Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Goethe v Horním Slavkově

Hofzeremonialprotokoll Nr. 182 des Österreichischen Staatsarchivs heißt es dazu: „Kaiser Franz I. begleitete seine Tochter Marie Louise, die Kaiserin von Frankreich, mit seinem Bruder Ferdinand nach Eger. Die hohen Reisenden trafen am 2. Juli abends in Karlsbad ein, wo sie von den Behörden und der Bevölkerung festlich empfangen wurden. Goethe hatte das Festgedicht zum Empfang verfaßt. Am 4. Juli fand ein Besuch Schlaggenwalds statt. Die Stadt hatte ihr Festkleid angelegt, eine Triumphpforte war am Eingang der Stadt errichtet worden. Behörden, Militär, Zünfte, Klerisei, Schuljugend und Bergknappen fanden sich zur Begrüßung ein. Die kaiserlichen Gäste stiegen im Haus des Zehentamtskassiers ab und benützten den Vormittag zur Besichtigung der Porzellanfabrik. Nach dem Mittagessen legten Kaiser, Kaiserin und Erzherzog Grubenkleider an und fuhren in den hellerleuchteten und geschmückten Hauptschacht ein. Der Kaiser und der Erzherzog tasteten mit Eisen die Wände des Schachtes ab, und die Kaiserin nahm eines der verwendeten Eisen als Andenken mit. Nach eingehender Besichtigung der Maschinen und Anlagen traten die hohen Gäste um 6 Uhr abends die Heimreise nach Karlsbad an."

Bei seinem nächsten Besuch in Schlaggenwald notiert Goethe am 25. August 1818 in sein Tagebuch: „Zeitig aufgestanden. Nach Schlackenwalde über Ellenbogen. Auf der Hauptgasse mit Rehbein spazieren. Bergmeister Beschorner kam. Zu ihm ins Haus. Schöne Mineralien besehen. Für und zu Tische auf dem Rathause. Nach Tische mit dem Bergmeister durch den Ort auf die Höhe. Übersicht der Localität des Stockwerks und zurück. Notiz von manchen einbrechenden Fossilien. Abgefahren. Ellenbogen. In der Porcellan-Fabrik Hr. Haidinger12)..."

In diesem Zusammenhang schreibt der Dichter an seinen Sohn August von Goethe: „... Am 25ten, dem ersten völlig schönen Tag, waren wir in Schlackenwalde. Das Zinnwesen, von oben überschauend, all der Zeiten gedenkend und mich in den Gegenstand einrichtend. Der Bergmeister, von früheren Verhältnissen her mir verpflichtet, hatte schöne Sachen zurückgelegt, die er mir anbot. Zu Complettierung unserer Zinnfolgen könnte nichts erwünschter seyn. Nun geht es wieder an ein Steinklopfen. Einige Kasten werden bey Euch ankommen. Mehrere Centner bleiben hier. Auf dem Boden der ‚Drey Mohren' ist abermals eine Vorratskammer angelegt."

Am 8. Januar 1819 schreibt der Dichter an den Mineralogen Karl Cäsar von Leonhard: „... sechs Wochen in Carlsbad mußten meine alte liebevolle Behandlung der böhmischen Gebirge wieder anregen. Die Gegenwart derer Herrn Schweigger, Weiß u.a.m. erhöhten meinen Anteil an diesen Gegenständen. Ein kurzer Aufenthalt in Schlackenwalde und höchst merkwürdige ältere und neuere daselbst gefundene Mineralien, die ich mir zueignen konnte, gaben viele Lust und erfrischten Liebhaberey und Studium. Vom Karpholithen13) besonders gewann ich eine sehr bedeutende Stufe, so wie denn auch die Mannigfaltigkeit meiner früheren Sammlung zur Zinnformation sich gar schön bereichert hat ..."

Ein im Mai 1820 erneut beabsichtigter Besuch beim Bergmeister Beschorner in Schlaggenwald zwecks Erwerb weiterer Funde mußte wegen schlechter Witterung unterbleiben. Ob Goethe den Ausflug im gleichen Jahr noch nachgeholt hat, ist nicht nachweisbar. Der Dichterfürst war damals immerhin bereits 71 Jahre alt.

Auch im folgenden Jahr 1821, als Goethe zur Kur in Marienbad weilte, kam ein Besuch in der Bergstadt nicht mehr zustande, obwohl er in einigen Briefen auf diesen offensichtlich ergiebigen Fundort Bezug nahm und seine Hoffnungen auf die Lieferung weiterer seltener Gesteine durch die Versetzung des Bergmeisters Beschorner nach Pilsen mehr und mehr schwinden sah.

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