Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 85
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Velikonoční vzpomínání na Horní Slavkov

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verschämt im nahen Waldsaum. Hundegebell verrät, daß der Briefträger im Ort seinen täglichen Gang macht. Er ist der verhaßteste Mensch der Dorfköder. Nun wird es langsam Zeit zum Ausspannen. Denn bald werden die Ratschenbuben durch das Dorf ziehen und mit ihren Klappern und Rumpelkästen den Mittag verkünden, da das Ortsglöcklein bis zum Karsamstag schweigt.

Osterzeit — Auferstehungszeit. Eine Lebensfreude macht sich bemerkbar, eine Verliebtheit zur erwachenden Natur. Alt und jung drängte nach der winterlichen Stubenhockerei hinaus ins Freie. Zum Feierabend belagerten Männlein und Weiblein den Braunhübel, um an der Schönheit der Täler die Augen zu weiden. Selbst die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit konnte diesen Drang zur Natur nicht beeinträchtigen. Das junge Landvolk unternahm an Sonntagen kleinere Ausflüge ins Tepltal oder zum Tanztee nach Ziegelhütten.

In meinem Gedächtnis schleppe ich schon seit 40 Jahren ein Erlebnis im Tepltal herum. Gegenüber der Kohlmühle hielt einst ohne ersichtlichen Grund ein Auto. Einige Damen und Herren stiegen aus, richteten ihre Feldstecher auf die hohe Ries und taten ganz begeistert. Im Vorübergehen hörte ich eine Frau sagen: „Welch eine herrliche Landschaft, die Leute wissen gar nicht, was für ein Kleinod sie an ihrer Heimat besitzen." O doch, liebe Unbekannte! Wir haben es erfahren, als wir sie verlassen mußten. Unvergeßlich bleibt mir auch ein Sonntagnachmittag in der Ries. Ein Meister des Waldhorns blies am Mühlberg die Melodie aus dem Trompeter von Säckingen: „Behüt dich Gott, es wär' so schön gewesen, behüt dich Gott, es hat nicht sollen sein." In der Ries wurden ein paar lärmende Rapautzen plötzlich mäuschenstill und lauschten, seelisch tief berührt, der wundervollen Melodie des Künstlers. Ja, so war es einst daheim zur Osterzeit. — Ein frohes Osterfest allen jenen, denen die Heimat noch etwas gilt.

Das Erbe der Heimat zu erhalten, den Blick nach dem Osten zu schärfen, über die Vorgänge in der Heimat zu berichten und über alle politischen, kulturellen und sozialen Fragen zu informieren ist Aufgabe der größten Vertriebenen-Zeitung des süddeutschen Raumes

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