Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
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Domácí zvyky v koloběhu roku

In der Karwoche hatten die Hausfrauen alle Hände voll zu tun beim großen Osterputz, bei dem sie meist auch die Doppelfenster abnahmen. Es war Brauch, die am Gründonnerstag gelegten Hühnereier den Männern zuzuteilen. Die Buben wuschen am frühen Morgen ihr Gesicht in einem klaren Bach, um die Augen gesund zu erhalten. Am Gründonnerstag verstummten die Glocken, „sie flogen nach Rom". Auch die Orgel schwieg, und die Altäre verloren ihren Schmuck. Jetzt übernahmen die Ratschenbuben ihre langersehnte Aufgabe und ersetzten dreimal am Tag das Gebetläuten. Früh, mittags und abends zogen sie in Reih und Glied mit Rumpelkästen, Ratschen und Klappern durch die Gassen und sammelten sich in der Stadt am Marktplatz beim hl. Florian, auf dem Dorf beim Dorfkreuz zum Gebet. Wehe dem, der beim Ratschen nicht den richtigen Takt halten konnte!

In diesen Tagen war das nahende Osterfest auch an der lauten Knallerei zu erkennen. Nun kamen die Schlüssel- und Karbidbüchsen zum Einsatz und verdrängten für kurze Zeit die übliche Bewaffnung mit „Zwiesel" (Gummischleuder) oder „Schindelflint" (Armbrust). Als Schlüsselbüchse diente ein möglichst großer Hohlschlüssel, den man mit Streichholzkappen füllte (lud). Ein Eisenbolzen oder abgesägter, dicker Nagel wurde nachgesteckt und das Ganze an eine Schnur gebunden. Mit einem Hieb auf einen Stein löste der „Kanonier" die Explosion aus. Die Karbidbüchse mußte mit einem Deckel gut verschließbar sein. In den Boden schlug man ein kleines Zündloch. Geladen wurde mit einem haselnußgroßen Stück Karbid, das, mit Speichel angefeuchtet oder mit etwas Wasser benäßt, Azetylengas freisetzte. Nach Verschließen der Büchse und Zuhalten des Zündloches löste nach einer kurzen Reaktionszeit eine Streichholzflamme die Explosion aus. Mit lautem Knall flog der Deckel davon.

In der Osterwoche backten die Mütter goldbraune „Åustålawålå" (Osterlaibchen), auf deren Anschneiden wir Kinder schon sehnsüchtig warteten, weil die Scheiben, mit Butter und Honig bestrichen, unvergleichlich gut schmeckten. Anstelle von Lämmern mußten manche Zicklein ihr Leben für einen zarten Osterbraten lassen.

Am Karfreitag, einem strengen Fasttag, besuchten die Gläubigen das Heilige Grab im Vorbau des Eingangs zur St. Georgskirche und die Kreuzwegandacht. Am Karsamstag früh nach dem letzten Rumpeleinsatz sammelten die Anführer der Ratschenbuben Eier und Geldstücke ein und verteilten sie – meist ehrlich und nicht wie die „Kulmå Raiwå" – an ihre „Untergebenen". Beim „Abgrasen" in fremden Revieren gerieten die Buben oft hart aneinander.

Der Karsamstag leitete das Osterfest ein. „Die Glocken waren gesegnet aus Rom zurückgekehrt", hieß es, und die Orgel erklang wieder. Beim Glockengeläut liefen mancherorts Buben und Mädchen in die Gärten und schüttelten die Bäume, damit sie gute Ernte brächten. Aus dem Bach holte man Wasser, um sich während des Läutens zu waschen. Das sollte vor Krankheiten schützen, die Haut glatt und jung und die Augen gesund erhalten. Gegen Abend wurden Kerzen in die Fenster gestellt, Vereine und Schuljugend versammelten sich in der Kirche. Nach dem ersehnten „Christ ist erstanden" erklangen alle Glocken. Drei Gewehrsalven des Schützenvereins, Paukenschläge, Trommelwirbel und das Handgeläute der Ministranten ertönten, und lautes Böllerknallen leitete zur feierlichen Prozession um die Kirche über. Alle Leute wünschten einander gesegnete Ostern.

Am Ostersonntag weckten drei Böllerschüsse die Bevölkerung. Vom Kirchturm herab erscholl ein Choral. Die Bauern gingen schon früh am Morgen auf die Felder und steckten die am Palmsonntag geweihten Zweige in drei Ecken jedes Feldes. Sie sollten Unheil abwenden und guten Erntesegen bringen. Die vierte Ecke blieb indessen frei, damit, wie man glaubte, hier „der Teufel herauskönne". Danach rief der volle Klang der Osterglocken

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