Vater starb aus Gram und vermachte als guter Katholik seinem ganzen Besitz teils der Kirche, teils den Armen. Auch Wandler war nicht mehr so wie früher, er wurde wortkarg und düster, so daß die Folge davon war, daß er den Verkehr mit den Menschen immer mehr aufgab, und gar bald hieß es bei der Bevölkerung, er hätte kein gutes Gewissen.
Trotz öfterer Mahnungen, das protestantische Bekenntnis abzulegen, blieb er seinem Glauben treu, weshalb er für einen Ketzer gehalten wurde, der mit dem Teufel im Bunde steht, so daß man seinem Hof den Namen Teufelshof beilegte.
Wandler erfuhr von diesem albernen Geschwätz und es verdroß ihn mehr und mehr, daß er so verkannt wurde.
Eines Juli-Sonntagmorgens, es war gerade das Fest des "Egerischen" in Schönfeld, war Wandler frühzeitig aufgestanden, um nach dem Wetter zu sehen, denn die Heuernte war in vollem Gange.
Blutigrot stieg der Sonnenball über die Duppauer Berge herauf und Wandler war ganz versunken in den Zauber des herrlich schönen Morgens. Engelhaus und die ganze Umgebung wurde im Morgengrauen immer deutlicher sichtbar. Höher stieg die Sonne, die Morgenröte zerschwamm und nach der alten Bauernregel gibt es an jenem Tage Gewitter. Wandler begab sich ins Innere des Hauses, weckte seine Leute auf, und bald ging es hurtig an die Arbeit, obzwar es Sonntag war. Fuhre um Fuhre wurde unter Dach gebracht. Drüben neben dem Hofe am Wege gegen Schönfeld zog schon die erste Prozession mit Fähnlein singend und betend vorüber, denn es galt, der gnadenreichen Gottesmutter von Schönfeld einen Besuch abzustatten, und gewiß hatte jeder Wallfahrer einen Wunsch oder eine Bitte, welche er am Gnadenorte vorbringen wollte und von der Gottesmutter Hilfe erhoffte.
Wandler kümmerte sich um diese Sache nicht, er war ja Protestant. Gegen elf Uhr Vormittag stiegen schon die ersten Gewitterwolken über dem Knockberg im Westen herauf, von weitem grollte schon der Donner und immer mehr und mehr verfinsterte sich das Firmament, bis sich gegen Mittag ein furchtbares Gewitter entlud.
Viele Wallfahrer suchten und fanden Schutz gegen das
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