Schlaggenwälder Heimatbrief — říjen / listopad 2008
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Světla reflektorů...

## Schlaglichter ...
Es geschah in den frühen fünfziger Jahren, als unsere Heimatstadt jeden Tag und vor allem an den Wochenenden mehr und mehr an Substanz verlor. Unser Lm. Toni Herget aus Donawitz, Bezirk Karlsbad, war bis 1955 als sog. „Retributionsgefangener“ im Schlaggenwalder Uran-KZ „Svatopluk“ (übers. „heiliges Regiment“) eingesetzt und berichtete: ...
„Es gab Streit zwischen den Russen, dem tschechischen Sicherheitsdienst (Stb) und dem Denkmalamt wegen der Zukunft des Ortes. Man wollte die Stadt mit dem tauben Gestein der Uranerze zuschütten. (Der Denkmalschutz konnte sich letztendlich durchsetzen. Anm. d. Red.) Der größte Teil der slowakischen Zivilarbeiter in den Urangruben arbeitete dort nur mit halber Kraft, oftmals nicht einmal die Normen erfüllend, damit sie nach Feierabend in Schlaggenwald Häuser einreißen konnten. Ziegel, Holz und Schiefer schickten sie in die Slowakei. Für einen Waggon zahlten sie 500 Kč. Da sie mit und ohne Normerfüllung dennoch in den Genuß des russischen ‘Sobotniks’ kamen (arbeitsfreier Samstag, tsch. sobota = Samstag), hohe Zulagen an Schnaps, Lebensmitteln und Textilien bezogen und als Uranbergarbeiter weit besser als die Arbeiter in anderen Industriesektoren bezahlt wurden, hatten sie ein gutes Einkommen, so daß in der Slowakei die (neuen) Häuser quasi über Nacht aus dem Boden wuchsen. Der hohe Alkoholgenuß bewirkte aber, daß an den Tagen, da Geld ausbezahlt wurde, in Schlaggenwald keine Tischdecken in den Gasthäusern zu sehen und die Wege zu den Unterkünften – später das ‘neue Schlaggenwald’ – an diesen Tagen mit Schnapsflaschen gut markiert waren...
In der neuen Siedlung wohnte ein tschechischer Musiker von etwa 65-70 Jahren, der auch einige Zeit ‘sitzen’ mußte. Er besaß ein Manuskript einer neueren Geschichte von Schlaggenwald bis etwa 1989. Es war der Zeit angepaßt und mußte überarbeitet werden. (Im Jahre 2001 erschien ein großformatiger Bild- und Textband in tsch. Sprache auch mit dt. Titel ‘Königlichbergmänische Stadt Horní Slavkov – Die Stadt mit Tradition des Zinnbergbaus und den Porzellanherstellung’ von Pavel Beran u. Koll. mit kurzen Zusammenfassungen in englischer und deutscher Sprache, 415 Seiten, Anm. d. Red.)
Dieser Mann hatte in seiner Wohnung an den Wänden etwa 300 Schlüssel von Schlaggenwalder Häusern. Es waren die Hausschlüssel, die von den Deutschen bei der Vertreibung im Rathaus abgegeben werden mußten. Nach dem mysteriösen Brand nach einer Ratssitzung (28.09.1976) fand er sie in der Brandstätte, wo sich auch viele Zinngerätschaften, Bücher und ähnliches befanden. Da es sich um Dinge von Deutschen handelte, hatte niemand daran ein Interesse. Er aber trug etliches zusammen, und in seiner Wohnung war es noch zu sehen...
Für viele Sudetendeutsche aus Nordböhmen war bei der Vertreibung Rabensgrün Endstation. Sie wurden irgendwo bei Karlsbad ausgeladen und nach Rabensgrün gebracht, wo sie als Bergleute eingesetzt wurden. Diese Sudetendeutschen waren zu uns deutschen Retributionsgefangenen sehr anständig. Obwohl es verboten war mit uns zu sprechen, ergab sich doch manches Gespräch, und wir erfuhren einiges vom Geschehen in der Welt. Anders die deutschen Antifaschisten aus dem Falkenauer Raum. Für sie waren wir zu Recht bestrafte Verbrecher, die nicht eines Wortes würdig waren. Im Lager Svatopluk erlebte ich 1954 die Fußball-Weltmeisterschaft. Für uns deutsche Gefangene war es das Erhebendste in jenen traurigen Jahren.“

Anm. d. Red.: Retributionsgefangene waren vorwiegend Deutsche, die nicht vertrieben, sondern zur Arbeitsleistung als „Schadensersatz für den tsch. Staat“ verurteilt wurden. So war es auch üblich, vom regulären Lohn der zurückgehaltenen Deutschen (Heimatverbliebenen) Abzüge als „Entschädigung“ einzubehalten, eine staatliche Maßnahme, die sich auf eine spätere Rentenzahlung nachteilig auswirkte. F.P.

