SOZIALES
Sprechstunde für Aussiedler und Sozialprobleme
Ab September 1989 führt der Hauptsachbearbeiter für Aussiedler und Soziales bei der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Lm. Franz N. Pany, jeden 1. Montag im Monat nachmittags eine Sprechstunde für ratsuchende Landsleute durch.
Jeder, der soziales Anliegen (Rente, Lastenausgleich, Miete, u. a.) hat und insbesondere jeder Aussiedler, der Hilfe bei seiner Eingliederung sucht, kann sich an Lm. Pany wenden.
Im Jahr 1989 findet die Sprechstunde an folgenden Tagen statt: Montag, 4. Sept., 2. Okt., 6. Nov., 4. Dez., jeweils von 14.00 - 16.00 Uhr im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, 8000 München 80, 3. Stock, Zimmer Nr. 322 (Tel. 089-480003-61).
Patenschaften für Aus- und Übersiedler
1989 werden über 400.000 Aus- und Übersiedler in der Bundesrepublik Deutschland erwartet. Ihr Kommen ist eine bis heute reichende Folge des Zweiten Weltkrieges. Diesen Menschen Heimat und persönliche Wärme zu geben, sie in unsere Gemeinschaft zu integrieren, ihnen dabei aber die Möglichkeit für die Wahrung ihrer Würde, Identität und ihres kulturellen Erbes zu lassen, ist nicht nur eine verpflichtende Aufgabe für den Staat, sondern auch wir, die wir schon 1945 die Heimat verloren und uns mittlerweile sozial gefestigt haben, sind zur aktiven Mithilfe aufgerufen. Wer kann sich besser in die Probleme und Ängste eines ausgesiedelten Menschen hineinversetzen als der, der dieselben Erfahrungen schon am eigenen Leib gemacht hat?
So wie ein Taufpate als Garant der seelischen Entwicklung des in die Gemeinschaft wachsenden Menschen, verbunden mit materieller Hilfe, sollten auch die Vertriebenen den neu zu uns kommenden Menschen individuelle Hilfestellung durch die Übernahme von Patenschaften über einzelne Aus- und Übersiedlerfamilien geben.
Denn gerade unter Landsleuten wird eine wirkliche Integration der Aus- und Übersiedler gewährleistet. Wo können die Aus- und Übersiedler sonst besser ihr kulturelles Erbe bewahren als unter Gleichgesinnten. Darüber hinaus können sie auch neue Sitten und Gebräuche in unser Leben einbringen. Viele werden nun sagen: „Ich würde eine Patenschaft übernehmen, nur, wie soll ich das anfangen?"
Die Möglichkeiten, einer Patenschaft Inhalt und Leben zu verleihen, sind mannigfaltig. Dem Ideenreichtum sind keine Grenzen gesetzt. Nicht der finanzielle Aufwand ist entscheidend für die Intensität und Wirksamkeit eines Patenschaftsverhältnisses. Wichtig ist nur, daß sich der Pate seines Schützlings annimmt, Verständnis entgegenbringt, ihm Wärme und das Gefühl der Gemeinschaft gibt. Dies kann durch Einladungen zum Essen in die Patenfamilie geschehen, durch gemeinsame Freizeitgestaltung, durch Lernhilfe für die Kinder und vieles andere mehr. Allen Aktivitäten ist aber eines gemeinsam: Sie sollten mittels liebenswürdiger Gesten die Verbundenheit mit dem Patenkind zum Ausdruck bringen.
Landsleute, die an der Übernahme einer Patenschaft über Aus- und Übersiedler interessiert sind, melden sich bitte bei dem Aussiedlerbetreuer der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Franz N. Pany, Hochstraße 8, 8000 München 80, Telefon 089/480003-61.
Verleger, Herausgeber, verantwortlicher Schriftleiter: Richard Brummeissl, 8756 Kahl am Main, Seligenstädter Weg 60, Tel. (06188) 2359 — Postscheckamt 1, 6000 Frankfurt/Main, Konto-Nr. 3271 95-609, Preis je Stück 2,50 DM. — Herstellung: Druckerei Kolb, 8757 Karlstein/Main, Postfach 11 45.
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