Schlaggenwälder Heimatbrief — červen / červenec 2014
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Z kalendáře

St. Veit (15.) ändert die Zeit, alles geht auf die andere Seit' (2. Halbjahr) – Hl. Veit, treib' die Gewitter weit! – Ist's von St. Peter und Paul (29.) bis St. Laurenzi (10.8.) heiß, bleibt der Winter lange weiß. – Menschensinn und Juniwind ändern sich gar oft geschwind.
Sternzeichen: Zwillinge (22.5. – 21.6.)

Im Juli – Heuet:
10. (Do) Sieben-Brüder-Tag (Die sieben Söhne der Märtyrerin Felizitas)
12. (Sa) Vollmond
22. (Di) St. Magdalenentag, Beginn der hochsommerlich-heißen „Hundstage", die bis zum Bartholomäustag (24.8.) dauern.
24. (Do) Christophorus, Patron der Autofahrer
26. (Sa) St. Annatag (Annafest)
Wie es die sieben Brüder treiben, so soll es vier Wochen bleiben. – Die erste Birn' bringt Margaret (20.), drauf überall die Ernt' angeht. – Jakobi (25.) trocken, Winter hart. – Ist St. Anna erst vorbei, kommt der Morgen kühl herbei.
Sternzeichen: Krebs (22.6. – 22.7.)

Léto

## Sommerzeit
Die Natur zeigt sich im Festtagskleid.
Welch ein Blühen ringsumher!
Auen und Wiesen – ein Blumenmeer!
Wundervolle Sommerzeit.

In purpurnem Rot die Bauernrose,
die üppige Dornenlose, uns erfreut.
Sie erwählte die Tage um Pfingsten
zu ihrer steten Blütezeit.

Auch die übrigen Rosen,
der Blumen Königin,
verschenken Duft und Farben,
da liegt ein ganzer Sommer drin!

Sanft wiegen sich Korn und Weizen
im lauen Sommerwind.
Ein Rauschen ist's, ein leises Raunen,
geheimnisvoll, gelind.

O Mensch bedenke,
wie rasch so ein Sommer vorübergeht!
Schau auf zum Himmel!
Danke dem Herrgott und verrichte
voller Ehrfurcht dein Gebet!

Trautl Irgang (1926-2010), Egerländer Lyrikerin

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Mír na zemi?

## Frieden auf Erden?
Es waren Zank und Streit, die seit ewigen Zeiten immer wieder das Zusammenleben der Menschen im weiten Erdenrund bestimmten, und so geschieht es bis zum heutigen Tag. Die Gier nach Macht und Reichtum, verletzte Ehre und religiöser Fanatismus trieben haßerfüllte Menschen- und Völkerscharen zur Gewalt und ließen sie entsetzliche Untaten begehen.
Man muß nicht mit der biblischen Zwietracht der Brüder Kain und Abel beginnen. Doch eine nie endenwollende Reihe von kriegerischen Auseinandersetzungen zieht sich wie ein blutroter Faden durch die Geschichte. Wenn die Argumente versagten, raste die Kriegsfurie über Land und Leute.
Das Schicksal des einzelnen blieb dabei stets ohne Bedeutung. „Es ist Krieg, O Ihr Götter, es ist Krieg!" So klagten schon damals vor zweitausendfünfhundert Jahren griechische Weinbauern den Herrschern auf dem Olymp ihr Leid. Wir erinnern uns noch gut an die eigene Schulzeit – lang, lang ist's her – als wir im Fach Geschichte auch von den Feldzügen der Perser gegen die Griechen in der Antike erfuhren: Um 490 v. Chr. schlug man die Schlacht bei Marathon, 480 die Schlacht bei den Thermopylen und die Seeschlacht bei Salamis. Allein die Vokabel „Schlacht" weist auf das unfaßliche Morden und die Gemetzel hin!
Das Jahr 2014 ist ein geschichtsträchtiges. Es rückt die zerstörerische Gewalt kriegerischer Barbarei ganz besonders in unser Bewußtsein: Vor hundert Jahren begann der Erste Weltkrieg. Er dauerte bis 1918, stürzte Menschen und Völker ins Unglück und veränderte nachhaltig die gesellschaftliche Ordnung und das Leben auch von uns Böhmendeutschen. Wir mußten die ethnische Geborgenheit der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie aufgeben und gelangten dafür in den Machtbereich übersteigerter nationaltschechischer Interessen.
Aus der Geschichte wissen wir: Am 28. Juni 1914 fiel der österr.-ungar. Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand, Neffe von Kaiser Franz Joseph I. (1830-1916), in Sarajewo, der Hauptstadt von Bosnien/Herzegowina, einem Anschlag serbischer Verschwörer zum Opfer. Das Attentat löste den 1. Weltkrieg aus. (Anm. Dem „Nationalhelden" Gavrilo Princip setzt man in Serbien heuer im Sommer Denkmäler, eine wahrlich noble Geste für einen Beitritt zur EU! Die Benesch-Büsten gleicher nationalistischer Gesinnungskreise lassen grüßen!)
Verhandlungen scheiterten, Ultimatumsfristen verstrichen. Am 28. Juli 1914 erfolgte die Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien, Anfang August folgte noch eine Anzahl weiterer wechselseitiger Erklärungen des Kriegszustandes.
Die Herrscher aus den Fürstenhäusern Europas trafen unter dem Zwang der Ereignisse militärische Entscheidungen von ungeahnter, unbekannter Tragweite. Vieles ist nur aus der Lage und den Verhältnissen von damals zu verstehen. Wir sollten daher – im nachhinein – nicht unbedacht urteilen, Vorurteile vermeiden, berechtigte Kritik nicht zurückhalten und versuchen, Lehren aus dem Geschehen zu ziehen. „Was immer du tust, handle klug und bedenke das Ende!" (Quidquid agis, prudenter agas et respice finem!) – Wann hätte eine aus altrömischer Zeit stammende Lebensweisheit mehr Geltung und Gewicht haben können (und sollen) als in jenen schicksalhaften Monaten des Sommers 1914?
Franz Joseph I. aus dem Hause Habsburg hatte 1848 ein schweres Amt übernommen. Gleich zu Beginn seiner Regentschaft mußte das Kaiserreich politischen Unruhen in der Monarchie begegnen, einen Aufstand der Ungarn niederhalten, Kriege führen und Gebietsverluste hinnehmen, so
– 1848/49 gegen das Königreich Sardinien (Besitzstreit, Länderschacher),
– 1859 gegen Frankreich unter Napoleon III. mit Abtretung der Lombardei an Italien,
– 1864 gegen Dänemark (Abtretung der Rechte auf Holstein an Preußen),
– 1866 „Bruderkrieg" gegen Preußen (Niederlage bei Königgrätz), gegen Italien (Siege bei Custozza und Lissa, trotzdem Abtretung von Venetien),
– 1878 Besetzung von Bosnien/Herzegowina, 1908 Eingliederung in die k. u. k. Monarchie (!).
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts überschatteten familiäre Schicksalsschläge das Alter des Kaisers:
– 1889 Selbstmord des Kronprinzen Rudolf auf Schloß Meyerling,
– 1898 Ermordung seiner Gattin Kaiserin Elisabeth (Sissi) in Genf.
Als die Spannungen im Machtgefüge europäischer Staaten zunahmen und militärische Bündnisse entstanden, sah sich die österr.-ungar. Monarchie bedroht. Der Funke von Sarajewo am „Pulverfaß Balkan" genügte, um einen Weltbrand zu entfachen.

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