Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 150
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Jak jsem jako malý chlapec prožíval Vánoce

Während dieser Tätigkeit eröffnete er mir, daß er die Hirten und alles was so eine Krippe benötigte in Karlsbad kaufen wolle. Er müsse am kommenden Samstag doch einmal dahin. Nun wartete ich mit großer Hoffnung und etwas Bangen, ob das Kripplein fertig wird. Es waren nur noch wenige Tage bis zum Weihnachtsfest.

An einem anderen Abend durfte ich die gleichen Hölzchen in schöne rotbäckige Äpfel stecken und daran weiße Wollfäden binden. Von da an wußte ich, daß ich auch einen Christbaum bekommen werde. Vom Kripplein sah ich aber nichts mehr.

Bald war der Heilige Abend da. Meine Tante kam am frühen Nachmittag heim. Sie soll der Großmutter helfen, hieß es. Verheiratet war sie nicht. Vom Paten sah und hörte ich nichts mehr. Er hatte seine Kammer unter dem Dach, aber ob er da sei, wußte ich nicht. Mich schickte man mit einem Auftrag zu einer Tante. Vermutlich war diese eingeweiht; denn sie hielt mich lange zurück und erklärte mir immer wieder, auf meinem Wunsch, noch vor dem Finsterwerden heimgehen zu wollen, sie müsse auch noch hinüber und sie werde mir dann schon abliefern. Endlich machten wir uns auf den Weg. Es war in der sechsten Abendstunde. Vor unserer Haustüre sagte sie plötzlich, sie habe das Wichtigste vergessen und müsse deshalb noch einmal heim. Ich soll nur hineingehen.

Eine Weile stand ich vor der Haustür. Der Schnee war so rein und glitzerte im Sternenlicht. Die Kälte kroch mir durch die Kleider. Plötzlich kam das Heimweh auf und ein Gefühl ganz verlassen zu sein. Aber es ging rasch vorbei, denn man rief meinen Namen.

Nun trat ich in das große Vorhaus. Aus der offenen Stubentür viel genug Licht, und so ging ich darauf zu. Wie angewurzelt blieb ich unter der Tür stehen. Welch ein Glanz, der mir da entgegenstrahlte. Das Krippchen stand im Herrgottswinkel und ein Lichtlein brannte davor — ein sogenanntes Schwimmerl — und alle Männchen und Häuschen waren da. In der dunklen Höhle schimmerten die Heiligenfiguren, nur der Ochs und der Esel waren von meinem Platz aus nicht zu erkennen. Da sah ich auch das Tannenbäumchen, auf dem sogar einige Wachskerzchen ihre Flämmchen hin und herzucken ließen. Die Überraschung und das Glück so reich zu sein, hat mir wohl die Sprache verschlagen — wie man bei uns in solchen Augenblicken sagte. Aber da hörte ich die Tante rufen: „Komm nur rein, wir werden erst essen." Folgsam, wie ich sein mußte, trat ich ein und ging an meinen Tischplatz. Zu viert standen wir dann am Abendbrottisch. Ich mußte das Vaterunser beginnen und die Erwachsenen stimmten mit ein. O, was gab es an diesem Abend für Herrlichkeiten. Gut konnte die Großmutter ja schon immer kochen, das habe ich in den wenigen Monaten schon feststellen können, in denen ich bei ihr war. Aber an diesem Abend hat sie sich übertroffen. Bei meiner lieben Mutter gab es solche Leckerbissen nicht, obwohl ich überzeugt war, daß sie es uns auch gegeben hätte, wenn es ihr möglich gewesen wäre. Fischsuppe nach Großmutters Art kannte ich nicht u. gebackener Karpfen schon gar nicht. Aber mein Pate hatte die Gewässer in der ganzen Gegend zu überwachen, und da war es selbstverständlich, daß er sich einen herrschaftlichen Karpfen leisten konnte. Wie schmeckte die Pfefferkuchentunke so herrlich. Nur schien es mir, als hätte ich doch zu wenig abbekommen, obwohl wirklich nichts mehr die Gurgel hinunterging. Während der Essenszeit wurde nicht viel geredet, die Türe war abgeschlossen worden. Es durfte bei diesem Mahle keine Störung von außen geschehen. Man glaubte, ein Fremder, der zu dieser Zeit Einlaß begehrte und bei dem Essen störe, bringe Unglück und jemand aus der Tafelrunde müsse im folgenden Jahre sterben. Ich selbst war in einer unbeschreiblichen Seligkeit.

Unvermittelt sagte die Großmutter, daß sie die Mette besuchen wolle. Da wurde ich erstmals aus der Träumerei geweckt und bettelte mitgenommen zu werden. Ich war damals mit meinen 9 Jahren ein dünnes Bübchen. Das dürfte der Großmutter durch den Sinn gegangen sein, als sie mich durch ihre Brille durchdringend ansah und sicher sagen wollte, daß ich es nicht durchstehen würde. Aber da fiel ihr die Tante ins Wort und meinte, sie solle mich nur ruhig mitnehmen. Damit war es gut.

Endlich war das Essen vorbei. Ich durfte nun sehen, was für Geschenke unter dem schön geschmückten Bäumchen für mich bereitgelegt worden waren. Ja, das Bäumchen interessierte mich schon, mit welchen süßen Schätzen es behangen war. Am meisten war das selbstgebackene Ringelwerk, ab und zu ein buntes Stärkestückchen zu sehen. Schokolade sah ich keine. Nun es war ja das Jahr 1922 und damals war man froh, wenn es nur ein einziges Schokoladen-Rippchen gegeben hat. Die Nüsse und die Äpfelchen leuchteten so friedlich an den Ästen und ich freute mich über das Christbäumchen über alle Maßen, denn ich hatte ja noch nie so etwas mein Eigen nennen können in den erlebten Kinderjahren. Sogar ein bißchen Stolz kam mir durch das Gemüt, weil ich fühlte auch ein

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