Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 150
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Jak jsem jako malý chlapec prožíval Vánoce

Mitglied dieser Familie zu sein und zu ihr gehörte. Jetzt drängte die Tante, doch einmal nachzuschauen was es weitergäbe. Aber das schien mir nicht mehr so wichtig. Das Kripplein und der Christbaum waren schon genug der Seligkeit. Auch mit gut brauchbaren Bekleidungsstücken hatte man mich bedacht. Auch der Pfefferreiter fehlte nicht. Spielsachen gab es jedoch keine. Wie gerne hätte man sich einmal etwas mechanisches Spielzeug gewünscht, man war ja auch noch Kind. Aber dazu wäre das Geld zu schade gewesen, es waren andere Anschaffungen dringender, und Geld war zu dieser Zeit noch gefragt. Es wird wohl vielen Kindern damals so ergangen sein. Ich bedankte mich hierauf bei allen, wie man es halt als Kind so fertig bringt und freute mich nun auf den Kirchgang. Da wir einen weiten Weg vor uns hatten, mußten wir schon früh aufbrechen. Unterwegs trafen wir auch auf andere Bewohner dieses außerhalb von der Stadt liegenden Ortsteiles. Mit munterem Geplauder der Nachbarn untereinander ging es in das Städtchen hinein, durch die Obere Gasse, dann die Brauhausgasse, dann die Kirchstaffel hinauf und dann betraten wir die großartig erleuchtete Kirche. Wir hatten eine günstige Zeit der Ankunft erreicht, zu diesem Gottesdienst kam fast die ganze Bevölkerung. Wie wunderbar klang es vom Orgelchor herunter, wie jubilierten da die Geigen und Trompeten. Als dann „Stille Nacht" gesungen wurde, war nur ein andächtiges Lauschen in mir. Nie wieder habe ich in meinem Leben so eine unvergeßliche Mette erleben können und bis heute ist mir dieses Erlebnis in Erinnerung geblieben. Was dann nach dem schönen Gesang geschah, weiß ich nicht mehr so genau. Vermutlich hat mich die Müdigkeit übermannt, und ich war eingeschlafen. Ist es doch kein Wunder, wenn man vom frühen Morgen an den Abend entgegenfiebert und nach so großen, freudigen Aufregungen dann die Reaktion folgt. Da spürte ich auf einmal, wie mich jemand aufheben will. Aber da war ich schon wieder voll da. Das plötzliche helle Licht, dann die vielen Leute, die sich nun erhoben hatten und ihre Bänke verließen, zeigten an, daß die Mette aus war. Als wir aus der Kirche heraustraten und die steile Kirchstaffel hinunterschritten, stand der Mond am Himmel. Der blendend weiße Schnee in dem nun unsere Schatten durch den hellen Mondschein ganz gespenstisch wirkten, hatten die ganze Gegend in ein großartiges Festkleid verwandelt. Wie ich heimgekommen bin, und wie ich in mein Bett kam, kann ich nicht sagen. Nur eines weiß ich: als ich erwachte, da war es bereits hell gewesen. Ich wußte nicht ob es schon Tag war, oder vom Monde die Helligkeit hergeleitet wurde. Auf alle Fälle lag ich voll angezogen auf dem Bett in meiner Kammer, und es hat mich arg gefroren. Wahrscheinlich hatte mich die Großmutter in die Kammer gebracht, mit der Ermahnung mich schnell auszuziehen und ins Bett zu kriechen, was ich aber durch die Müdigkeit nicht mehr schaffte. Damals war ich schon selbständig und hatte mein Persönchen selbst betreuen müssen. Die beiden folgenden Weihnachtstage wurden mit Besuchen ausgefüllt, ich durfte an einem Tag auch zu meiner Tante in die Stadt, bei der mein Bruder war. Auch sie hatte alles mögliche getan, um ihm viel Freude zu bereiten. Für mich war ebenfalls eine Kleinigkeit vorbereitet. Auch dieser Tag war für mich sehr schön, kam ich doch mit meinem Bruder nur selten zusammen. Man ließ mich nicht gerne zu den Verwandten meiner Mutter. Es soll wegen der Eingewöhnung gewesen sein. Nun lange dauerte es nicht, denn durch eine Veränderung verließ ich doch die Großmutter. An sie erinnere ich mich nur ungern, weil da gleich auch die Ziegen ins Bild rücken. Aber mir ging es trotzdem als Vollwaise viel besser als so manchen meiner Leidensgenossen.

So erinnere ich mich eines Freundes, der ebenfalls bei Verwandten untergebracht war, wie dieser einmal pudelnaß mit den Kühen von der Weide heimkam. Er war noch viel schmächtiger als ich.

Immer, wenn es Weihnachten wird, muß ich an meine Kinderzeit denken. Dann weilen meine Gedanken bei all den Kleinen, die vielleicht ein gleiches Schicksal erfahren haben, wie es damals mir beschieden war. Mein Trachten ging immer von diesem Erlebnis aus. und wenn ich einmal eigene Kinder haben sollte, werde ich ihnen stets ein schönes Weihnachten gestalten. Es ist mir mit meiner Frau auch gelungen immer eine schöne Feier an diesen Festtagen zu halten und unsere Enkel bekommen den gleichen Brauch auch wieder vermittelt.

Weihnachten ist nun einmal das schönste Fest für alt und jung und besonders für die Kinder. Heutzutage kann man reichlich Geschenke anbieten. Ob diese aber die gleiche Freude bereiten, wie die selbstgebackenen „Zuckerstückler" und die gebastelten Spielsachen, bleibt dahingestellt. Auch ein Christbäumchen wurde oftmals in vorgerückter Nachmittagsstunde aus dem Walde geholt, ohne Wissen des Forstmannes. Trotzdem möchte wohl kein Vertriebener diese Zeit missen, auch wenn sie noch so arm war. Aber sie war dafür friedlich und nicht so kompliziert. Man war genügsam und mit dem Gebotenen zu frieden.

R. Br.

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