Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 155
/ 32
česky německy obojí klasické zobrazení →
Sken listu 9
Několik slov k setkání krajanů

Vertreibung vergangen sind, habe auch ich mich verändert. Bei Konferenzen sieht man diese Namensschilder als selbstverständlich an. Warum sollte dies nicht auch bei Heimattreffen sein? Frauen können gleichzeitig ihren Mädchennamen anbringen und der Heimatort als Zusatz ist bestimmt nicht verkehrt.

Jeder einzelne sollte auch für unsere Treffen werben. Jeder Stammbesucher sollte seinen Stolz darein setzen einen neuen Gast, vor allem einen, der vielleicht noch nie auf einem Treffen war, mitzubringen. Ich selbst schaue immer in meinem Adressenverzeichnis nach, wer von meinen Freunden und Bekannten in der Nähe des Ortes, an dem wir uns treffen, wohnt. Ich schreibe sie dann Monate vorher — oft schon zu Weihnachten — an und lade sie ein. Und jedes Mal kommt der eine oder der andere und aus solchen einmaligen Kommen ist schon mancher Stammgast geworden.

Besonders die junge Generation möchte ich auf dieses Schneeballsystem aufmerksam machen. Auf diese Art könnten wieder einmal Eure ganze Klasse oder alle Nachbarskinder beisammen sein. Versucht es doch einmal. Und vor allem, schreibt lieber gleich heute, denn schon in der Schule hieß es: „Was Du heute kannst besorgen . . ."

Roswitha Seeliger

věta pokračuje na dalším listu ⟶

Zvláštní květina z babiččiny zahrady

Eine „besondere Blume"

Der Frühling ist kurz im Salzseetal, doch auch hier blühen um die Zeit dieselben Blumen wie zu Hause im Egerland. Rings um mein Haus blühen Tulpen und Hyazinthen in vielen bunten Farben, kleine blaue Traubenhyazinthen, Maiglöckchen und Veilchen. Doch zwischen all den Frühlingsblumen stecken drei weiße Narzissen ihre Köpfe heraus. Es sind ganz besondere Blumen. Sie wurden nicht wie die anderen Blumen im Geschäft gekauft, sondern sind aus Dicklmutter's Garten.

Ostern 1965 fuhren mein Onkl Albert (Fechter) und Tante Amalie (geb. Frech) mit ihren Buben nach Hause nach Gfell. Im Dickl's-Garten, dort wo meine Dicklmutter immer das Spühlwasser hinschüttete, sah Tante Amalie ein paar kleine grüne Spitzen aus der Erde hervorkommen. Es muß eine Blume sein, dachte sie, doch welche wußte sie nicht. Sie kratzte in der harten Erde, bis sie endlich zwei kleine Zwiebel fand. Diese schmuggelte sie neben einem Grundstein vom Dicklhaus und einem kleinen Fichtenbäumchen aus der Nähe des Forsthauses, wo ihr Großvater Förster war, über die Grenze.

Zwei Jahre später, im Sommer 1967, flog ich nach Deutschland in Urlaub. Tante Amalie setzte zwei Jahre vorher, als sie von der Tschechei nach Hause kam, eine der beiden Zwiebel in ihren Garten, die andere hob sie in einem kleinen Beutel auf, bis ich kam. Bis dahin war sie aber schon ziemlich vertrocknet.

Ich nahm sie mit in meine neue Heimat. Doch auch hier konnte sie noch nicht in die Erde gepflanzt werden. Ich wohnte zu dieser Zeit als Untermieterin in einem Mietshaus u. hatte keinen Garten. Aber ein Jahr später zog ich in ein Haus, das einen Garten hatte. Bevor ich an das Einräumen dachte, hatte ich nur einen Gedanken im Kopf: im Garten einen geeigneten Platz für mein verrunzeltes Zwiebelchen zu finden. Dieses war nun schon drei Jahre aus der Muttererde ausgekratzt und befand sich noch in einem Beutel. Hier im Staate Utah, das eine Wüste und ein Brachland war, ist es im Sommer sehr heiß und trocken. Diese kleine Zwiebel schrumpfte daher nur noch mehr und fühlte sich an, als ob sie nur noch eine Schale war, als ich sie in meinen Garten pflanzte.

Sobald im nächsten Frühling der Schnee geschmolzen war, ging ich jeden Tag in den Garten um nachzusehen, ob vielleicht schon grüne Spitzen hervorkamen, dort wo ich im Sommer vorher die verschrunzelte Zwiebel gesteckt hatte. Doch der Frühling ging vorbei und keine kleinen Spitzen waren zu sehen. Ich wachte im nächsten und übernächsten Jahr, aber nichts kam aus der Erde hervor. Traurig mußte ich einsehen, daß es für das kleine Zwiebelchen eben zu viel war.

Im vorigen Frühling (1978) war ich dabei die Frühlingsbeete zu hacken und auszugrasen, als ich plötzlich drei schöne weiße Narzissen mit goldenen Sternen in der Mitte dastehen sah, dort wo ich vor zehn Jahren diese besondere Zwiebel eingepflanzt hatte. Ich konnte mich nicht fassen, und die Tränen liefen mir nur so die Wangen runter. Drei Narzissen von Dicklmutter's Garten in Amerika!

Die kleine Zwiebel hat es doch geschafft. Es konnte nur eine Blume aus dem Egerland sein, die nach all dem was sie durchmachen mußte, tapfer und ausharrend nun in voller Blüte stand.

Erzählt von Dicklmutter's Enkelkind CHRISTL FECHTER

věta pokračuje na dalším listu ⟶

list 9 z 32
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.