Fast will mir das Herz zerspringen / Die lustigen Wanderer
Fast will mir das Herz zerspringen . . .
Endlich haucht nun Lenzwind wieder
blasse Wangen rosa an,
zärtlich summt er Liebeslieder,
hängt der Seele Glöckchen dran.
Himmelhoch die Lerchen trillern,
jubeln weit hinaus ins Land,
manchmal auch schon Käfer schillern
blaurotgold am Wiesenrand.
Veilchen überall im Garten
drängeln ihre Köpfchen raus,
denn sie wollen kaum noch warten,
bis sie duften rings ums Haus.
Wiegend biegen sich mit Schleier
schlanke Birken her und hin,
Primeln schmücken sich zur Feier
blütenfein in helles Grün.
Zwischen Ästen, Zweigen, Zweigchen
schnäbelt heiß ein Hochzeitspaar,
heut wird sie sein teures Weibchen
und er wird ihr treuer Star.
Gern würd ich die Welt umfangen,
wenn jetzt Leben herrlich sprießt,
wenn nach Nächten, langen, bangen,
strahlend Licht geworden ist.
Fast will mir das Herz zerspringen,
weil die Freude quillt und quillt,
loben muß ich und besingen
Gott zum Dank sein Hoffnungsbild.
Hermine Walter, geb. Palm
Die lustigen Wanderer
Unsere Jugend in Schlaggenwald wanderte gerne in die Ferne. Jeden packte einmal das Fernweh.
[obr] v.l.n.r. Alois Schwarzer, Günther Nietsche, Franz Prasse gef., Oswald Weidl, Hans Klement, gef., Hans Neidhart, gest. Es wäre ein Erlebnis, wenn sich die noch Lebenden in Auerbach zusammenfinden würden.
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