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Tajemné osudové číslo Čech

## Böhmens geheimnisvolle Schicksalszahl
Die magische „8“ als Endziffer kennzeichnet immer wieder Jahreszahlen, die mit historischen Ereignissen in der böhmischen (und europäischen) Geschichte in Verbindung stehen. Gerade das Jahr 2008 bietet die Gelegenheit, einigen markanten Geschehnissen dieser „Achter-Serie“ – wenn auch nur in Stichworten – nachzuspüren.
Anno domini
908 Geburtsjahr des hl. Wenzel (Václav), Nationalheiliger Böhmens, der einem Anschlag seines Bruders Boleslav I. zum Opfer fiel.
1108 wurde auch das slawische Geschlecht der Vršovci – nach den Slavnikiden 995 – von konkurrierenden Adelsgeschlechtern beseitigt.
1158 Herzog Vladislav II. aus dem Geschlecht der Přemysliden erhält von Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) die Königskrone als Vladislav I., ab 1198 erblich. (1198 erhalten die Přemysliden auch die Kurwürde.)
1178 Herzog Sobieslav II. erläßt einen Freibrief (Sobieslavum) für die deutschen Einwanderer in und um Prag. (S. Heimatbrief Nr. 4/2007!)
1278 König Přemysl Ottokar II. (*1233) findet in der Schlacht auf dem Marchfeld (am Unterlauf der March, linker Nebenfluß der Donau in Mähren) gegen Rudolf I. von Habsburg (1218-1291) den Tod.
1348 Gründung der Prager Universität, der ersten im Reich nördlich der Alpen, durch König Karl I. aus dem Hause Luxemburg (1316-1378), Kaiser ab 1355 als Karl IV.
1458 Der hussitisch-gläubige Reichsverweser Georg von Podiebrad setzt sich in Besitz des böhmischen Throns. Unter ihm wird die „Vereinigung der Böhmischen Brüder“ gegründet (Unitas fratrum Bohemorum).
1618 Prager Fenstersturz löst den Dreißigjährigen Krieg aus. (1620 findet die Schlacht am Weißen Berge statt – bei Prag.)
1648 Westfälischer Friede (zu Münster und Osnabrück) beendet den 30jährigen Krieg. In Böhmen sind zerstört: 215 Schlösser, 80 Städte, 813 Dörfer; von 3 Mio. Einwohnern leben noch 800.000.
1748 Ende des österreichischen Erbfolgekrieges, in dem Kaiserin Maria Theresia Böhmen behielt.
1848 Nationalversammlung in Frankfurt, jedoch ohne tschechische Abgeordnete. Gegengewicht dazu ist Slawenkongreß in Prag. Ziel: Umformung des österr. Kaiserstaates in einen „Bund von gleichberechtigten Völkern“, Aufhebung der Leibeigenschaft, Abschaffung von Robot und Zehent und Grundentlastung der Bauern. Pfingstaufstand tschechischer Radikaler in Prag.
1868 Die Tschechen verweigern die Wahl in den Reichsrat, verlassen den Landtag und tragen ihre staatsrechtlichen und nationalen Forderungen in der sog. „Deklaration“ vor. Gründung des Tschechischen Nationaltheaters, 1888 Eröffnung des Neuen Deutschen Theaters. Wegmarken für die Spaltung des deutschen und tschechischen Kulturlebens.
1918 Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie. Gründung der ersten tschechoslowakischen Republik aus den ehemaligen Kronländern Böhmen, Mähren, österr. Schlesien und Teilen von Ungarn, deren Bewohner zwangsweise in das neue Staatsgebiet eingegliedert wurden. Dem Ausbruch aus dem „Völkerkerker Habsburg“ folgte die Bildung des Vielvölkerstaates ČSR! Thomas G. Masaryk als Präsident schwebte eine Staatsform nach Schweizer Muster vor. Das Staatsgebiet von 140.000 qkm hatte 13,6 Mio. Einwohner; davon 46% Tschechen (also weniger als die Hälfte!), 28% Deutsche (die als zweitgrößte Volksgruppe nicht einmal im Staats-

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