Schlaggenwälder Heimatbrief — říjen / listopad 2013
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Vzpomínka na mrtvé

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überwachsen, Wege von Gestrüpp überwuchert; Grabhügel versunken, Steine schiefstehend oder schon umgefallen; Inschriften verwittert, kaum mehr lesbar, Bildnisse zersplittert, Laternen zerbrochen. Gräber der Heimat. Irgendwo flackert ein Lichtlein, verstohlen, Zeichen von Barmherzigkeit.

Drüben im Egerland liegen die Ahnen, Bekannte, vertraute Menschen von früher, aus vergangenen Tagen, als dieses Land noch unser war. Gesichter und Gestalten tauchen wieder auf, wie sie einmal leibten und lebten. Viele kannte man von Kindheit an, einigen begegnete man mit Hochachtung, sie genossen Respekt, andere lebten in Armut. Worte, Redensarten, liebenswerte Schwächen, ja unbedeutende Kleinigkeiten, Freude und Leid, gemeinsam erlebt und durchlitten, lassen die Erinnerung wieder aufleben.

Zu keiner anderen Zeit fühlen wir uns unseren verstorbenen Angehörigen, Freunden und Landsleuten von daheim so nahe und verbunden wie an solchen Tagen der Besinnung. Auch den Gefallenen der Kriege und den Toten der Vertreibung gilt ein ehrendes Gedenken und ein stilles Gebet, das unsere Seelen vereint.
F.P.

Má milá rodná vesnice

## Mein liebes Heimatdorf
„In einer flachen Geländemulde am Westabhang des langgestreckten Waldrückens, der „Haad" (Heide, am Bildrand oben), lag hingebreitet das heimatliche Dorf, mein geliebtes Poschitzau."

[obr] (bez popisku) (skupina dětí – děvčata v zástěrkách a dva chlapci s vozíkem – na polní cestě nad vsí Poschitzau, 1936)

So beschreibt unsere Lmn. Anni Schams geb. Stark, 87jährig in München lebend, den Ort ihrer Geburt, und so wird es in der Erinnerung bleiben, bis zu ihrer letzten Stunde. Das Bild aus dem Jahre 1936 zeigt im Hintergrund, von Laubbäumen halb verdeckt, einen Teil vom oberen Dorf. „An so manchem Sommertag vergnügten wir Kinder uns beim fröhlichen Spiel und verlebten eine unbeschwerte Kindheit", erzählt sie weiter. Im Bild verfolgt die kleine Mädchenschar in ihrer damals durchaus üblichen Kleiderschürze auf dem Feldweg zum Muckenberg die beiden Buben samt Wägelchen. Die Kinder v.l.: Fritz Lang, Ernst Vlach; Marie Vlach, Else Vlach (Schwester), Anna Vlach, Anna Lang, Anna Stark (x).

Zur Orientierung: Das helle Haus mit kleinem Walmdach und Dachgaube (in Bildmitte) gehörte Karl Lang. Man vergleiche auch mit dem oberen Foto auf Seite 63 unseres Heimatbuches.

Einige Zeit später – ich hatte vier Jahre in der einklassigen Volksschule des Dorfes hinter mich gebracht – besuchte ich die Bürgerschule für Mädchen in der benachbarten Stadt Schlaggenwald.

Der werktägliche Schulweg dorthin stellte das Jahr über seine besonderen Anforderungen. Damals fuhren noch keine Schulbusse! Im Sommer gingen wir zu Fuß auf Feldwegen durch die Fluren und benützten gerne Steige und Abkürzungen. Wie waren wir froh, wenn wir die „Neue Straße" erreichten und die Stadt vor uns lag! Im Winter, wenn viel Schnee das Vorwärtskommen

[obr] (bez popisku) (budova s nápisem „Volksschule" – vesnická obecná škola v Poschitzau, před plotem děti a muž)

erschwerte, benutzten wir unsere Rodel hügelabwärts bis zur Hauptstraße (von Elbogen her). Wenn man Glück hatte und ein Gespann daherkam, konnte man den Schlitten beim Fuhrwerk anhängen oder gar aufsitzen. Es war nicht immer einfach, rechtzeitig zum Unterricht zu kommen, und nicht jede Lehrkraft hatte für unsere Schwierigkeiten Verständnis.

Zu den wenigen Gebäuden, die vom alten Poschitzau noch übrig sind, gehörte 1990 auch das Schulhaus. Es stand, vom Unkraut und Wildwuchs überwuchert, einsam und verlassen im Gelände. Die Angaben im Heimatbuch auf den Seiten 60 bis 63 wecken so manche Erinnerung an vergangene Zeiten.

Einundzwanzig junge Mädchen der Jahrgänge 1925 und 1926 besuchten im Schuljahr 1936/37 die erste Klasse der Bürgerschule für Mädchen in Schlaggenwald.

Die Schülerinnen, jeweils von links, in der untersten Reihe:

[obr] (bez popisku) (třídní snímek dívek první třídy měšťanské školy ve Slavkově s učitelkou a učitelem, 1936/37)

Anna Stark (Poschitzau), Gerda Erler (Stirn), Hilde Hahn (Gfell), Gertrud Lugner (Schl.), Anna Plomer (Schl.), Brunhilde Lochner (Schl.), Frieda Richter (Nallesgrün); in der mittleren Reihe: Marianne Gröschl (Schl.), Frieda Pimpl (Schl.), Irma Vrba (Schl.), Anna Wawersich (Schl.), Anna Simon (Schönfeld), Brunhilde Süßmann (Schl.), Erna Lucki (Schl.); in der oberen Reihe: Berta Oertl (Nallesgrün), Erna Kühnhackl (Hubhof), Dora Heß (Leßnitz), Marie Novotny (Schl.), Emilie Schröck (Schl.), Herta Stöhr (Zech), Traudl Kempf (Leßnitz).

Lehrerin: Ernestine Müller, Lehrer: Friedrich Möckl.

Zeittypisch war die beliebte Zopffrisur der Mädchen, bautypisch waren die zweiflügeligen Fenster mit Sprossen und Oberlicht.

Die Aufnahmen stellte uns Lmn. Anni Schams (Stark), München, zur Verfügung.

Frage an die Bezieher unseres Heimatbriefes: Besitzt denn niemand mehr aus den Dörfern geeignete Fotos von daheim? Ihre Veröffentlichung weckt Erinnerungen und hält sie wach! Rückgabe, falls gewünscht, wird zugesichert, auf Ehr' und Gewissen!
F.P.

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