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überwinden zu helfen und ihnen die gemeinsame Pflege der Erinnerung an ihre unvergeßliche Heimatstadt zu ermöglichen. Das sei der Inhalt, Sinn und Zweck dieser Patenschaft.
Nun liefen die Vorbereitungen auf das große historische Ereignis am 11. und 12. August 1956 auf Hochtouren. Allein die Beschaffung von über 500 privaten Unterkünften, die uns die aufgeschlossene und freundliche Einwohnerschaft kostenlos zur Verfügung stellte, erwies sich als eine mühevolle Aufgabe, die unser „Vater von Auerbach", unser unermüdlicher Toni Hofmann, und seine tüchtigen Helfer Rudolf Völkl, Emanuel Willander, Anton Wohner und andere mit viel Geduld und Umsicht meisterten.
Wieder rief der Heimatbrief die früheren Bewohner des Schlaggenwalder Kirchsprengels aus allen Teilen Deutschlands und aus dem Ausland zusammen.
Am Samstag, dem 11. August, trafen mit der (damals noch verkehrenden) Eisenbahn, mit Omnibussen, Autos und Motorrädern ständig Landsleute ein. Breite Spruchbänder, flatternde Fahnen an den Häusern und kleine und größere Gruppen von Heimatfreunden hießen sie bereits am Bahnhof und am Marktplatz vor der Festkanzlei herzlich willkommen, in der man sogleich das Festabzeichen und die besondere Festschrift erwarb.
Am Samstagabend nahm uns der mit unseren Stadtfarben und dem Bild des alten Kirchturms (von Eugen Roth) festlich geschmückte Pfarrsaal im Caritasheim auf, der die hereindrängenden und erwartungsfrohen Menschen nicht mehr fassen konnte, so daß selbst sämtliche Nebenräume überfüllt und sogar Gänge und Treppen besetzt waren. Lautsprecher übertrugen das Geschehen im großen Saal in alle Räume.
Die Kapelle von Toni Kunzmann eröffnete mit dem „Egerländer Marsch" den Festabend, und Anton Hofmann begrüßte seine Landsleute und die Ehrengäste. In seiner Ansprache hob der Erste Bürgermeister Fritz Finsterer die Bedeutung der Patenschaft und den Wunsch hervor, daß aus der Verbundenheit von Auerbach mit den Patenkindern und ihrem grausamen und unverdienten Schicksal eine echte Gemeinschaft und eine tiefe Freundschaft zwischen den Bürgern von zwei ebenbürtigen und wesensverwandten Städten entstehen mögen. Anschließend verlas er den Wortlaut des Patenschaftsbriefes und überreichte die in Leder gebundene, von künstlerischer Hand geschriebene Urkunde unter stürmischem Beifall aller Anwesenden den Vertretern der Schlaggenwalder Bürgerschaft. Mit diesem feierlichen Akt vollzog sich, zehn Jahre nach unserer Vertreibung und nur wenige Wegstunden von unserer geliebten Heimat entfernt, ein für unsere Geschichte bedeutsamer Augenblick, in dem wir, wieder in einer trauten Bergstadt, einen festen Stützpunkt, Obhut, Geborgenheit und eine heimatliche Bleibe gefunden hatten.
Landsmann Anton Hofmann dankte dann als Vertreter der Schlaggenwalder unter reichem Beifall dem Bürgermeister, seinen Stadträten und der gesamten Bevölkerung für diese Ehre und Auszeichnung, und Oskar Otto überreichte ein von Landsmann Stefan geschaffenes Wappen unserer Bergstadt Schlaggenwald als sichtbares Zeichen unserer Dankbarkeit und Verbundenheit. Dieses Bild fand einen würdigen Platz im historischen Sitzungssaal des Rathauses und wird stets an jene Stunden erinnern, in denen eine enge Gemeinschaft zweier artverwandter Städte geschlossen wurde, die für immer in aufrichtiger Freundschaft bestehen wird.
Danach folgten die Verlesung von Grußtelegrammen, Glückwunschschreiben von Nachbargemeinden, Grüßen der „Egerländer Gmoi", die Ehrung hochbetagter Landsleute, die Vorstellung eines großen Gemäldes unserer Stadt (von Landsmann Wohner), humoristische Einlagen, Vorträge von Heimatgedichten und -liedern, die Schilderung der Vertreibung vor zehn Jahren und ein weiterer erschütternder Bericht über den Niedergang des alten Schlaggenwald. Musikalische Darbietungen rundeten mit heimatlichen Klängen diesen Festabend ab.
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