Elbogen.
Den schwerbeladenen Korb am Rücken, ein flackerndes Laternchen in der einen Hand, den starken Stock in der andern, war unsere gute Milchfrau wie alle Tage so auch heute den nächtlichen Weg gegangen. In dem alten Bergstädtchen Lauterbach lagen sie noch alle in tiefem Schlafe, als sie mit ihrer Milchladung so früh am Morgen die beschwerliche Wanderung antrat. Den Wald hinab zeigte ihr das kleine Laternenlicht notdürftig den Weg, soviel noch im hohen Schnee von ihm zu erkennen war. Schwer atmend unter ihrer Last mußte sie sich mühsam Bahn treten und mit Umsicht gangbare Steige suchen
Heute wäre das brave Weib schon recht gerne bei ihren Kindern daheimgeblieben, will sie ihnen ja doch ein leuchtendes Bäumchen vom Christkindlein bescheren lassen und am Christabend für die kleinen Mäulchen ein leckeres Mahl herrichten, so gut sie es vermag — aber es konnte nicht sein Nun, heute war sie ja noch zeitlicher als alle Tage aufgebrochen, und sie will sich schon recht tummeln um früher als je daheim zu sein.
Inzwischen hat sie den Wald verlassen und es wird auch schon langsam graue Dämmerung, sodaß sie die Laterne im ersten Dorfe, das sie eben durchschreitet, einstellen kann Und hurtig geht es dann weiter auf etwas ausgetreteneren Pfaden durch die Stadt zu. Hier endlich kann sie die schwere Last vom heiß gewordenen Rücken nehmen und etwas verschnaufen, ist ihr heute doch der Atem fast ein wenig zu kurz geworden Jetzt schnell in die Häuser der Stadt zu den alten Kundschaften und Abnehmern, mit den Resten sodann zur Händlerin und ehe sie sich's versehen, ist sie fertig und zur Heimkehr bereit. Nur so im Vorbeigehen einen Teller heiße Suppe beim Hirschenwirt und noch einige Pfefferreiter und rote Zuckerherzen vom alten Mürling, auch das Fläschchen süßen Rosolio's für den heutigen Abend daheim ist nicht vergessen worden und stracks geht es mit den klappernden leeren Milchkannen im Korbe wieder bergwärts der Lauterbacher Heimat zu.
Ja ist ihr heute doch alles so flink von der Hand gegangen und so hofft sie sicher vor Anbruch des Christabends daheim bei den harrenden Kindern zu sein.
Aber zur strengen Winterszeit im Kaiserwald bergan steigen, da heißt's tüchtig dazuschauen und stark sein, auch
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