Schlaggenwälder Heimatbrief — červen / červenec 2011
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První elektrárna v Horním Slavkově

[obr] Das Foto zeigt die Dampfmaschine mit ihrem riesigen Schwungrad. Der Antrieb zur – im Bild nicht sichtbaren – Dynamomaschine erfolgte über Keilriemen.

Als nach dem Ersten Weltkrieg die weitere Energieversorgung über eine Hochspannungsleitung aus Unterreichenau (bei Falkenau) erfolgte, wurden die Anlagen dieses ersten Elektrizitätswerkes stillgelegt. Es war notwendig, neben dem Maschinenhaus ein weiteres, turmähnliches Gebäude für die Transformatoren zu errichten, um die Spannung umzuwandeln.
Das Foto entstand etwa 1940, nachdem die Anlage schon längere Zeit außer Betrieb war (knapp 20 Jahre). Auch das Werksgebäude zeigte erste Schäden, die im Bild erkennbaren Stützbalken sollten Schlimmeres verhindern. Leider habe ich die Anlage nie im Betrieb gesehen, und es war nicht nur für den Fabrikbesitzer bitter zu erleben, wie eine für die damalige Zeit moderne elektrische Einrichtung dem Verfall preisgegeben war.
Felix Schöbl

Anmerkung: Während viele seiner Altersgenossen (Jg. 1927) lieber als „Lauser" auf Streiche sannen und die Gegend unsicher machten, interessierte sich unser Landsmann schon als Jugendlicher für technische Einrichtungen in der heimatlichen Bergstadt.

Domov

## Heimat
Wer kann das Bild vernichten,
das Bild, das in uns ruht:
der Wälder grüne Fichten,
des Flusses dunkle Flut,
die Dächer, Turm und Tore,
der Brunnen stiller Sang!
Forttönt in unserem Ohre
der Glocken Feierklang.
Du bist uns nicht entschwunden,
kein Traumbild, das zerstiebt!
Du wirst in Trennungsstunden
mehr als zuvor geliebt.
Und dieses treue Lieben
hält allen Stürmen stand.
Was Gott ins Herz geschrieben,
löscht keine Menschenhand!

Andreas Blaha (1892-1984),
Priester, Dichter, Maler, stammte aus Tachau

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O chlebu

## Ums Brot
Wenn wir als Kinder außerhalb der Essenszeit Hunger hatten, unterbrachen wir das Spielen, rannten ins Haus und verlangten nach Brot. Die Mutter oder Großmutter ging an die „Bräutbüchs" oder zur Schublade der Kredenz, nahm den Brotlaib, machte mit dem Messer drei flüchtige Kreuzzeichen und schnitt ein starkes Stück, „an Kaaln", davon ab. Sie schmierte Schweinefett drauf, salzte und reichte es uns. „A Stückl Fettnbråut" sättigte dann wieder für eine Weile. Gut war das „neibåchana Bråut", und davon schmeckte wiederum der knusprige Anschnitt, „as Schmackl", am besten.
Nicht immer war etwas als Aufstrich, „zan Schmiern", vorhanden. Auch das trockene Brot mit einer Prise Salz als freundliche Zugabe wurde gerne angenommen. Oftmals streuten die Mütter – sie haben es gut gemeint – in solchen Fällen auch Zucker aufs trockene Brot. Kinder, zumal Buben im Wachsen, hatten zu unserer Zeit immer Hunger. Die Redensart „Kinnahandla u Kaiwlbarrla solln nöi laar wer(dn" bezeichnete treffend diesen Zustand. In den Häusern mit Landwirtschaft, in denen von frischmelkenden Kühen, besonders zur Sommerszeit, reichlich Milch anfiel, gab es frischen Quark und „selwa ausgröiahta Butter" aufs Brot und gute Sauer- und Buttermilch zum Trinken dazu, ein Hochgenuß!
Brot lag zum Frühstück neben dem „Kaffeetippla" – oft nur so, ohne etwas drauf – vielfach aber doch bestrichen mit Honigbutter (Kunsthonig), Marmelade, Powidl oder auch mit „ånnan laffadn Zeigh", wie Honig, Sirup oder „Hädschapätsch".
Den Alten, die keine Zähne mehr hatten, war es erlaubt, „d'Rindla" abzuschneiden. Sie aßen früh und abends ihr „Ei(nbrockts" aus dem großen roten Emailletipplan mit dem Löffel. Wer über „a Maal volla Ziah" verfügte, dem verargte man es, wenn er vom Brot die Ränder abschnitt. Den Säuglingen schoben die Mütter gerne „a Rindl" in den Mund, wenn die ersten Zähne schmerzhaft kamen.
Das Schulbrot bestand aus zwei zusammengelegten „Stücklan" und war in weißen oder blauen Tüten (Guggarn) verpackt, deren Mehl- oder Zuckerreste noch die Ober- und Unterseiten überzogen. Die Schüler brachten von daheim sehr unterschiedliche Brote in die Schule mit, und das Verlangen, „da Gluust", auf das andere, vermeintlich bessere Brot des Mitschülers, ließ sich nur mühsam unterdrücken und verführte bettelnd zur Aufforderung: „Kumm, tausch ma!" oder „Låu mì amål obeißn!"
Brote zum Mitnehmen brauchten weder die Schüler noch die Männer selbst zu schmieren und einzupacken, dank der in altmodisch-fürsorglicher Weise verläßlichen Mütter und Ehefrauen. Brotabschneiden jedoch mußte – schon aus Gründen der Selbsterhaltung – einmal erlernt werden; es wurde ab einem bestimmten Zeitpunkt auch erwartet und vorausgesetzt. Wer es danach noch immer nicht oder nur schwer begriff, von dem hieß es, daß er zu dumm sei, sich „a Stückl Bråut ozaschnei(dn".
Brot als Ergänzung zum Mittagessen gehörte zur „Erdeppl-in-da-Bröih", bildete die Beilage „zan ei(ngschloghanan Eian" und diente dazu, noch vorhandene Soßenreste aus Topf und Tiegel zu holen, also „zan Austuntschn" oder „Ausstruppm", wie man es mundartlich zu nennen pflegte. Brot schnitt man in Wasser- und Milchsuppen, Brotwürfel mengten die Hausfrauen in den Mehlknödelteig. Aus „åltbåchanån Bråut" rösteten sie, dabei beißenden Qualm verbreitend, auf der heißen Ofenplatte resche „Baaschnietz", die mit Knoblauch (Knuawlich) und Salz eingerieben und mit Fett oder Butter bestrichen zusammen mit einer Einlaufsuppe durchaus ein anregendes Nachtmahl ergaben. Abwechselnd aß man am Abend zum Brot auch „Olmütza Kasla (Quårgla)" oder ein Stück Braunschweiger (Lyoner) oder strich die billigere „Schmierwurst" (Streichwurst) auf. Butter und Wurst zugleich aufs Brot zu bringen, galt zur damaligen Zeit als zu üppig und verschwenderisch.
In Kriegs- und Notzeiten hingegen konnte es durchaus sein, daß die Mama zunächst Butter oder Margarine maßvoll auf die Brotscheiben strich, diese aber sogleich wieder unter den mißbilligenden und vorwurfsvollen Blicken ihrer Lieben weitgehend abkratzte, da sie gehalten war, mit den kargen Zuteilungen hauszuhalten.

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