Schlaggenwälder Heimatbrief — říjen / listopad 2011
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Vypráví kávový hrneček

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die Glasscheibe das Leben und Treiben in der Stube. Vier Leute gingen dort ein und aus: ein Mann, eine junge Frau, ein Kind und eine alte Großmutter. Mit dieser war ich am besten vertraut, denn sie wirtschaftete die meiste Zeit des Tages in der Wohnküche herum, und sie war es auch, die bestimmte, wer von uns zu Diensten sein mußte.

Beim Einsatz frühmorgens beherrschten Hast und Eile das Geschehen. In emsiger Geschäftigkeit füllte die alte Frau, wie es meiner Bestimmung entsprach, einmal oder öfters, in meinen Bauch das bekannte, dunkel-heiße und aromatische Getränk, das landesüblich als „Kaffée" oder „Káffee" bezeichnet bzw. betont wird. Die Mitglieder der Familie, um den Frühstückstisch versammelt, fügten, je nach Gewohnheit und Geschmack, dem belebenden Trank Milch und Zucker zu, rührten das Gemisch mit einem kleinen Löffel mal rasch, mal versonnen um und griffen, je nach Lust und Laune, zu Butterbrot mit Marmelade, zu Kuchen und Gebäck. Trafen Gäste ein, so setzte man sich nachmittags leger zu einer gemütlichen Kaffeetafel zusammen. So genoß jeder das köstlich duftende „Elixier" auf seine Weise. Mir konnte es recht sein. Nach jedem Gebrauch unterzog man „uns Tippla" einer gründlichen Reinigung und sorgte danach beim Abtrocknen wieder für vornehmen Glanz.

Die Jahre vergingen im Gleichmaß ihrer Tage. Irgendwann – es muß im Frühjahr 1946 gewesen sein – kam Unruhe auf. Ich mußte meinen schönen Platz im Glasschrank verlassen. Man steckte mich mit drei weiteren Geschwistern in ein dunkles und enges Verließ zwischen Wäschestücken, so daß ich kaum Luft bekam und mir übel wurde. Ich geriet in Panik, hatte Angst um mein Leben, weiß ich doch, daß ich von Natur aus eine gewisse zerbrechliche Verfassung habe. Hören konnte ich auch nichts. Die Zeit, die ich dort ausharren mußte, dünkte mich schier eine Ewigkeit. Endlich sah ich wieder Tageslicht und stellte mit Freude fest, daß ich an Leib und Gliedern heilgeblieben war. Aber alles um mich herum hatte sich völlig verändert. Ich stand nun nicht mehr hinter Glas, sondern zusammen mit meinen drei Geschwistern auf einer alten Kommode in einer halbdunklen Abstellkammer. Neben uns befanden sich auch vier Teller, die ich noch aus der Zeit im Glaskasten kannte, sowie einige Töpfe, ein Tiegel und etliche Lebensmittel. Auch die mir bekannten vier Gesichter meiner Besitzer erblickte ich wieder und ein fremdes, das ich bisher noch nie gesehen hatte. Es war ein älterer Mann, den sie „Hausherr" nannten und der in einer vollkommen anderen Mundart redete.

Nun hatte ich jeden Tag Dienst, ebenso meine drei Geschwister und die vier tiefen Teller, denn wir waren ja nur jeweils zu viert. Die alte Frau sah ich immer seltener, bis ich sie eines Tages nicht mehr gewahrte. Wo sie wohl geblieben war? Nun hatte meist ein Geschwister dienstfrei, oder wir wurden mit anderen Aufgaben betraut. So durfte ich einmal mit in ein Geschäft, wo sie mir den Bauch mit Marmelade füllten. Im Laden war ich plötzlich der Mittelpunkt, weil ich so hübsch war. Alle Kunden wollten mich anschauen, einige haben. Meine Besitzerin betonte, ich sei unverkäuflich. Auch den Tausch gegen ein Pfund gute Butter lehnte sie ab. Einmal mußte ich Sauerkraut aufnehmen, ein anderes Mal als Gefäß für „Schmetten" herhalten. Auch als Spardose für Kleingeld wurde ich mißbraucht.

So nach und nach haben mich zwei meiner Geschwister verlassen. Und meine letzte verbliebene Schwester kehrte eines Tages ohne Henkel von ihrem Einsatz zurück. Darüber waren wir beide sehr traurig.

