Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 196
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Práh dveří

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wir mit dem heißen Getränk unsere Glieder warm. Sicher würde man heute eine solche Situation makaber und respektlos bezeichnen, aber damals war es auf dem Lande noch üblich, daß Verstorbene so lange zur Gemeinschaft der Lebenden gehörten, so lange sie noch im Hause waren. Auch für mich war das alles ganz selbstverständlich. Interessiert schaute ich den Trauergästen zu, wie sie mit ihren schweren Stiefeln über die Schwelle schlurften, wie sie mit Weihwasser spritzten und Kreuzzeichen machten, wie sie schleppend um den Sarg gingen, und wie dankbar sie den Tee mit Rum genießen konnten. Bevor der Sarg zugenagelt wurde, nahmen die Angehörigen endgültig Abschied von ihrer Weinhart-Großmutter. Nachher wurde sie hinaus und über den Trittstein getragen. Erst jetzt gehörte sie nicht mehr in die Gemeinschaft der Lebenden.

Beim langsamen Takt der Trauermusik fuhr man sie hinauf zur Gfeller Höhe und weiter nach Schlaggenwald auf den Friedhof. Eine Weile schaute ich hinterher. Mitgehen durfte ich nicht, denn Mama hatte Angst, ich könnte mich erkälten und Angina bekommen. So wartete ich am warmen Ofen in Großmutters Stübchen, bis sie zurückkam und mich zum Leichenschmaus holte. Wo dieser stattfand, — ob beim Klement oder im Schusterwirtshaus, das kann ich heute nicht mehr sagen. Ich weiß nur noch, daß das Gedränge groß war, daß viel gegessen und getrunken wurde, daß Tabakrauch an der Decke hing und Bierdunst in alle Ecken quoll. Dabei wurde über Feldbestellung, Vieh, Jagd, Heiraten, Kinderkriegen und Sparkassenbücher gesprochen, außerdem ein wenig Tratsch gepflegt. Die Köpfe wurden rot und röter, die Stimmen laut und lauter, bis schließlich jemand rief, daß es Zeit zum Füttern sei. Noch einmal wurde allseits bestätigt, daß die Weinhart-Großmutter nun überstanden habe, was wir alle noch vor uns hätten. Und dann war der Saal bald leer. Manch einer war mühsam zur Tür heraus geschwankt. Auf dem Heimweg ging der Weinhart-Großvater vor uns. Schleppend schleifte er seine Schritte über die Dorfstraße. Er sollte der Letzte werden, den man über Onkel Franzens Trittstein trug.

Am traurigsten wird es wohl gewesen sein, als Onkel Franz und Tante Agnes beim Trittstein von der Heimat Abschied nehmen mußten. Nach vielen Jahren schwerer Arbeit waren auch sie Vertriebene geworden. —

Ich glaube nicht, daß ich noch einmal zu ihrem Trittstein kommen werde. Das Bild der Heimat, wo ganze Dörfer zu Ruinenstätten verfallen, wo Berge abgetragen und Täler zugeschüttet werden, wo Wälder siechen und sterben, wo Kirchen fallen und der Herrgott keinen Platz findet, dieses Bild kann ich nicht mehr anschauen. Vielleicht wird Onkel Franzens Trittstein eines Tages wieder vor einer grüngestrichenen Haustüre liegen dürfen, trotzdem wird es nie wieder so werden können, wie es einmal war . . .

Hermine Walter geb. Palm

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Životní cesta (báseň Otto Zerlika)

Der Lebensweg

Der Lebensweg

A jedan gült a Steigl,
des oft recht seltsåm gäiht;
gwiß bleibt, daß d' Welt zwegn deina
koa(n) Stündl stülla stäiht.

Da Mensch wåiß um sein Asgång,
doch niat wöi er hoimkinnt,
wao er sa(n) Zül, sa(n) Klecking,
zan sterbn a Fleckl findt.

A jedan gült des Stün(d)l,
des no der OINA wåiß; —
drüm åcht schäi(n) af da(n) Steigl,
blei(b) jå in rechtn Glåis.

Otto Zerlik

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