Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 133
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Vzpomínka klučiny na hlad, strach a dobrotu neznámé ženy

Erinnerung eines Knirpses
Ein heißer Sommertag. Die Sonne strahlte von einem tiefblauen Himmel, an dem sich kein Wölklein bewegte, schon am frühen Vormittag. An der Hand meines Großvaters trippelte ich tapfer dahin. Ich dürfte damals — es war im letzten Weltkriegsjahr um 1917 herum — im fünften Lebensjahr gewesen sein. Ich weiß es noch heute: Ich war müde, Hunger und Durst hatten sich quälend bemerkbar gemacht.

Immer wieder fragte ich den Großvater, ob wir denn gar nimmer heimkämen, wir seien doch schon so lange unterwegs. Jedenfalls für mich war es schon eine lange Zeit, wo ich neben dem Großvater hertrippeln mußte. Ich durfte am Tage vorher mit ihm in der Eisenbahn von Schlaggenwald nach Schönwehr fahren. So etwas kam ja selten vor, und war es schon ein ganz großes Erlebnis zu damaliger Zeit mit unserer Bahn fahren zu dürfen.

Nun waren wir auf dem Heimweg. Schon der Weg von Schönwehr, den steilen Berg hinan, kam mir wie eine Himmelserkletterung vor. Das war für meine Begriffe recht lange. Ich sah schon eine ganze Weile von der Höhe aus unsere Kirchturmspitze und immer blieb sie für mein Gefühl in der gleichen Entfernung. Vor uns sah ich auch längst Leßnitz liegen. Dieses Dörfchen war ja den kleinsten Buben und Mädchen bekannt; denn im Städtchen war sogar eine Gasse danach benannt. Sie wurde schon ganz früh durchstreift, noch dazu, wenn man ganz am Rande der Gasse gewohnt hat.

Als wir nun am ersten Hof von Leßnitz vorbeikamen, da wollte ich nicht mehr weiter. Ich quängelte und grinte in einem fort. Alles gute Zureden des Großvaters half nichts mehr. Vermutlich habe ich von Essenwollen und Trinken gestammelt. Es gab aber auf diesem Weg kein Brünnlein, woraus man hätte trinken können. Da setzte sich der Großvater an den Wegrand und nahm mich auf seinen Schoß. Es dürfte um die Mittagszeit gewesen sein, denn ich hörte das Wimmern des Glöckleins von unserem Kirchturm. Ob es 11 Uhr oder 12 Uhr war, konnte ich damals nicht wissen. Aber auch im Dorf fing ein Glöcklein an mit seinem Geläute die Mittagsstille anzukünden. Den Ton dieses Glöckleins habe ich in den späteren Jahren noch oft vernehmen dürfen, wenn ich mit der Eisenbahn am Abend von Karlsbad nach Töppeles fuhr und dann zu Fuß weiter nach Schlaggenwald ging. Sobald ich am Töppeleser Berg oben war und mich auf halber Höhe befand, klang es je nach der Windrichtung herüber. Der Glockenton liegt mir heute noch oft in den Ohren, denn ich habe das Läuten zu jeder Jahreszeit vernommen. Am schönsten aber war es an den Sommerabenden. —

Nun bin ich aber von meinem Erzählen ein wenig abgewichen.

Wir beide saßen im Gras, was mir eigentlich gar nicht so gefiel. Ich wollte doch wieder heim in die heimischen Gassen zu meinen Spielgefährten. Das Gefühl essen zu wollen hörte auch nicht vom Zureden meines Großvaters auf. Vermutlich hatte ich ihn mit meiner Raunzerei doch sehr erweicht, denn plötzlich sagte er, und dabei wies er mit seiner Hand in die Richtung des Hüafl-Hofes (wer erinnert sich nicht gerne an diesen schönen Fachwerkbau, der immer so schön weiß durch die ihn umgebenden Obstbäume lugte): „Du gehst jetzt den Steig entlang zu dem Hof. Wenn Du bei der Haustüre reingehst, dann klopfst Du an die erste Tür, trittst ein und grüßt. Du sagst: „Bittschön ich habe Hunger, können Sie mir etwas zum Essen geben?" Dieses Sprüchlein mußte ich mehrmals aufsagen, dabei wäre mir fast der Hunger vergangen. „Man wird dir schon etwas geben, und wenn es Wasser ist". Der Hofeingang war von unserem Standort aus gar nicht zu sehen, denn der lag etwas tiefer und in abgeschrägter Richtung. Für mein Kindergefühl war es eine

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