Die Zeit des Erzbergbaus
Erster Erzbergbau, der Seifen-Bergbau (Zinnseifen), die Ortsgründung, Straßenverbindung Schlaggenwald-Auerbach
Im Bereich von Schlaggenwald ist der Bergbau auf Silber, Zinn und Kupfer schon in frühester Zeit betrieben worden. In den Anfängen beschränkte er sich vorwiegend auf Zinn und Kupfer. Die Bedeutung des Zinns, das außer im südlichen und nördlichen Erzgebirge, dem nahen Kaiserwald sowie im Fichtelgebirge nur noch in England gewonnen wurde, liegt auf der Hand. Es spielte schon sehr früh eine wichtige Rolle als Legierungsmaterial in Form von Bronze (Zinn und Kupfer), von Weichlot (eine niedrig schmelzende Legierung aus Zinn und Blei) und von Lagermetall (aus Zinn, Kupfer, Blei und Antimon); später wurde es auch als Rostschutz für Eisen in Gestalt von Weißblech und als Gebrauchsmetall für Gegenstände des gehobenen Bedarfs verwendet.
Da im Schlaggenwalder Gebiet Zinn und Kupfer an gleicher Stelle und zu gleicher Zeit vorhanden waren und gewonnen wurden, ergab sich aus beiden zusammen das neue Legierungsmetall „Bronze". Es wies eine genügende Festigkeit und Härte auf und zeigte sich im großen und ganzen als „wetterbeständig". Daraus gefertigte Geräte und Waffen stellten vorzügliche Tauschartikel dar, welche die Handelsleute gegen das begehrte Salz eintauschten. Die „Bronzezeit" war in der Mitte Europas angebrochen, und der Stein mit der Aufschrift „Media Europa", von dem in der Folge (geologische Verhältnisse) die Rede ist, wurde in diesem Gebiet symbolhaft in die Erde gesenkt.
Daß schon die Kelten im Kaiserwald nach Zinn geschürft haben, weist auch Dr. H. Scholz, Leipzig, nach. Dies geht ebenso aus den Sagen der Venetianer hervor, bei denen die Kelten noch „Walen" hießen. Der Unterbau der ehemaligen Niklaskirche, urkundlich schon unter Wenzel II. (13. Jh.) erwähnt, spricht dafür. Er war einer keltischen Wallburg ähnlich und befand sich am Fuße der Krudum-Nordseite. Um die Wende des 19./20. Jhs. zeugten noch „Trümmer" davon; unsere Vorfahren nannten daher die Gegend „Am Niklas". Diese Wallburg (oder Wachtturm) deckte den Salztransport aus Bayern. Seit uralter Zeit erhielt unser Gebiet seinen Bedarf an Salz aus den Gruben von Reichenhall. Der Transport erfolgte über Nürnberg-Eger, längs des Flusses Eger und zwischen den Bergen Krudum und Brennberg in die Gegend des Zinnvorkommens, in der das vielbegehrte Salz ein wichtiger Tauschartikel war. Dieser Salzweg bestand noch nach dem 30jährigen Krieg. An der alten Salzstraße beim Eingang in die Senke zwischen Krudum und Brennberg stand ein Zollhaus in Birndorf und eines in Dreihäuser. Ob auf dem Berg Krudum eine Siedlung bestanden hat, ist nicht nachgewiesen. Seine Oberfläche bot Raum genug und die Höhe eine großartige Aussicht. Für das wertvolle Land war wegen seines Erzreichtums ein Schutz notwendig, denn von den Erzlagerstätten selbst hatte man keine Aussicht in die Ferne. Die Sicherung des zur Bronzeherstellung wichtigen Gebietes gegen feindliche Überfälle erscheint daher wegen seines Zinn- und Kupfervorkommens verständlich. Dazu dienten in alter Zeit die auf der Höhe des Krudums aufgestellten „Lärmstangen".
Namhafte Forscher behaupten, daß die Markomannen und nach ihnen die Langobarden in unserer Gegend gelebt haben und, wie vor ihnen die Kelten, die Gewinnung des Zinn- und Kupfererzes durch Waschen aus dem Sand der Bäche betrieben. Diese Art von Erzwäsche nannte man seit alter Zeit „Verseifen", und der Flurname „Im Seifen" und der Ortsteil „Seifertsgrün" stammen aus dieser Zeit; es sind die ersten bergmännischen Arbeitsstätten und Siedlungsgebiete. Die „Im Seifen" in sehr früher Zeit entstandene Siedlung führt in den Rechnungsbüchern der Stadt noch zu Anfang des 16. Jhs. den Namen
věta pokračuje na dalším listu ⟶
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.
