegraben. Wie freute man sich dann auf den Kaffee und die kurze Pause. Schön in Tücher eingepackt wurde die Blesch, damit der Kaffee ja warm die Leute erreichte. Da saß man dann am Feldrain und verzehrte mit Genuß die große Semmel. Das Viertel Brot wurde ja immer mit heimgetragen, dazu noch ein kleiner Teil Erdäpfel. So sammelten damals unsere Mütter und Verwandten den Wintervorrat ein. Zu dieser Zeit war auch meistens das Reisig für die „Bachenenknödeln" schon eingebracht, die Büschelchen waren geschlichtet aufgereiht und die darum gewickelten Strohbänder leuchteten hervor. Das waren damals schwere Zeiten, aber wer wollte sie von uns Übriggebliebenen vergessen. Heute zieht kein Rauch der schwelenden Kartoffelfeuer mehr über die Felder. Keine Kinder schmecken mehr den Duft der gebratenen Erdäpfel. Überall dröhnen die Maschinen und die Natur ist leer. Menschen werden nicht mehr benötigt. Wo früher viele Hände erforderlich waren, die Gaben Gottes einzubringen, benötigt man heute nur noch wenige. Der Fortschritt verweht alles traditionsgebundene Leben. Manchem von uns entrinnt ein Seufzer. Die vergangene Zeit ist unwiederbringlich vorbei.
Manche Landsleute höre ich sagen, wieder so alte Schinken werden im HB gebracht. Ja, liebe Landsleute, auch solche gibt es unter uns, die monieren, daß im HB immer nur so alte Geschichten gebracht würden. Ich rate diesen Immerklugen, sich doch den „Playboy" zu halten oder eine aufputschende „Illustrierte". In den Tageszeitungen steht ja genug von der neuen Zeit. Da vergeht kein Tag, wo nicht von Morden, Krieg, Vergewaltigungen und sonstigen Neuigkeiten berichtet wird. Ein Heimatbrief ist kein sensationsverbreitendes Nachrichtenblatt. Es ist betrüblich, wenn solche Äußerungen gegenüber Landsleuten gemacht werden, die sich bemühen, uns ihre schönen Erinnerungen aus der Heimat nahe zu bringen und dabei unser Gedenken an die Heimat wachhalten. Die Menschheit lebt ja nur aus dem Vergangenen. Auf diesem baut sie alles auf, was lebenswert ist. Wer es aufgibt, auf die Vergangenheit zu hören, ist dem Untergang geweiht. Wir können es täglich sehen, was daraus wird, wenn man einem Volk seine Geschichte nimmt. In den letzten Jahrzehnten war es in den Schulen nicht erlaubt, jungen Menschen die Vergangenheit zu lehren. Heute beklagen wir die Unruhe unter der jungen Generation. Da muß man sich fragen, woher das denn kommt. Haben wir alles so falsch gemacht, daß man es zerstören muß, nur um etwas ganz Neues zu errichten. Die Veränderer wissen selbst noch nicht, wie das aussehen soll! Man tut es ab mit den Worten: „Heute ist eben eine andere Zeit." Wir Älteren merken schon lange diese neue Zeit, die so viele Arbeitslose hervorbringt. So neu kommt uns das allerdings nicht vor, weil wir schon so etwas Ähnliches erleben durften. Leider hat man aus dem Vergangenen keine Lehren gezogen, und die Misere scheint sich zu wiederholen. Im Osten ist man wach und manche schauen wie die Kaninchen auf die Schlange und finden keinen Abstand zu diesem System. Auch das haben wir 1945 bis 1946 kennengelernt. Möge es von unserem Volke ferngehalten werden.
Euer Richard Brummeissl
Vorwort
Es kommt drauf an wie man sich stellt
Zu den Problemen dieser Welt
Das Leben ist trotz allem schön
Kann man sich richtig drauf verstehn.
Wer unbekümmert noch kann lachen
Braucht sich auch keine Sorgen machen
Der hat auch in den schwersten Stunden
In sich ein Lächeln stets gefunden.
Wer sich dies Büchlein schauet an
Und sich daran noch freuen kann
Für den ist dieses Buch gemacht
Ihm sei es freundlich zugedacht.
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