Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 92
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Velikonoce kdysi doma

Ostern einst daheim

Von Hugo Prasse, Mühlacker

Der Föhn trägt den Klang der Osterglocken durch das Land. Menschen und Tiere freuen sich, den langen Winter mit der strengen Kälte überstanden zu haben. So ist es nicht weiter verwunderlich, wenn sich bei uns um diese Zeit die österlichen Erinnerungen an daheim in den Vordergrund drängen. Etwa um das Jahr 1914 herum, als man für ein „Sechserl" noch vier Lawerln bekam und der „Viertling" Wurst mit einem Weck'n zwölf Kreuzer kostete, da hatten wir Buben zu dieser Jahreszeit alle den gleichen Fimmel. Das war das Schlüsselbüchsenschießen zu Ostern.

Schon lange vor der Zeit wurde nach einem Hohlschlüssel und einem dicken Nagel, der gut in den Hohlschlüssel paßte, gesucht. Auch ein entsprechender Vorrat an Streichhölzern, mit deren Köpfen die Büchse geladen wurde, mußte gesammelt werden. Natürlich konnte man ohne einige Probeschüsse nicht zur Auferstehung gehen, denn es wäre vor den anderen Buben die größte Blamage gewesen, wenn das Ding im richtigen Augenblick versagt hätte. So wurde eben geladen und die Büchse an einem Stein losgeschlagen. Meistens gerade dann, wenn eine alte Frau vorüberging. Mit einem ohrenbetäubenden „Wumm" entlud sich der Schuß und das erwartete: „Jesses Maria, döi Sauboum", blieb nicht aus.

Gründonnerstag früh starben die Glocken und am Karsamstag früh standen sie mit ihrem dreistimmigen Geläute wieder auf. Das war für die Ratschenbuben die Entlastung, denn in der Zwischenzeit mußten diese das Zwölfuhr- und Sechsuhrläuten mit Ratschen, Hämmern und Rumpelkästen besorgen. Der Lohn dafür, welcher von Haus zu Haus gesammelt wurde, kam dann zur Verteilung. Die kleineren Buben wurden dabei mit einigen Zuckerln oder bunten Eiern abgespeist und heimgeschickt. Die größeren Buben verteilten dann unter sich das Bargeld, und wenn es nicht ganz stimmte, was ja meistens der Fall war, gab es noch eine zünftige Keilerei.

Am Karsamstag gegen Abend ging man dann in die Kirche zur Auferstehung. Rechts vom Kirchentor stand immer die Musik und der Kirchenchor in Erwartung der Priester mit dem Allerheiligsten. Eines Jahres hatte der Tambour die Paukenschläger vergessen und dies erst

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