Seit einiger Zeit haben wir Zuwachs bekommen – es gesellten sich etliche Stiefgeschwister zu uns. Inzwischen standen wir auch wieder in einem echten Küchenschrank, der aber mit Milchglasscheiben versehen war, so daß ich nicht erkennen konnte, was draußen vor sich ging.

Da ich aber trotz meines fortgeschrittenen Alters noch recht ansehnlich war, fiel die Wahl auf mich, wenn es galt, den Blumen als Vase zu dienen. Mit ihnen schloß ich schnell Freundschaft, die aber leider jedesmal nur kurz währte. Bunte Sträuße mit kurzen Stengeln und Teerosen liebte ich besonders.

Eines Tages wurde ich wieder in ein finsteres Verließ verbannt, so daß mir nichts Gutes schwante. Man hat mich dort in ein verstaubtes Regal gestellt zu anderen mir unbekannten Sachen. Nur ein ebenfalls altes Bügeleisen ist mit da, das ich schon seit langem kenne. Wir zwei erzählen uns oft vom Leben und Leiden. Ab und zu kommt eine etwas ältere Frau zu uns herein, in der ich das Kind von ehedem zu erkennen glaube. Durch die offene Tür fällt helles Licht in den dunklen Raum. Sie bleibt einige Augenblicke vor uns stehen und betrachtet uns nachdenklich. Dann umspielt ein wissendes Lächeln ihren Mund, bevor sie die Tür leise hinter sich schließt und uns wieder allein zurückläßt.

F.P., nach einem Beitrag von Marie Jäger in KZ 2/11

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Srdečně blahopřejeme k narozeninám a přejeme zdraví a štěstí k

## Wir gratulieren recht herzlich zum Geburtstag und wünschen Gesundheit und Glück zum
93. am 1.12. Fanny Kress (Stark), Caritasheim St. Hedwig, Marienstr. 2, 91275 Auerbach i.d.Opf. – 92. am 7.12. Franziska Heinzl (Lochner), Josef-Otto-Kolb-Str. 1, 91275 Auerbach i.d. Opf. – 83. am 21.10. Christiane Fechter (Gf), 60 East 735, South Centerville, Utah 84014, USA. – 83. am 2.11. Josef Wawersich, Trifelsstr. 16, 76846 Hauenstein. – 83. am 4.11. Hans Gröschl, Am Steiberg 18, 64739 Höchst i. Odw. – 83. am 29.11. Herbert Jakob, Römerhofstr. 1, 64823 Groß-Umstadt.– 80. am

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Na hřbitově

## Am Friedhof
Ein Grab daheim – der Weg dorthin ist weit,
wo man mich einst von Haus und Hof vertrieb.
In fernem Land leb' ich schon lange Zeit;
den Ahnen nur die Heimaterde blieb.

Der Lieben Gruft, umwuchert von Gerank,
erkenn' ich noch, wie ich sie sah als Kind.
Der Asternstrauß ein Gruß und stumm mein Dank
an sie, die längst schon heimgegangen sind.

Ich fühl' mich fremd, doch meinen Wurzeln nah -
sie gründen tief in der Vergangenheit:
der Kindheit Spiel und was danach geschah;
allein den Toten blieb erspart das Leid.

Am Bergeshang, vom Turme überragt,
verlassen liegt dort unser Gräberfeld,
umgeben von Gemäuer, zeitzernagt –
ein stiller Hain in einer lauten Welt.

Die Kreuze ragen schief aus hohem Gras,
manch grauer Stein trägt keinen Namen mehr,
und ein paar Nelken steh'n verdorrt im Glas,
verwahrlost stumme Gräber – öd' und leer.

Die Glocke schweigt seit vielen Jahren schon,
des Priesters Segen bleibt dem Grab versagt;
das Kreuz verbrannt, verstümmelt Gottes Sohn –
ein Frevel mehr, dem Himmel sei's geklagt!

Das bunte Laub, es deckt die Hügel ein,
vom Tal herauf der erste Nebel steigt,
Am Gottesacker schwindet letzter Schein;
der Allerseelentag zur Nacht sich neigt.

Der Abschied naht, beendet mein Gebet -
die Kerze mahnt an die Vergänglichkeit -
den Seelen sei der Frieden herzerfleht!
Erinnerung gibt Trost mir und Geleit.

Franz Pöttig

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