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der Gaststube stand ein elektrisches Klavier. Es hatte einen sehr guten Klang. In der Faschingszeit spielte es zum Tanz auf.
16. „Zum Kassecker", es wurde aufgelassen. Der Konsumverein war Eigentümer geworden und hatte dort seine Niederlassung in Schlaggenwald. Vormals gehörte dieses Anwesen der Familie Willander. Daran werden sich die jetzigen Landsleute wohl nicht mehr erinnern können.
17. Gasthaus „Rathaus" (aufgelassen in den 20ger Jahren), wurde zuletzt von der Familie Kern bewirtschaftet. Es war die Gaststätte der Senioren von Schlaggenwald.
18. „Der alte Vizenz". Das Gasthaus befand sich in dem Haus, wo Richard Weidl seinen Friseurbetrieb hatte und der Uhrmacher Anton Putz die Werkstatt betrieb. Nach dem Weltkrieg aufgegeben.
19. Das sogenannte „Scharfe Eck". Es gehörte dem Gustl Reif, später seiner Witwe. Betrieben wurde es von der Familie Eduard Kühnl. Dieser war ein guter Wirt und hatte seine Stammgäste.
20. „Die Gluckhenn", bekannt unter Müller. Es war das Deutsche Turnerheim-Lokal. Im Obergeschoß befand sich ein größerer Saal. Zuletzt haben es Josef und Fanny Müller bewirtschaftet. Diese Gaststätte hatte regen Zuspruch. Einstige Turnerinnen und Turner werden sich noch gerne an die Zeiten erinnern.
21. „Die Veranda", wurde aufgelassen. Später errichtete man dort die Evangelische Kirche.
22. Hotel „Roter Ochsen". Dieses Gebäude gehörte Willi Reif in Nallesgrün, das ihm bei der Erbteilung zugefallen war. Das dort drinnen befindliche Kino gehörte Frau Reitmann, die uns allen noch sehr gut in Erinnerung sein wird. Hatte sie sich stets bemüht sehr gute Filme zu bekommen und uns dann vorgeführt. Die Gaststätte wurde zuletzt von der Familie Otto bewirtschaftet. In der Küche befand sich ein besonders schöner Winkel, in dem man sehr gemütliche Stunden erleben konnte. Wer dort einmal verweilte, kam immer gerne zurück. Besonders dürften sich noch manche an die Frau Hahn als „Ochsenwirtin" erinnern.
23. Gasthaus „Zur Krone". Die Gaststätte gehörte der Familie Petpaul und wurde von ihr bewirtschaftet. Auch dort ging es stets lustig zu, denn es gab eine Tanzfläche, und bis zum mittleren Alter waren die sich gerne im Tanze bewegenden anzutreffen. Gemütlich war es immer dort. In der Küche fanden sich meistens die Kartenspieler ein. Schön warm war es in dem gewölbten Raum. Einen ausgezeichneten schwarzen Kaffee braute Frau Petpaul oft in vorgerückter Morgenstunde.
24. Das „Wiesenthal" war ein sehr schönes Ausflugslokal. Ich meine, es wurde von einer Familie Schneider betrieben. Dort wurden in meiner Jugend die Maibaumfeiern vom Arbeiterverein veranstaltet. Dort sah ich auch den ersten „Charleston-Tanz". Er gefiel mir sehr wegen des Rhythmus. So modern waren wir schon Ende der 20er Jahre.
25. Gasthaus „Fliegl" (Fabrikshotel) — ein gutes Speiselokal für die Gäste der Porzellanfabrik. Familie Fliegl bewirtschaftete es.
26. „Die Haltestelle", hatte verschiedene Pächter.
27. Gasthaus „Brandl". Ein besonders von Fuhrleuten geschätzter Einkehrort. Immer konnte man die Fuhrwerke dort abgestellt sehen. Die Familie Brandl war Eigentümer und Bewirtschafter.
Ich hoffe, daß ich keine Gaststätte vergessen habe. Auch meine ich nicht alles genau berichtet zu haben. Nur aus der Erinnerung und aus einstigen Übermittlungen nach den vielen vergangenen Jahren niedergeschrieben.
Nach dem Ersten Weltkrieg im Jahre 1918 war im ehemaligen Fleischerladen des Fleischermeisters Wirlitsch am Markt ein „Café" eingerichtet worden. Es bestand aber nur kurze Zeit.
Im Kaufmannshaus Schmidt hatte Herr Schmidt eine kleine „Weinstube" eröffnet. Nur Kenner eines guten Tropfens und gut Eingeweihte kehrten dort ein.
An Gastfreundlichkeit hat es in unserem Schlaggenwald nicht gefehlt.
Richard Brummeissl
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