Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 170
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První válečné Vánoce

In Neudek hatten wir nochmals einen längeren Aufenthalt. Aber da es nicht schneite, konnte man ungehindert auf das weihnachtliche Städtchen sehen. Während der restlichen Fahrt bis Karlsbad wurde ich noch von den widerstreitendsten Gefühlen gerüttelt. Am liebsten wäre ich immer noch bei Onkel und Tante geblieben und mit nach Gfell gefahren, doch andererseits fürchtete ich mich vor dem leeren Austragshäuserl, in dem die Großmutter gelebt hatte. Dort würde kein Weihnachtslicht brennen, und zwischen den kahlen Stubenwänden würde es kalt und unheimlich still sein. Außerdem hatte ja mein Vater entschieden, daß ich heimkommen solle. So erreichten wir Karlsbad. Onkel und Tante waren schon die ganze Zeit von Unruhe erfaßt gewesen, ob sie wohl noch einen Anschlußzug Richtung Marienbad erreichen würden. Doch dieser hatte tatsächlich auf unseren Zug noch gewartet, es mußte aber alles schnell gehen. So wurde unser Abschied sehr kurz. Ich half Onkel und Tante noch beim Umsteigen, winkte ihnen nach und war dann ganz allein auf dem Bahnsteig. Traurig nahm ich meinen Koffer und ging zum Bahnhofsvorplatz. Es war auch hier sehr kalt, nur gab es nicht so viel Schnee. Während mir schon wieder Kälteschauer über den Rücken liefen, suchte ich nach einer Pferdedroschke. Drei standen noch da. Gleich den ersten Fiaker fragte ich, ob er mich nach Meierhöfen fahren würde. Da meinte er, das sei ja für ihn doppelt gut, denn er wäre sowieso aus Obermeierhöfen und wolle ohnehin heim, weil es nun eh schon halb neun und nichts mehr los sei. Als er mir schließlich eine Decke um die Beine legte, sah er die dünnen Pumps und die Seidenstrümpfe, worauf der gute Mann meinte: „No, Freilein, wohl a alls fir d' Eitelkeit!? Dou moue scho nu a Deckn nemma!" Und er brachte tatsächlich noch eine, mit der er mich noch ringsherum einpackte. So begann ich das letzte Stück meiner Heimreise. Über mir leuchteten die Sterne der Heiligen Nacht. Trotz der beiden Wolldecken konnte ich mich nicht erwärmen, die Kälteschauer schüttelten mich nur so, und meine Zähne klapperten derart, daß ich beim Abschied meinem Fiaker nicht mal „Frohe Weihnachten!" wünschen konnte.

Mein Vater war entsetzt, als er mich bebendes Bündel in die Arme nahm, und seine Fragen und sein Tadel wegen meines späten Heimkommens — er hatte schon in größter Sorge beim Bahnhofsvorstand angerufen gehabt — erstickten auf seinen Lippen. Ich wurde sogleich ins Bett gebracht, und während das Teewasser kochen sollte, wurde mir das Fieber gemessen. Von da an weiß ich nicht mehr viel, denn ich bekam eine so schwere Angina, daß ich bis über den Neujahrstag fest im Bett liegen bleiben mußte. Als meine Tante von der schlimmen Erkrankung erfuhr, machte sie sich die schlimmsten Vorwürfe, denn sie fürchtete, daß sie gegen meine Eitelkeit nicht genug angegangen wäre. Als sie dann wieder nach Chemnitz heimfuhr, nahm sie mich mit, denn sie wollte mir selbst wieder richtig auf die Beine helfen.

Bis fast Mitte Februar war ich noch bei Tante Marie und Onkel Ewald, dann wurde ich durch ein Telegramm heimgerufen, denn mein Vater und mein Bruder Heinrich waren eingezogen worden, und ich sollte helfen, unseren Betrieb weiterzuführen. Mit diesem Weihnachtsfest war eine kaum begonnene Jugend auch schon zu Ende gegangen, denn was nachher kam, zog uns alle in einen Strudel von schweren Schicksalsschlägen und Verzicht.

Hermine Walter, geb. Palm

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Dr. Fritz Wittmann poslancem – místopředsedou Svazu vyhnaných

Dr. Fritz Wittmann MdB
Dr. Fritz Wittmann MdB

Die Bundesversammlung des Bundes der Vertriebenen hat in Bonn-Bad Godesberg für die nächsten zwei Jahre das Präsidium des Gesamtverbandes neu gewählt. Zum Präsidenten wurde wiedergewählt der Sprecher der Landsmannschaft, der Oberschlesier Dr. Herbert Czaja MdB. Der bayerische Landesvorsitzende, Dr. Fritz Wittmann MdB (Eger), wurde mit dem besten Stimmenergebnis zu einem der Vizepräsidenten gewählt. Wir gratulieren Dr. Wittmann zur Wahl und freuen uns, daß ein Egerländer Landsmann im Gesamtpräsidium vertreten ist. — hi

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