Nun zum eigentlichen Sinn meines Gedenkens an das zinnerne Krippenlamperl. Mein verstorbener Mann hatte über das Zinngewerbe in Schlaggenwald einen Artikel geschrieben. Leider konnte er denselben durch seinen schnellen Tod nicht selbst im Heimatbrief veröffentlichen. So will ich im Sinne meines verstorbenen Mannes sein Werk nach und nach vollenden. Es sind wertvolle Unterlagen vorhanden, worin das Zinngewerbe viele Hundert Jahre im Schlaggenwald beheimatet war.
Die letzte Zinngießerei gehörte Herrn Oswald Hanika, der diese von seinem verstorbenen Vater übernommen hatte. Das Geschäft, das er mit großem Fleiß mit seinem Schwager, Herrn Grieß, zur Blüte brachte, mußte er durch die Aussiedlung verlassen und aufgeben. Die Zinngießerei war auf der oberen Gasse das vorletzte Haus vor der Bahnbrücke. Wir sagten „Viadukt" zu dieser Brücke.
Ich kann mich noch erinnern, wenn ich mit meinem Töchterchen zum Einkaufen nach Zinnlöffel in diese Zinngießerei ging. Noch heute glauben wir die blauen Flammen zu sehen, wenn das Zinn geschmolzen wurde, um in die Formen gefüllt zu werden. Es roch eigenartig nach Salmiak und Salpeter.
Diese Zinnsachen, die in der Zinngießerei Hanika hergestellt wurden, hätten heute einen sehr stolzen Preis. Es waren Kunstgegenstände von großem Wert, da sie handgefertigt waren, was es heute nur noch selten gibt. In unserer modernen Zeit sind solche Altertümer sehr gefragt, und haben Sammlerwert.
Uns aber möge der warme Schein des Krippenlamperls, da wo es noch am Hl. Abend angezündet wird, heimatliche frohe Weihnachten bringen.
Ganz besondere Gastfreundschaft wird dem Landsmann zu Teil, der in München zu Besuch weilt und reihum eigeladen wird. Ein Nachmittag beim Dachauer Stammtisch ist eingeplant. Dort geht es lustig zu. Die Wirtin ist auch eine Schlaggenwalderin und heimische Kost erwartet den Besucher. In München wird man zu recht netten Ehepaaren eingeladen und zu was könnte es anders sein — als zum „Bachanan Kniödlaessen". Also gleich wird der Erich ausgeschickt einen ganz zarten Speck einzukaufen. Dieser Schweinespeck wird geschnitten und zu „Kröipalan" ausgelassen. Mit diesen Kröipalfett werden die Bachanan Knöidla herausgebacken und schmecken dann besonders gut.
Einmal, als sich bei diesem gastfreundlichen Ehepaar wieder ein Bachana Knöidl-Esser angesagt hatte, passierte ein kleines Malheur. Als die Frau noch etwas einholen ging, streikte beim Nachhausekommen der Lift. Er hielt weder im dritten Stock, noch sonstwo. Die Türen öffneten sich nicht, und die Arme war eingeschlossen — noch dazu mit einem ganz ihr fremden Mannsbild. Nun es hieß eben warten, bis der Störtrupp anmarschiert kam, um die Eingeschlossenen zu befreien. Der Erich wurde daheim ganz „hopalat" und ahnte nicht was da los war und was alles hätte passieren können.
Zwar verspätet, aber der Schlaggenwalder Gast kam doch noch zu seinem mit Kröiplfett herausgebachenen Bachanan Kniödlan und konnte seinen „Glusterer" stillen.
Ja das sind Schlaggenwalder Geschichten, die noch immer und überall passieren. Über solche originellen Histörchen könnte man sich „kroppat" lachen, wenn sie erzählt werden. Wie gerne hört man beim Heimattreffen solche Erlebnisse, die so viel persönlichen Kontakt schaffen und gute Laune herstellen. Auf laute Musik kann man wohl verzichten. — Warum singen wir nicht einmal unsere schönen, alten Egerländer Volkslieder an diesen Heimatabenden? —
Solches alte Brauchtum würde auch in der neuen Heimat bestens aufgenommen werden.
Anna Neidhart
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Weihnachtszeit
Ein Jahr neigt sich wieder zu Ende,
nichts auf Erden ist von Ewigkeit.
Für viele brachte es eine neue Lebenswende,
dem Einen Freud dem Anderen Leid.
Und Du mußt es nehmen
wie es für Dich bestimmt,
wenn auch oft nicht ohne Tränen,
wenn Dein Traum vom Glück zerrinnt.
Die Tage sind nun nicht mehr fern,
wo Du schmückst den Tannenbaum.
Erinnerst Dich Deiner Kindheit gern,
doch das Christkind bleibt ein Kindertraum.
Frieda Erler
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