Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 198
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Vánoční pohádka, nebo veselohra?

Weihnachtsmärchen oder Lustspiel?

In Schlaggenwald wurde gern und oft Theater gespielt. Ich kann mich noch gut erinnern und denke oft daran.

Eine solche Theateraufführung fällt mir immer ein, wenn die Weihnachtszeit naht, und davon möchte ich einmal erzählen.

Es dürfte 1933 gewesen sein, bei „Sacher" sollte ein Weihnachtsmärchen aufgeführt werden. Zuerst war auf der Bühne ein Märchenwald zu sehen, mit Stauden und Bäumen, daran hingen lauter gute Sachen. Kekse, Schokolade, Äpfel, Nüsse und so weiter. In diesem Wald hatten sich Hänsel und Gretel zu verirren und sollten laut ihrer Rolle reden, weinen und sich fürchten, wie es auch im Märchen der Fall ist. Nur in Grimm's Geschichte hingen keine guten Sachen an den Stauden, auf der Bühne aber schon, und statt zu reden fingen Hänsel und Gretel zu essen an. Sie hatten dauernd den Mund voll. Ab und zu hörte man einen Brummer, wenn einer der beiden wieder etwas besonders Gutes entdeckt hatte. Zuerst war es im Saal ganz ruhig, doch, als man die Stimme des Regisseurs immer lauter hörte — er gab die Stichwörter — und Hänsel und Gretel sich nicht stören ließen, da ging im Sacher-Saal ein Gelächter los und wurde immer lauter, bis man sein eigenes Wort nicht mehr verstand.

Wir kamen erst später zu unserem Auftritt und standen hinter den Kulissen; daher konnten wir alles aus nächster Nähe mit verfolgen. Ich weiß leider nicht mehr, wer der Leiter des Ganzen war. Doch ich sehe heute noch den Mann hinter der Bühne. Der Schweiß rann ihm nur so runter, die Haare hatte er sich zerrauft, und er war total erledigt. Es sollte noch nicht zu Ende sein mit der Aufregung für ihn.

Im nächsten Bild war auf der Bühne eine Küche mit großem Backofen aufgebaut, und zwar war es die himmlische „Küche". Küchenchef war der Nikolaus und als Küchengehilfen waren Pat und Paterchon ausersehen. Ich war der kleine Dicke der beiden. Mein Bauch war ausgestopft mit einem Polster, darüber eine weiße Schürze, und am Kopf trug ich eine Kochhaube.

Der Weihnachtsmann kam in die Küche und mußte schimpfen, weil die faulen Gehilfen noch nichts getan hatten, nicht einmal den Backofen angeheizt. Als er dann sagte: „Wo stecken schon wieder die faulen Gesellen?" waren wir an der Reihe und hatten zu erscheinen.

Der lange P. sagte: „Hier das Holz", dann ich „und hier die Kohlen", dann der Weihnachtsmann: „Euch sol! doch gleich der Teufel holen."

Bei der Generalprobe klappte alles tadellos, doch durch den Spaß mit Hänsel und Gretel waren wir ganz aus dem Konzept gekommen. Kurzum, ich stolperte über die Kulissen und fiel der Länge nach auf die Bühne. Die Kohlen rollten bis auf die andere Seite hinüber. Als ich aufstand, war nicht nur meine Kappe sondern auch mein Bauch — sprich Polster — verrutscht. Ich hatte den Bauch buchstäblich auf den Knien. Was blieb mir übrig, als die Hose aufzumachen und zu versuchen diesen wieder herzurichten.

Ich sah den Leiter mit den Händen fuchteln, doch ich verstand nicht, was er meinte. Ich hätte das Ganze nicht in der Öffentlichkeit, sondern hinter der Bühne wieder in Ordnung bringen sollen. Mein Partner rannte auf der Bühne herum und suchte die Kohlen zusammen. Der Weihnachtsmann hustete und hustete; wir dachten schon, er würde ersticken. Hinterher erfuhren wir von ihm, daß er wirklich fast erstickt wäre. Er hatte vor lauter Lachen den Wattebart in den Mund bekommen.

Endlich ging es weiter, und als der Weihnachtsmann uns mit dem Teufel drohte, kam aus dem Backofen wirklich ein Teufel heraus. Dieser wollte einmal den Himmel sehen. Es war ein schöner Teufel, mit schwarzem Trikot, Hörnern und Schwanz. Auf Befehl des Weihnachtsmannes mußten wir diesen Schwarzen aus der himmlischen Küche vertreiben. Das taten wir auch, doch zog ich den Teufel zu fest am Schwanz und habe diesen halb abgerissen. Nun ging der Wirbel im Publikum erst recht wieder los; denn bei jedem Sprung rann ein Teil der Sägespäne aus, die im Schwanz enthalten waren. Man kann sich vorstellen, wie dieser immer schmäler wurde und staubte. Später sollten wir noch des Teufels Großmutter mit Watteschneebällen vertreiben. Händeringend bat uns der Leiter wirklich nur mit diesen

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