Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 195
/ 32
česky německy obojí klasické zobrazení →
Sken listu 14
Masaryk a sudetští Němci

⟵ věta pokračuje z předchozího listu

heute nicht sinnvoll erscheinen, aber sie hätte sich nicht katastrophal auswirken müssen, wenn eine Reihe grundsätzlicher Fehler, z. B. die Errichtung von hohen Zollmauern, vermieden worden wäre.

Vor allem ist es jedoch mit Masaryks Streben nach Wahrheit nicht zu vereinbaren, daß der neue Staat auf einem Fundament von Unwahrheiten errichtet wurde. Da war zuerst die Unwahrheit vom Nationalstaat. Die Tschechoslowakei wurde als Nationalstaat deklariert, war jedoch ein Nationalitätenstaat, worin die Tschechen weniger als 50 Prozent der Bevölkerung ausmachten. Dann war die Unwahrheit vom tschechoslowakischen Volk: Ein solches Volk gab es nicht, der Begriff wurde künstlich geschaffen. Die Slowaken hatten in ihrer tausendjährigen Geschichte eine separate Existenz geführt, sie waren keine Tschechen und fühlten sich nicht als solche. Ihre Sprache und Kultur sind anders. Der Begriff „Tschechoslowaken" sollte dem Zweck dienen, den tschechischen Anspruch auf ein größeres Territorium zu untermauern. Schon in dem Namen des neuen Staates war daher eine Lüge enthalten. Der Pittsburgher Vertrag, worin den Slowaken Autonomie zugesichert worden war, wurde von den tschechischen Staatsführern nicht eingehalten, ebensowenig wie das bei der Friedenskonferenz abgegebene Versprechen, aus der Tschechoslowakei eine „zweite Schweiz" zu machen, womit gemeint war, daß alle Volksgruppen darin gleichberechtigt sein würden.

Aus dem Begriff „Nationalstaat" ergab sich das Konzept vom „tschechoslowakischen Staatsvolk" und in logischer Konsequenz die Einstufung aller anderen Volksgruppen als „Minderheiten". Darunter waren auch die dreieinhalb Millionen Sudetendeutschen, deren Zahl von Masaryks engstem Mitarbeiter Beneš bei der Friedenskonferenz als beträchtlich niedriger angegeben wurde mit dem Zusatz, daß viele von ihnen germanisierte Tschechen seien. Das war eine weitere Unwahrheit. Daß die Minderheiten von der Teilnahme an der verfassungsgebenden Nationalversammlung ausgeschlossen waren, widerspiegelt die Tatsache, daß sie in dem neuen Staat zu Bürgern zweiter Klasse degradiert wurden.

Ein fundamentaler Widerspruch war auch, daß in den böhmischen Ländern die ethnischen Gegebenheiten zugunsten der Geographie (natürliche Grenzen) und der Geschichte ignoriert wurden — Böhmen kann man nicht teilen, weil es nie geteilt war — während es im Falle der Slowakei genau umgekehrt war: Die natürlichen Grenzen und die tausendjährige Geschichte des Königreichs Ungarn wurden im Namen der ethnischen Gegebenheiten ignoriert und Ungarn wurde geteilt, wobei obendrein eine dreiviertel Million Ungarn zur Tschechoslowakei kamen, selbstverständlich ohne gefragt zu werden.

Der krasseste Widerspruch lag natürlich darin, daß der tschechische Staat aufgrund des Selbstbestimmungsrechts der Völker errichtet worden war und daß genau dieses Selbstbestimmungsrecht den Sudetendeutschen und allen anderen Minderheiten, auch den Slowaken, verweigert wurde. Macht ging vor Recht und auch vor Wahrheit. Die Gründung der Tschechoslowakei erfolgte auf der Basis der damaligen machtpolitischen Lage und aus machtpolitischen Erwägungen, die sich als sehr kurzsichtig erwiesen. Dadurch wurde zwar die Gier der Staatsgründer nach einem Maximum an Territorium vorübergehend befriedigt, aber der neue Staat zählte unter seinen Nachbarn keinen einzigen Freund. Als Hitler das Sudetengebiet verlangte, meldeten auch Polen und Ungarn territoriale Ansprüche an und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Karpathorußland der Sowjetunion einverleibt.

All die aufgezählten Unwahrheiten und Widersprüche wurden von T. G. Masaryk initiiert und mit seinem Namen gedeckt. Er war Präsident, als die friedlichen Demonstrationen der Sudetendeutschen für das Selbstbestimmungsrecht am 4. März 1919 von tschechischem Militär blutig niedergeschlagen wurden. Und bis 1935 präsidierte er über alle die vielen Maßnahmen tschechoslowakischer Regierungen, wodurch die Sudetendeutschen und die anderen „Minderheiten" systematisch benachteiligt und unterdrückt wurden. Kein Wunder, daß die Mehrheit der sudetendeutschen Volksgruppe 1938 für den Anschluß an das Dritte Reich war und die Slowaken sich 1939 von Hitler ihre Unabhängigkeit bescheren ließen.

Von Masaryk stammt überdies der Ausspruch, die Deutschen in den böhmischen Ländern seien „Kolonisten und Einwanderer". Damit stellte er das Heimatrecht der Sudetendeutschen in Frage und der Ausspruch kann als der Ausgangspunkt des Verbrechens der Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg angesehen werden. Die Wahrheit ist, daß beide Völker viele

věta pokračuje na dalším listu ⟶

list 14 z 32
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.