An meine Krudum-Heimat
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Vánoční dopis z Vídně

Professor aus der hiesigen Gegend sein. Auf meine weitere neugierige Frage, ob etwas daran sei, was der gute Mann da geschrieben habe, erwiederte er treuherzig: Ach woher, gar nichts ist daran, aber die Leute hier sind wie närrisch, wenn einmal was von ihm in der Zeitung steht, er könne das gar nicht begreifen. Ich habe dem Mann, der ein zugewanderter Fremdling war und mir durch seinen Freimut ein heiteres Stündchen verschafft hat, nicht weiter aufgeklärt, aber den närrischen Leuten Elbogens zuliebe später noch hie und da eine kleine Gabe an die Elbogener Zeitung gelangen lassen. Und so bin ich im Nebenberuf auch „deutscher Schriftsteller", wenn auch nicht von allgemein anerkanntem Rufe — siehe obigen Haarkünstler — geworden. Auch heute will ich mir wieder etwas vom Herzen schreiben, und ich gedenke dies mit Gotteshilfe auch in der Folge noch öfter zu tun, wenn auch mein Heutiges ein klein wenig wie eine „letztwillige Verfügung" klingt. Und nun mag nach dieser weitschweifigen Einleitung mein eigentlicher Weihnachtsbrief folgen.

Wien, im Christmonat 1922.

Es soll im lieben Wien schon noch hie und da eine Familie geben, die nicht alles, was sie jahrzehntelang und noch länger als kostbare Schätze behütet, schon verkauft oder in notwendige Lebensmittel verhandelt hat. Auch ich besitze noch so einen Schatz, der mir aber um keinen Preis feil ist, und wenn's noch so bittergrob über mich kommen sollte. Er hängt in meiner guten Stube an der Wand und schaut traulich grüßend auf mich nieder, so oft ich den sehnenden Blick zu ihm erhebe. Es ist ein Bild der Stadt und Burg Elbogen, von der Hand des heimatlichen Künstlers Walter Ditz auf Leinwand gezaubert und ward mir vor vielen Jahren einmal von einem lieben Jugendfreunde auf den Weihnachtstisch gelegt. Ich habe damals, ich schäme mich nicht es zu gestehen, heiße Zähren der Rührung und Freude geweint und noch heute muß ich mir bei längerer Betrachtung des Meisterwerkes hie und da etwas aus dem Auge wischen. — —

Als kleiner Knabe schon, und später als Jüngling noch öfter, bin ich dort oben hoch über den Häusern der Kreuzstraße auf dem „Spitzigen Stein" gesessen und habe

sinnend

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