Schlaggenwald einst kaiserlich freie Bergstadt — Horní Slavkov, kdysi císařské svobodné horní město
/ 464
česky německy obojí klasické zobrazení →
Sken listu 271
Domácí zvyky v koloběhu roku

Mancher Knecht wartete schon ungeduldig auf diesen Tag, an dem er als Dienstbote den Arbeitsplatz wechseln und sich einen besseren suchen konnte. In der Kirche weihte der Geistliche Kerzen, deren Licht vor Unheil schützen sollte. Man zündete sie daheim immer dann an, wenn schwere Unwetter aufzogen, um Haus und Hof vor Blitz- und Hagelschlag zu bewahren. Auch bei ernsthaften Erkrankungen standen sie brennend am Krankenlager und leuchteten als Sterbekerzen am Totenbett. So gilt die Kerzenweihe als Sinnbild für den Sieg des Lichtes über die Macht der Finsternis.

Auf Beobachtung und Erfahrung beruht eine Reihe von Bauern- und Wetterregeln, die sich auf bestimmte Tage im Feber beziehen, z.B. Lichtmeß, St. Blasius mit seinem Segen (3.2.), St. Valentin (14.2.) und Matthias (24.2.). Aus der Fülle von Sinnsprüchen sei hier nur einer genannt:

Das Licht nimmt zu – „zän Thomāstooch ān Hāhnātritt,
's Neiā Gāuhā schu ān gānzn Schritt,
Dreikenichstooch ān Hirschnsprung,
zā Löichtmāß schu ā gānzā Stund."

Nun folgte die

Faschingszeit, die bei uns „d'Foosnāt" (= Fastnacht) oder „die Fasching" hieß.

Der Winter war lang und es schien, als wollten Dunkelheit und Kälte nicht weichen. Da lag es nahe, daß die Menschen durch ihr Verhalten mithelfen wollten, die Finsternis und die bösen Geister des Winters zu vertreiben. Viele kleideten sich in abschreckende Vermummungen und schlugen fürchterlichen Lärm, um die Unholde an der Schwelle zum Frühjahr, zum erwachenden Leben, endlich zu verjagen.

In dieser Zeit der Narretei und der Ausgelassenheit veranstalteten die örtlichen Vereine beim „Ochsen", „Stotz" und „Sacher" ihre Bälle. Am Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag spielten die Kapellen zum Tanz auf. In phantasievollen, meist selbstgeschneiderten Kostümen zeigte sich das närrische Volk in den Gassen, besonders vom „tollen" Donnerstag bis zum Faschingsdienstag. Dabei nahm das lustige Treiben in den Ortschaften recht unterschiedliche Formen an, und manchmal beteiligten sich an der Maskerade fast nur die männlichen Einwohner. So war es gang und gäbe, daß am Faschingssonntag ab Mittag der „tolle Hanswurst" hinter den Kindern herlief und sie vom Peitschenstock nach Würstchen schnappen ließ. Die Maskierten trieben zunächst auf den Gassen allerlei Scherz und Unfug und zogen sich dann in den geschmückten Tanzsaal zurück, um dem Kußwalzer, dem Polsterltanz, der Korbpolka und dem „Egerländer Trifouß" zu frönen. Am Faschingsmontag zogen die Narren erneut maskiert und oft paarweise durch den Ort, hieß es doch, daß an diesem Tag Leute ohne Masken das Jahr über kein Glück hätten.

In Schlaggenwald, wo die Bewohner die Foosnät ebenfalls mit viel urwüchsigem Frohsinn und gesundem Humor zu feiern verstanden, gab es noch eine andere Eigentümlichkeit, nämlich das „Maschkārālaufen". Maskierte – stets mit Gesichtsmasken, „Lārven" genannt – zogen von Wirtshaus zu Wirtshaus, tanzten eine oder zwei Runden und suchten um Mitternacht ihr Wunschlokal auf. Dort stieg die Spannung, wenn die Larven abgenommen wurden. Sie entlud sich in Heiterkeit, aber auch ungewollte Überraschungen oder Eifersüchteleien blieben nicht aus. Nicht selten verkleideten sich junge Burschen als alte Weiber, um sich unerkannt unter die Tanzenden zu mischen und der holden Weiblichkeit zu nähern.

In jedem Jahr sorgte am Faschingsmontag der „Maschkārā-Zug" für ausgelassene Stimmung; er bildete gleichzeitig den Höhepunkt des närrischen Treibens. Mit flotter Marschmusik zog man vom Bahnhof aus durch die Stadt. Bei jedem Wetter standen die

věta pokračuje na dalším listu ⟶

list 271 z 464
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.