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doch noch unseren Zug in Schirnding. Im letzten Moment, da dieser dort eine Stunde Verspätung hatte. Wir fuhren also unserem Zug hinterher.
Unseren Plan, auch Schlaggenwald zu besuchen, hatten wir schon in Karlsbad aufgegeben. Aber auf der Titelseite eines Heimatbriefes kann man auf einer Luftaufnahme das Haus meiner Großeltern sehen. Vielleicht steht es noch? Wer weiß es?
Am Schluß meines Berichtes, hoffe ich, daß sich dieser oder jener Schlaggenwalder an mich oder an meine Eltern erinnert.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre
Margit Muuhs, Bahnhofstraße 26, 2427 Maleute
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Der erste selbsterworbene Laib Brot nach der Vertreibung
Die Not, die nach Kriegsende über uns Deutsche in der neuerstandenen Tschechei gekommen war, ist unbeschreiblich. Wie ein Wunder kommt es einem heute zum Bewußtsein, daß man überlebt hatte. So schaute man damals der Erlösung aus dieser schrecklichen Lage stumpf und ergeben der Vertreibung entgegen. Nur fort aus den Fängen der Tschechen! Ungewiß war es, wohin man verfrachtet wird. Damals war ja Deutschland noch nicht geteilt, aber trotzdem war man froh nicht ins russisch besetzte Gebiet zu kommen. Beruhigt war wohl jeder gewesen, der wahrnahm, daß es in den Westen ging.
So kam auch ich nach den Pfingsttagen 1946 nach Bayern. Leider war es kein freudiger Empfang, wie er heute den Asylsuchenden zuteil wird. Nach tagelanger Fahrt im Viehwaggon kamen wir am Bestimmungsort an, den uns der Flüchtlingskommissar zugewiesen hat. Von dem Kleinbahnhof im Kahlgrund, so heißt die Gegend wohin man uns verfrachtet hatte, mußten noch einige Kilometer zu einem kleinen Bergdörfchen unter die Füße genommen werden, um den dortigen Bürgermeister zu verständigen, daß er zwei Familien im Ort unterbringen soll. Leider war das Ortsoberhaupt nicht anzutreffen, er sei am Felde, beschied uns die Tochter. Wir werden ihn suchen, beschlossen das andere Familienoberhaupt - es war der einstige Heger Kraus aus der Gegend von Neudek im Erzgebirge, schon ein etwas älterer Herr - und ich. Wir ließen uns das Gelände beschreiben und tatsächlich fanden wir ihn. Nach Anhörung unseres Wunsches hatte er es aber gar nicht eilig eine Entscheidung zu treffen. Die Sonne stand schon ziemlich tief und die Dunkelheit nicht mehr fern. Nach etwas Druck und dem lauten Gedanken es dem Amerikaner zu berichten, ließ er sich dann doch herbei mit uns ins Dorf zu gehen und sorgte für den Transport unserer Habe. Unterdessen saßen unsere Familienangehörigen auf den Kisten und Säcken in dem kleinen Warteraum des verwahrlosten Bahnhofes. Ein kleiner Landwirt stellte sein einziges Pferd mit Wagen zur Verfügung, und ein zurückgebliebener Pole kutschierte das Gespann.
Mittlerweile war es Nacht geworden. Man kann sich vorstellen, in welcher Sorge unsere beiden Frauen in der Dunkelheit waren. Licht gab es damals in keinem Ort. Außerdem herrschte ja Stromsperre, welche die damalige Besatzungsmacht Amerika über das Gebiet angeordnet hatte. Verlassen konnten sie die wenige Habe, die uns die Tschechen erlaubten mitzunehmen, ja nicht. Es gab ein Aufatmen bei unserem Eintreffen. Bemerken muß ich noch, daß wir keinen Bissen und keinen Schluck Wasser angeboten bekamen; so wühlte der Hunger in den Gedärmen. Ohne Pause mußten unsere Habseligkeiten auf das Gespann geladen werden, denn der Pole hatte keine Veranlassung freundlich zu uns zu sein. Aber noch heute tut mir das kleine Pferdchen leid, das unser Gut den hohen steilen Bergweg hinaufzerren mußte. Allerdings haben wir alle mit unseren Kräften den Karren mit Schieben doch hochgebracht. Es war kurz vor Mitternacht als wir den Ort erreichten. Das Pferd war ausgespannt und mit seinem Betreuer verschwunden, und wir saßen da auf der stillen Straße. Niemand war zu sehen. Was nun? Nach einer Weile wurde ich doch laut, und meine Stimme nahm sich etwas gefährlich aus. Die Drohung das Dorf anzuzünden lag mir schon im Munde. Ich glaube ich habe es laut ausgesprochen zu haben. Da plötzlich tauchten die Herren auf. Aus dem Dunkel der Häuserschatten lösten sich die Gestalten und kamen auf uns 5 Leutchen zu. Wir sollten nur Geduld haben, sagten sie. Mir kamen sie vor wie Gestalten aus der Unterwelt. Unfreundlich war ihr Auftritt uns gegenüber. Man trommelte eine Frau heraus. Es stellte sich heraus, daß es ein Wirtshaus war. Man beschwatzte sie, daß sie uns aufnehmen müßte. Die Abwehr nutzte ihr nicht viel. Daraufhin luden wir unser Hab und Gut ab und schafften es in den Hof. Später erfuhr ich, daß der Mann
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