Liebe Landsleute!
Liebe Landsleute!
Zuerst möchte ich allen Spendern für den Fortbestand des Heimatbriefes wieder herzlichen Dank sagen. Allen Landsleuten, die mit heimatlichen Beiträgen unsere Gedanken immer wieder an die zwangsweise verlassene Heimat erinnern, möchte ich ein „Dankeschön" aussprechen. Wir, die wir einst dort gelebt haben, werden bis ans Lebensende unsere Orte nicht vergessen, auch wenn es uns hier noch so gut geht. Für uns ist das heute hier auch keine echte Heimat geworden. Es fehlt das Fleckchen, wo es ein echtes „Daheim" gibt. Die Winkel der Orte, das Streifen über die Fluren mit den alten zutreffenden Bezeichnungen, all das bleibt uns unvergessen!
Leider radierte man Orte und Benennungen aus. Man ersetzte die Jahrhunderte bestandenen deutschen Namen mit slawischen Bezeichnungen. Man besiedelte die alte Heimat mit Fremden, aber Fortschritt und Wohlstand bleibt ihnen versagt. Hilfesuchend wenden sich die jetzt dort Regierenden an das Volk, das sie am meisten hassen. Wir haben solche Gefühle Jahrhunderte gespürt und 1945 kamen diese hart zum Durchbruch.
Die Hussitenzeit dürfte nicht schlimmer gewesen sein, damals wurde nur keine Austreibung an der deutschen Bevölkerung betrieben. Trotzdem dürften auch in jener Zeit viele Deutsche das Land Böhmen verlassen haben. —
Man redet hier bei uns viel von Versöhnung. Dieses Wort Versöhnung soll eine milde Geste sein, um damit die Unsummen verschleiern zu können, die aufgewendet werden, zur Unterstützung der kommunistischen Systeme. Bisher wurde noch nie ein Wort von unseren Regierenden an jene verloren, die einmal das große Unrecht auch uns Ostdeutschen zugefügt haben. Wenn man es täte, würde angeblich die eingeleitete Ostpolitik gestört. Man kuscht und nimmt die Steuergelder zur Unterstützung der Bankroteure, denn solche sind es. Sie haben es in beinahe 50 Jahren nicht fertiggebracht den Wohlstand ihrer Völker, wie es die „Internationale" versprach, zu schaffen. Nun steht Polen bittend — nein fordernd — vor dem Tor. Unser Bundespräsident Weizsäcker wird schon das richtige Geschenk im Gepäck für Polen bei seiner am 1.9. d.J. geplanten Reise nach dorthin vorgesehen haben. Auch Bundeskanzler Kohl wird abermals die richtige Packung mitbringen. Vergessen sind die 10 Millionen Vertriebenen aus diesen Gebieten, vergessen ist, daß uns ein Stück deutsches Land geraubt wurde, und die dort einst lebenden Menschen um ihr Hab und Gut gebracht worden sind. Gottes Walten ist sichtbar. Wir einst Verdammten sind nun zum Wohltäter für die, die uns verdammten, geworden. Wir werden wieder den Neid erregen, weil der scheinbare Wohlstand täuscht. Das Hinausposaunen „wir sind das reichste Land" — wie oft zu hören ist, wird uns den Ruin viel früher eintragen, als man es wahrhaben will. Noch ist es nicht gelungen 2,2 Millionen Arbeitslose (wohlgemerkt deutsche Menschen) wieder in Lohn und Arbeit zu bringen. Wie sollen die vielen einwandernden Menschen bei uns Arbeit finden? Kommen die meisten doch ohne genügende Ausbildung hierher. Welche Unsummen für diese Menschen aufgewendet werden müssen, können wir einfachen Leute gar nicht ermessen. Die Zukunft wird es lehren, ob unser kleines Land noch lange dem Ansturm der Polen, Jugoslawen, Türken u.a. standhalten kann. —
Seit die „Republikaner" in Erscheinung getreten sind, scheint man in Bonn aus dem Schlaf erwacht zu sein. Plötzlich kann man große Gemeinsamkeit zwischen Regierung und Opposition erkennen. Ja man wäre sogar bereit eine große Koalition zu bilden, falls die Wahlergebnisse sich grundlegend verändern sollten. Plötzlich erkennt man die Fehler, die in der Politik gemacht worden sind. Da werden auf einmal Gesetze wieder aufgehoben, die dem Volk Lasten aufgebürdet haben. Da braucht man plötzlich die Quellensteuer nicht mehr, und die jungen Bundesbürger müssen auch als Soldaten nicht länger dienen. Bald wird auch Minister Blüm etwas von der Reform der Kranken- und Renten-Versicherung streichen? Und in der Umwelt wird sich etwas mehr regen. Da mußte vorher ebenfalls eine kommunistisch angehauchte Partei auftreten und auf die gewaltigen Naturschäden in der Öffentlichkeit hinweisen. Vorher hat keiner der regierenden Parteien sehr viel diesbezüglich getan. —
Jetzt ist das Hauptthema der Regierenden auf das Haus „Europa" gerichtet. Man beschreibt es in den rosigsten Formen. Wir Deutsche sind so sehr geliebt, daß man uns gerne vernichtet
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