[obr] (dobové inzeráty přetištěné z historického tisku):
„Bergstadt Schlaggenwald“
(584m) an der Autoverkehrsstrasse zwischen Karlsbad und Marienbad gelegen, bietet als Sommerfrische einen angenehmen Aufenthalt. Gemeinde u. Bevölkerung bemühen sich jedweden Wünschen der Sommerfrischler gerecht zu werden. Die Schlaggenwald umgebenden Hochflächen
mit ihrer reinen Höhenluft wirken
besonders
günstig auf Gesunde und Kranke
landschaftlich abwechslungsreiche Spaziergänge in den städtischen Waldungen und Anhöhen machen einem den Ort lieb u. laden zu immer wiederkehrendem Besuch ein.
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Elektrizitäts-Unternehmen
der Stadt Schlaggenwald liefert Strom zu Licht- u. Kraftzwecken.
Baut Licht- und Kraftanlagen.
Reparaturen rasch und fachmännisch. Lager und Verkauf von elektrotechnischen Bedarfsartikeln wie Material, Apparate, Glühlampen etc.
Verkaufsstelle: Rathaus Parterre links.
Kanzlei: Marktplatz Nr. 14, Telefon 10.
Konditorei
Johann Reif
Schlaggenwald, Marktpl.
Stets frische Bäckerei und
und (?) Torten. Eigene Kühlanlage. Speiseeis-Erzeugung
Mäßige Preise.
Solide Bedienung.
Gasthaus
„Zu den 3 G“
des Georg Gareis,
Schlaggenwald, Hauptstraße.
Bürgerliche Küche.
Heizbare Fremdenzimmer.
Gasthaus
‚Zum gemütlichen Stüberl‘
Schlaggenwald, Graben,
Besitzer: Alois Reinhold.
Alt eingeführte Weinstube.
Die Alten zechten hier u. sangen
Bis früh die Glöcklein klangen.
Schwarz- u. Weißbäckerei
August Gareis
Schlaggenwald, Graben,
empfiehlt
seine tägl. frisch. Erzeugnisse.
Glaserwerkstätte
Josef Schmieger,
Schlaggenwald,
Leßnitzgasse.
Lager in Bildern u. Rahmen.
M. U. Dr.
Rudolf Müller,
Schlaggenwald, Kircheng.
Ord. 8—12 Uhr
Sonntag 11—12 Uhr
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[obr] (dobové inzeráty přetištěné z historického tisku):
Die Schwarz-, Weiß- und Feinbäckerei des
Anton Weidl
hält sich bestens empfohlen.
Spezialität: Kinderzwieback
Marie Kühnhackl
Kolonialwaren-Geschäft,
Schlaggenwald
empfiehlt sich best. zum Einkauf von stets frischen Waren.
Hotel Bahnhof
Pächter Rudolf STARK,
Schlaggenwald,
empfiehlt seine Lokalitäten einer geneigten Beachtung. Herrliche Fernsicht. Gut bürgerliche Küche, gepflegte Biere und ff. Weine. Streng solide Bedienung und Preise.
Rudolf Herzog,
Steinbildhauer,
Schlaggenwald.
Grabdenkmäler,
Krieger-Gedenksteine
Einfassungen aus Granit,
Kunststein etc.
[obr] (dobová fotografie budovy Jahnheimu mezi stromy)
Jahnheim in Schlaggenwald,
Eigentum des Deutschen Turnverbandes.
Als Sommerfrische, sowie für Wanderungen und Ausflüge bestens empfohlen (72 Betten). Unterkunft und Verpflegung zu billigsten Preisen. Wasserleitung und Bad im Hause. Strandbad in der Nähe. Auskunft durch die Verwaltung.
Oskar Pöttig,
Schlosserei, alter Markt.
Autogene Schweiß-Anlage.
Reparatur-Werkstätte
für landwirtsch. Maschinen.
Marie Schmieger
Schlaggenwald Nr. 438
Elektrische Glanzbügelei.
