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herrschaftlichen Wald das Bauholz, die Bauern fuhren es heran und die Arbeit der Zimmerleute setzte ein. Auch das war etwas für die Jugend. Schon das Abladen von Langholz ist nicht täglich zu sehen und erfordert vom Mann Kraft und Geschick. Die Zimmerleute musterten das Holz und sortierten es für den vorgesehenen Zweck. Nun wurden die „langen Kerle" auf den Böcken befestigt, abgeschnürt und dann behauen. Beim Abschnüren drängten wir uns hinzu. Es gefiel uns, wie die roten Linien aufgespritzt wurden.
Auf den unbehauenen und behauenen Balken hatte unsere Phantasie ungeahnte Spiele erdacht. Der Spielplatz gehört den „Herrn Buben". Die „Damen" wurden manchmal durch wenig kavaliermäßiges Verhalten fortgeekelt. Balken wurden quer gelegt und als Waage oder Schaukel verwendet. Der tiefe trockene Abzuggraben aus Eckls Keller (Kurner) wurde überlegt und darunter gab es Verstecke. Einen der längsten gezimmerten Bäume, der über den tiefen Graben gelegt war, beschwerten wir in der Mitte zu zwanzigst und „hetschten" und schaukelten fröhlich. Da — ein Krach! Der Balken war eingebrochen und fort schlichen sich alle Sünder für den ganzen Tag.
Der Bau schritt rasch vorwärts. Die Teplfurt in der Richtung Scheibenwiese war wieder überflüssig. Die neue Holzbrücke wurde in den folgenden Jahren des Bahnbaues stark überbeansprucht und nach 11 Jahren war abermals ein Neubau nötig. Die Gemeinde hatte versäumt, beim Bahnbau irgend eine Brückenmaut einzuführen. Die Bauunternehmer hatten die Abnutzung der Brücke ohne Gebühr weidlich ausgenützt. Der Bau der neuen Eisenbrücke wurde im Herbst 1906 durchgeführt. Die Arbeit dauerte nicht lange, da die einzelnen Teile im Eisenwerk vorbereitet, nur noch zusammengenietet werden mußten. Diese Arbeit wurde von tschechischen Fachleuten ausgeführt, nachdem vorher die Schönwehrer Maurer die Brückenlager gemauert hatten.
Mystisches Erleben
Vergang'ne Zeit auf Sommerfluren träumt
Ich seh' Gestalten aus entschwund'nen Tagen.
Dem Krudumberg, von Wolken licht umsäumt,
Entsteigen geisternd tausendfält'ge Sagen.
Es schreitet eine Elfe aus dem Schloß,
Das ich mit meinem Seherblick erspähe,
Ein edler Ritter, schlank und hoch zu Roß,
Erscheint gebannt von ihrer Zaubernähe.
Du Märchenweben, nimm die Wirklichkeit
Doch ganz hinweg, laß neu in Schönheit strahlen
Die arme Heimat, sieh', zum Glück bereit
Sind Menschenkinder, hassend ihre Qualen . . .
Berti Stengl
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