Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 197
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Řemesla a obchody v našem starém horním městě

Handwerk und Geschäfte in unserer alten Bergstadt

Die Fleischhauer und Selcher in der alten Heimat sollten uns noch in besonderer Erinnerung sein. Haben sie doch so manche Spezialität für die Bevölkerung bereitgehalten. Es gab bei uns keine Metzger, sondern die Fleischerbetriebe.

Auf der Oberen Gasse war die Fleischerei Oskar Hans, Postwirt. In der Wirtschaft „Stadt Wien" war auch ein Fleischereibetrieb gewesen. Aber die Pächter konnten die Fleischerei nicht erhalten. In der Hauptstraße hatte die Familie Emil Reif eine gutgehende Fleischerei. Am Zehntplatz befand sich der Fleischereibetrieb der Familie Dietrich.

In der Hauptstraße war zu meiner Schulzeit die Fleischerei mit Gasthaus Gareis.

In einer der „Budiken", hatte Fleischermeister Schröck seinen Laden.

Der Konsum hatte einen extra Fleischerladen, den Landsmann Apel führte.

Bei der Mädchenschule hatte die Familie Steinbach das Fleischergeschäft mit Gasthaus „Zum Hirschen".

Am alten Markt hatte der Fleischer Markgraf ein Geschäft eingerichtet.

Neben der Konditorei Reif war die Fleischerei (Gfellerer), sie wurde nicht mehr betrieben.

Am Marktplatz waren der allseits bekannte Fleischermeister Wirlitsch beheimatet. Schon ganz modern mit Kühlanlage. Etwas weiter war die Fleischerei Hess.

In der Neustadt hatte sich der Gareis-Schorsch niedergelassen. Im „Fabriks-Hotel" befand sich die Fleischerei Fliegl.

Ich denke keinen vergessen zu haben. Halt, doch, Ott Josef, Ehegatte der Sandig Lois, er hatte in einer Saisonzeit in der Bräuhausgasse ganz kurz gefleischert.

Bestimmt können sich noch einige Landsleute an die gute Wurst erinnern, die unsere Fleischermeister fertigten. Besonders die Braunschweiger war eine sehr begehrte Wurstsorte. Dann gab es noch die „Prager Knacker", die man in allen Geschäften lagerte. „Prager Schinken" war nicht begehrt, denn so bemittelt war man damals nicht, aber gekannt dürften wir ihn wohl haben. Sind doch viele Landsleute in Karlsbad gewesen, dort konnte man den Schinken in jedem Geschäft bekommen.

Bäckereien gab es auch reichlich in unserer Stadt. Was haben diese doch für gute Backwaren hergestellt. Die großen und kleinen Semmeln. Da waren es besonders die Geflochtenen (Zöpfl), die mit Mohn bestreut waren, die Hörnchen („Kipferln" nannten sie die sich höher gestellt fühlenden Käufer), die Sternsemmeln, die Weckelchen u. v. m. Zur Faschingszeit trugen die Brezelmänner dieses Gebäck in die Gaststätten. Wo gibt es heute hier noch solche Ware? Wer macht sich noch eine solche Arbeit? Es gibt nur Brötchen genormt und ohne Zeitaufwand. Höchstens in Österreich kann man solche Backwaren noch bekommen, wie einst in unserer alten Heimat.

Am alten Markt war die Bäckerei Kolb, dort gab es sehr gute Semmeln und gutes Brot.

Ebenfalls am alten Markt hatte der Bäckermeister Stöhr sein Geschäft. Da erinnere ich mich ganz besonders an die Festtage in Schlaggenwald, denn von dort wurden die großen, runden Kuchenbleche heimgebracht, und in dem großen Vorraum des Backofens, da wußte man oft nicht wo man hintreten sollte, alle Kuchen waren mit Powidl, Streußel und Quark belegt.

Es gab früher noch einen Bäcker - die Waldert-Familie. Wahrscheinlich haben sie aus Altersgründen das Handwerk aufgegeben. Das Anwesen befand sich neben der Bleidel-Seifensiederei.

Am Markt hatte Bäckermeister Weidl ein schönes Geschäft und in der Nähe der Mädchenschule hatte die Familie Geier ihren Verkaufsladen. Vormals gehörte dieses Anwesen dem Alois Stengl und seiner Gattin. In der Neustadt befand sich die Bäckerei Alb. Davon kann ich nicht viel berichten.

Am oberen Graben hatte die Familie Gareis ihre Bäckerei. Da war es an den Festtagen genau so wie bereits geschildert, alles war voll ausgelastet mit den runden Kuchenblechen. Vergessen soll auch das „Stollenbacken" nicht sein.

Am Fußlplatz war die Bäckerei Josef Kühnhackl. Da weiß ich, daß dieser ganz besonders gute Faschingsbrezeln gebacken hat. An der Hauptstraße war die Bäckerei Krebs.

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