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trampelte, rasselte mit Ketten, schlug mit dem Rutenbesen gegen die Tür und versetzte den Nachwuchs mit wildem Geschrei in Angst und Schrecken. Er las den „Ranzn" ihr Sündenregister vor, bis sie Besserung gelobten. Dann griff der Nikolaus ein: „Wollt's be(t)n?" – Die Kinder knieten vor ihm nieder und beteten. Wenn sie sich verhaspelten, half die Mutter nach. Auch der größte Lausnigl stammelte sein Verslein herunter. Dann sprach der weißbärtige Mann ihnen mit verstellter Stimme gut zu und beschenkte sie mit Äpfeln, Nüssen, Pfefferreitern und anderen Süßigkeiten, wenn sie auch ihm versprachen, fortan brav zu sein.
Fragten die Kinder später, woher denn der Nikolaus komme, sagte die Mama, vom Krudum. Das glaubten sie auch, weil sie schon viel Geheimnisvolles über diesen Berg gehört hatten.
In des Jahres dunkelster Zeit feiert die Christenheit die Geburt ihres Herrn Jesus Christus, mit dem das Licht in die Welt kam:
Weihnachten.
In der Adventszeit bereiteten auch wir uns auf dieses große Fest vor. Die Hausfrau brachte ihr Heim auf Hochglanz und kümmerte sich um das leibliche Wohl ihrer Lieben, um Christstollen, Pumpernickel und anderes Weihnachtsgebäck sowie einen schmackhaften Braten. Sie achtete streng darauf, daß über die Feiertage keine Wäsche am Boden (Speicher) hing; denn das konnte Unheil bringen. Die Gemeinde bot am oberen Marktplatz vor der „Broutbänk" Fichten zum Verkauf an. Der Vater suchte einen schönen Christbaum aus, der bei uns auch „Zuckäbaiml" hieß, weil es durchaus üblich war, Back- und Zuckerwaren an die Zweige zu hängen. Auf dem Land sah sich der Bauer im Wald nach einem geeigneten Baum für die große Stube um, während das Gesinde Hof und Scheunen aufräumte und das Vieh im Stall besonders sorgfältig pflegte. Die vertraute Hauskrippe fand mit ihren Figuren wieder den alten Platz. Die Kinder horchten in die Dezembernacht hinaus und warteten sehnsüchtig auf den Heiligen Abend.
An einem Adventssamstag wurde der Weihnachtsmarkt abgehalten, der erst so richtig die Vorfreude auf die weihnachtliche Bescherung weckte. Zu beiden Seiten des Marktplatzes gab es an den Verkaufsständen viel zu sehen: warme Kleidung, Winterschuhe, duftendes Gebäck, wie Pumpernickel und Pfefferkuchen, dazu Christbaumschmuck und natürlich Spielzeug. Brachte das Christkind vielleicht die große „Dock" (Puppe) mit den Schlafaugen, ein „Schwenkpfaa" (Schaukelpferd) oder gar den Eisenbahnzug zum Aufziehen? Was Kinderherzen sich damals so wünschten!
Dann folgten die Wintersonnenwende und der Thomastag (21.12.), dem auch eine Losnacht vorausging. Sie war vor allem von denjenigen gefragt, deren Wünsche in der Andreasnacht unerfüllt geblieben waren.
In einem verschlossenen Zimmer, in dem auch die liebevoll ausgesuchten oder angefertigten Geschenke lagen, wurde der Christbaum „uáputzt" und erhielt mit Leckereien, farbenfrohen Glaskugeln, Glöckchen, viel Lametta und Gold- oder Silberborten prunkvollen Glanz. Ganz oben funkelte eine Spitze aus buntem Zierglas.
Endlich kam der ersehnte Heilige Abend. Die ganze Familie versammelte sich um den großen Tisch in der Stube. An der Tür brannte ein Licht für die Verstorbenen, damit auch die armen Seelen anwesend sein konnten. Nach einem gemeinsam gesprochenen Tischgebet folgte als Höhepunkt das festliche Mahl. Da gab es z.B. Erbsensuppe mit gerösteten Semmelwürfeln, dann Sauerbraten oder gedünsteten Karpfen mit süß-saurer (polnischer) Pfefferkuchensoße. Dörrpflaumenkompott und Selleriesalat reichte man als Beilagen. Der nächste Gang bestand oft aus Apfelstrudel mit Punsch, Christstollen mit Butter, Sirup oder Honig; auch Äpfel und Nüsse durften nicht fehlen. Zum Ausklang tischte die Hausfrau Tee
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