Feinste und sauberste
∴ Ausführung. ∴
Es ist nur zu verständlich, wenn die Gewerbetreibenden der Stadt die wenigen Möglichkeiten zur Werbung nutzten, um auf „ihr Geschäft“ aufmerksam zu machen. Und das Klappern gehört zum Handwerk, das wußten auch unsere Geschäftsleute von damals. So diente ein Faltprospekt, den die Gemeinde seinerzeit zur Förderung des Fremdenverkehrs erstellen ließ, auch Inserenten dazu, sich und ihre Firma darzustellen.
Nun standen ihnen damals nicht die marktschreierischen, aufdringlichen Methoden moderner Medien zur Verfügung, und auf die primitive, unnötige, aber dafür peinliche Verwendung von Anglizismen in der Reklame wäre ohnehin niemand gekommen. Bescheiden, einfach in ihrer Art, wirken die mitunter dürftigen Angaben in den Anzeigen. Werbetexter unserer Tage würden darüber nur mitleidig die Nase rümpfen. Die schlichten Formu-
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lierungen in jenen Tagen lassen uns stutzen, ab und zu verständnisvoll schmunzeln, wissen doch die meisten unter uns noch, welche Person zum tüchtigen Fleischermeister oder zur netten Schneiderin gehörte. Auf Seite 236 bringt das Heimatbuch ein solches Beispiel.
Mit anderen Inseraten wollen wir in loser Folge unsere alten, rührigen Gewerbetreibenden nochmals in Erinnerung bringen.
## Erkenntnis
Wenn es auch mancher aus unseren Reihen nicht wahrhaben will: Wir sind alt geworden! Man nennt uns geziert „Senioren“, weil es besser als „Alte(r)“ klingt. In Ehren ergraut, lassen wir uns jedoch nicht von modisch-modernen Zeiterscheinungen beeindrucken. Wir verbringen unseren Lebensabend altersbedingt vernünftig, ruhig und tolerant. Wem wollte man es also verübeln, wenn er sich gerne zum Genuß eines wahren Elixiers bekennt: zum Gläschen Wein!
Aus dieser Zuneigung entstanden Verse.
## Bekenntnis
Zur Jugendzeit trank ich nur Wasser,
viel später dann Krüge voll Bier;
da wuchs mir am Leibe die Rundung,
fürwahr keine männliche Zier.
Ich wandte mich ab und entsagte
von nun an dem hopfigen Trank
und suchte nach anderen Säften,
damit die Figur werde schlank.
Ich fand mich in düsteren Kellern,
da lagerten Fässer zuhauf,
gefüllt mit den edelsten Tropfen –
das Schicksal, es nahm seinen Lauf.
Ich wollte nicht darben noch dürsten,
genoß seitdem gerne den Wein.
Wer wollte es mir denn verdenken,
in Bacchus’ Reich selig zu sein.
Drum lieb’ ich die funkelnden Reben,
sie bieten mir köstliche Wahl,
sind leiblichem Wohle bekömmlich –
figürlich sei es mir egal.
Auf mäßige Weise genossen
wird Wein gar zum Medikament.
Man nehme es ein mit Vergnügen,
wohl dem, der sich dazu bekennt!
Franz Pöttig
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## Das Ehrenamt
Landauf, landab sind von Vereinen immer wieder Klagen zu vernehmen, daß sich von ihren Mitgliedern nur noch selten jemand bereit findet, ein Ehrenamt zu übernehmen. So kommt es vor, daß niemand mehr die Aufgaben des Vorstands, Schriftführers oder Kassenwartes wahrnehmen will. Die Folge davon ist, daß sich Gemeinschaften auflösen und ein oftmals langes Vereinsleben zum Erliegen kommt. An der Existenz der Vereinigung wäre man schon noch interessiert und möchte auch gerne an den Veranstaltungen teilnehmen, aber selber Verpflichtungen eingehen? Nein, danke!
Wir leben in einer Zeit übersteigerter, unruhig-nervöser Betriebsamkeit, gepaart mit Ungeduld und Eile. Berufliche Auslastung und familiäre Zwänge gewähren gerade noch etwas Spielraum für Sport, Steckenpferd und mediale Unterhaltung. Mangel an
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