Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 111
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Töppeleser zprávy — Veselý Schenkfritz

Erlangen, Paulistraße 12

Schlußgebet wurde in der alten Sitzreihe gesprochen: oben die Eltern, Schenkfritz und das Gesinde außerhalb des Hofes, unten Großknecht, Hausgesinde und Kinder, alle mit der Blickrichtung zum Herrgottswinkel. Nach jedem Schlußgebet schwirrten wir Buben sofort Richtung Brückl ins Dorf, die Erwachsenen blieben noch eine halbe Stunde sitzen. Schenkfritz erzählte mit Würze die allerneuesten Witze, mit Gaudi und Lachen ging man wieder an die Arbeit.

Kurz nach dem Ersten Weltkrieg im Jahre 1918 übersiedelte Friedrich Schenk nach Petschau, baute dort eine Villa und sein Kohlengeschäft blühte noch besser als in Töppeles. Als solider Kaufmann war er in seiner Geschäftsbilanzierung sehr geschickt, er verstand Werbekosten mit Geschäftsunkosten bei angemessener Umsatzrelation nach den gesetzlichen Bestimmungen auszugleichen, eine gesteigerte Ertragslage war die unausbleibliche Folge. Er hatte als Geschäftsmann einen erstaunlichen Unternehmungsgeist und rein menschlich ein heiteres Wesen, durch das er überall Freunde und Gönner gewinnen konnte. Im Dezember 1941 ist Herr Friedrich Schenk durch Hufschlag eines Pferdes im Alter von 62 Jahren gestorben.

Franz Schuster

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Jak to u nás na vsi bývalo

So wars bei uns im Dorf

In der Folge 108 unseres Heimatbriefes habe ich auf Seite 18—19 drei Entwicklungsstufen unseres Dorfes kurz geschildert. Mit dem alten Spruch, der heute noch wie vor 120 Jahren seine volle Gültigkeit hat, will ich mit der 4. Entwicklungsstufe unseres unvergeßlichen Töppeles der Jahre 1898 bis 1918 und den erbauten Häusern Nr. 42—49 beginnen: „Wer da bauet an den Straßen, der muß die Leute reden lassen". Erst aus dieser Sicht sind die wechselreichen, oft recht stürmischen Debatten auf allen Gebieten, wie wirtschaftlicher, politischer und kultureller Art, zu verstehen. Der stete Zu- und Abgang, bedingt durch die günstige Verkehrslage und die reizende Landschaft, schaffte eine Animosität zwischen den Einheimischen und Zugereisten, ähnlich wie wir es alle bei der Ansiedlung in der neuen Heimat erlebt haben. Hinzu kommt noch der geschäftliche Aufschwung der beiden Gaststätten im neuen Ortsteil „Üwarn Wassa". Trotz aller Unruhe und Meinungsverschiedenheiten grübelten die Bauern nach, was man tun könnte, um auch die Dorfmitte an die guten Erträgnisse heranzuführen. Zu den bis 1897 im Dorf vorhandenen Berufen und Ständen — es waren dies drei, und zwar die aus der Land- und Forstwirtschaft, die aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe, sowie Handwerker einschließlich Gewerbetreibende — kam nun der in die Geschichte eingegangene vierte Stand, die Arbeiterklasse, hinzu.

„Der für die Gemeinde Gfell eingezeichnete Bahnhof muß nach Töppeles, Kosten dürfen dabei keine Rolle spielen", sagte sich der zuständе Gemeinderat. Die Auflagen der k. k. Bahndirektion Pilsen für die Verlegung waren in finanzieller Hinsicht hart und beträchtlich. Es mußten drei Brücken gebaut und für die Straßenbeleuchtung mit Nachtwache gesorgt werden. Aus reiner Rivalität wirtschaftlicher Art wurde Töppeles und nicht Gfell Bahnstation.

Die heutigen Aufzeichnungen stützen sich bis zum Jahre 1905 auf mein gutes Zuhören. Mein Vater Hermann Schuster (1858/1937) als langjähriger Ortsvorsteher (1904 wegen Krankheit niedergelegt, bis 1912 amtierte Wenzel Ritter, Haus Nr. 12, als Vorsteher), war in dienstlichen Sachen, wie alle Töppeleser, sehr schweigsam, dafür meine Mutter, geb. Tächl (1869/1955) aus Gfell stammend, gesprächiger. Als Chronikschreiber kann und darf es nicht meine Aufgabe sein, die Dinge so zu schildern, wie sie hätten sein sollen, sondern so, wie sie sich tatsächlich zugetragen haben. Wenn Unerfreuliches dabei berichtet werden muß, läßt sich das nicht ändern, entscheidend muß doch sein, daß alles der Wahrheit entspricht. Es liegt mir fern, den Lesern eine gute, alte Zeit vorzugaukeln, dafür wäre mir der Zeitaufwand viel zu schade, aber der Leser soll merken, daß jede gute oder schlechte Tat stets irgendwie und irgendwann sich bezahlt macht, sich rächen muß. In letzterem Fall wird in der 5. Entwicklungsstufe (nächste Folge) mehr zu lesen sein.

Ich will nun versuchen, über alle wesentlichen Dorfgeschehnisse nach einer zeitlichen Reihenfolge von der Jahrhundertwende ab bis zum Zusammenbruch der k. u. k. Monarchie zu berichten. Wo viel Licht, ist auch viel Schatten, daher die

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