Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 195
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Velikonoční pozdrav a úvahy krajana Richarda Brummeissla

Liebe Landsleute!

Allen Lesern unseres Heimatbriefes wünschen wir ein frohes Osterfest! Endlich ist die Dunkelheit des Abends und des Morgens vorbei. Der Frühling hat seinen Einzug gehalten. Da bleibt nur zu hoffen, daß er seinem Namen gerecht wird und uns mit Sonnenschein erfreuen möge. Die Sonnenwärme gibt uns Lebensfreude, und die haben wir alle nötig.

Die Osterzeit war einst in unserer Heimat ein anderes Erleben als es heute hier gestaltet wird. Da waren vor allem die Ratschen- und Rumpelbuben. Es war besonders eindrucksvoll, wenn sie in unserem Ort vor den aufgestellten Heiligen zum Ave Maria niederknieten und beteten. Wer war da nicht dabei andächtig gewesen? Jeder Stadtteil hatte seine Buben. Wehe es drang da ein anderer in den abgegrenzten Bezirk ein. Da gab es beim Einsammeln der Gaben, bei den Bewohnern, heftige Auseinandersetzungen und auch sogar Prügel. Aber das kam nur selten vor. Jeder Vorsprechende bekam sein Scherflein. Wer erinnert sich noch an die Verteilung, die stets der Hauptmann der Gruppe vorgenommen hatte, aber es ging ehrlich zu. Wo ist dieser schöne Brauch geblieben? Öd und leer ist es heute dort, wo wir einst unser Daheim gehabt haben. Verfallen sind die Plätze und Gassen. Für viele Landsleute, die manchmal die Sehnsucht nach dem einstigen Daheim plagt und dorthin reisen, ist der Anblick entsetzlich, und enttäuscht kehren sie zurück. Sie stellen fest, daß die wenigen zurückgebliebenen Landsleute bereits eine andere Lebensform angenommen haben. Die Vermischung mit dem zugereisten fremden Volk ist in den mehr als 40 Jahren stark fortgeschritten. Die Heimat gibt es für uns nicht mehr. —

Bestimmt haben wir älteren Landsleute auch der Faschingszeit gedacht, die wir daheim erlebten. Das Treiben der Wirtshausmaschkerer, zu denen ich mich gerne rechnete, ist unvergeßlich. Fröhlich und toll waren diese Abende und Nächte. Man läßt dieses Geschehen gerne in Gedanken vorüber ziehen und erlebt in der Erinnerung nochmals die damaligen Ereignisse. Man sieht die Altweiberlarven, hinter denen sich aber ein hübsches junges Mädchengesicht verbarg. Als Maskierter hat man stets die ratenden Gesichter der Maschkererschar beobachtet. Meistens erkannte man den Maskierten schon an seiner Haltung. Wer es nicht verstand sich zu verstellen, der wurde mit einem Hallo begrüßt. Heute gibt es keine so fröhlichen Veranstaltungen mehr. Die Faschingsbälle werden von der Jugend gemieden. Die Vereine sind nicht mehr in der Lage derartige Veranstaltungen zu arrangieren, weil die Unkosten nicht gedeckt werden können. Die Diskotheken und das Fernsehen halten die Menschen ab. Die echte Freude ist abhandengekommen. Allenthalben kann man nur das Kontingent des genossenen Alkohols feststellen, was jedoch keine Fröhlichkeit bezeugt. So ändern sich die Zeiten und die Menschen. —

Allen Spendern für den Fortbestand des Heimatbriefes gilt ein herzliches „Vergelts Gott". Allen Einsendern von Beiträgen sagen wir dankeschön. Besonders danken wir Lm. Walter Zeidler, der uns immer die Bebilderung sichert. —

Ein Heimatbuch ist im Entstehen. Bitte bezeugt Euere Unterstützung. Lm. Tauber und seine Mitarbeiter geben sich große Mühe. Lest bitte die Beiträge aufmerksam. Im letzten Heimatbrief sollte der Vordruck die Abnahme des Heimatbuches bestätigen. Die heutige Beilage gilt dem Beitritt zum Heimat- und Geschichtsverein Schlaggenwald. Diese Erklärung ist an Lm. Franz Hofmann, Kornbergstr. 6 in 8572 Auerbach zu schicken. Der Monatsbeitrag ist 1,— DM, im Jahr 12,— DM. Mit dem Beitrag sollen die evtl. Unkosten gedeckt werden. Ich hoffe viele Landsleute werden den geringen Beitrag für diese gute Sache aufbringen.—

Besonders möchte ich auf die große 650-Jahrfeier der Patenstadt Auerbach hinweisen. Es wird 13 Tage lang vom 1. bis 13. 6. gefeiert. Wir Schlaggenwalder wollen uns am 10. 6. im dortigen Kolpingsaal ab 14 Uhr einfinden. Bitte besorgt Euch Trachten, damit wir mit einer ansehnlichen Zahl an dem Festzug teilnehmen können. Wir wollen nicht hintenanstehen, wenn andere Fremdteilnehmer sich zeigen. Letztendlich sind wir es der Patenstadt und ganz besonders unserem Schirmherrn, dem 1. Bgm. Hanni Haberberger, schuldig. Ich hoffe diesen Aufruf nicht umsonst getan zu haben. Auf, am 10. 6. nach Auerbach! —

Zu den Weihnachtstagen hat meine Frau 5 Pakete verpackt und an alte Landsleute in die DDR geschickt. Die Dankschreiben habe ich an Franz Hofmann zur Kontrolle abgesandt. Es

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