Welt, die uns in den leuchtendsten Farben geschildert wurde. Die ersten Eindrücke Zeit das Ergebnis der Arbeitsgemeinschaft. Mitten in diesem Treiben fällt es der „Zenken Guste" und „Scheu schene" — die aus Eger oft auf Besuch bei ihren Großeltern in Gfell weilten — ein, der dörflichen Eintönigkeit eine künstlerische Note zu geben. In der Schule gaben sie in ulkigen Versen den Gegensatz einer „Dame von sehr hohen Stand und ein Maderl vom Land" zum Besten, welches von den Zuschauern mit Begeisterung aufgenommen wurde.
Der Advent war von traulichen Hutzenabenden gezeichnet, in welchem neben gruseligen Überlieferungen auch die Lausbübereien der sündigen Väter zur Sprache kamen, die sich sonst so sittenrein gaben. Neben den zeitgemäßen Erwartungen vom Christkind waren es das Rodeln und die Schneeballschlachten, die dem Tagesgeschehen Inhalt gaben.
Nach Neujahr rüstete man für die Faschingsnarretei mit seinen Tänzlein und Bällen, wovon jedoch die unreife Jugend wenig berührt wurde.
Dagegen war Ostern für die Gfeller Ratschenbuben das Fest aller Feste. Ich glaube schon einmal berichtet zu haben, welch ungebundene Wildwestromantik sich beim nächtlichen Lagerfeuer im Krähenwald abspielte. Gebürtige Gfeller Eltern, die in Prag oder Chemnitz wohnten, kamen zu Ostern eigens nach Gfell, um ihren Jungen den Bubengaudi mitmachen zu lassen. Der Ostersonntag hinterließ mit den Kreuzelstecken auf den Feldern seine besinnlichen Spuren. Das Geschehen mußte mit Sonenaufgang abgeschlossen sein. Mit einem Gebet erbat man den Segen des Himmels für eine gute Ernte und mit Böllerschüssen wurden die bösen Geister vertrieben. Zudem war die „Tochreveille" der Schlaggenwalder Stadtkapellen zu Ehren des Auferstandenen zu hören, was den stillen Lauscher in einen Zustand gläubigen Ahnens über das Überirdische versetzte. Anschließend machte man sich auf den Weg zur Kirche und bestaunte deren Aufwand.
Auch das Pfingstfest gab Anlaß zur Besinnlichkeit. Beim Gang nach Emaus, welcher gewöhnlich durch die eigenen Fluren ging, wurden die Gedanken von der erwachenden Natur über das Werden und Vergehen alles Irdischen angeregt.
Sommer und Herbst hatten für die unmündigen an Lustbarkeit wenig zu bieten, da sie mit kleinen Leistungen in das Einbringen der Ernte eingespannt wurden und demzufolge der Hang zur freiheitlichen Ungebundenheit weitgehend gehemmt war. Einen kleinen Ausgleich bot das allabendliche Bad in der Tepl und anschließend ein Plausch am Dorfplatz. Eine, zu einem Kahn umgebaute „Wirkmalder" war oft Anlaß zu weiteren unfreiwilligen Bädern, wenn der Kapitän das Gleichgewicht nicht zu halten vermochte.
Es folgten die Drang- und Entwicklungsjahre, mit dem Schielen nach den Schönen den Illusionen und Enttäuschungen. In dieser Zeit stand das Theaterspielen in Gfell in Blüte, aus welchen die „Winzerlies!" als kulturelles Glanzstück hervorstach. Was in dieser Operette von den Gebrüdern Frisch gesanglich, den Geschwistern Schuster mimisch und von Frau Resi Frisch und Rudolf Jessl im Duett als Euphrosyne und Nepomuk geleistet wurde, war für eine Dilettantenbühne einmalig. Ich sah dieses Stück viermal durch Profis dargestellt und darf mir eine Kritik erlauben: „Die Gfeller Aufführung war die Beste von allen." Auch der Schwank „Der siebente Bua" und das Charakterstück „S Nullerl" waren Höchstleistungen der Gfeller Laienbühne. Der „Vogelhändler" blieb jedoch in den Proben stecken. Die altbewährten Spieler schieden aus und eine versnobte Primadonna mit blühender Fantasie hätte die Bühne bestenfalls zum Tummelplatz krampfloser Eitelkeit erniedrigt.
Die Zeit verging und eines Tages rief uns Papa Staat aus dem eintönigen Alltag in die Schule der Landsknechte. Hinaus ging es aus der dörflichen Enge, in eine
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