Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 181
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Stará norimberská silnice a Spessart

Die Alte Nürnberger Straße und der Spessart

Kaum jemand denkt wohl daran, wenn er die Autobahn Frankfurt — Nürnberg benutzt, daß er über eine der ältesten, historischen Straßen Deutschlands fährt. Es ist die ehemalige Nürnberger Straße, die kürzeste Verbindung zwischen Frankfurt über den Spessart nach Nürnberg. Eine Straße mit großer Vergangenheit. Durch die Autobahn natürlich begradigt und fast eben gemacht. Es gab noch einen Weg den Main entlang, aber der war viel viel länger.

Die Straße war eigentlich nur ein Weg. Schmal, kurvenreich, nicht befestigt, voller Unebenheiten und Gefahren. Es ist kaum mehr was übrig davon. Hie und da steht noch eine bemooste Bank, ein altes Kreuz und ein paar Steine erinnern an sie.

Schon Friedrich Barbarossa zog 1154 mit prächtigem Gefolge über diese Straße. Er war ein Freund des Spessarts und ging dort gerne zur Jagd. Eine Urkunde erzählt, daß er einen besonderen Jagdhund hielt, einen weißen Bracken. Er trug ein silbernes Halsband, ein Leitseil aus Seide und schlief auf einem seidenen Kissen. Er ging in die Geschichte ein.

Reisende und reitende Boten benutzten die Straße, aber oft wurden sie von Räubern und Wegelagerern überfallen und viele kamen dabei um.

Später wurde sie der Postweg und es ist interessant, daß es schon im 17. Jahrhundert Postscheine gab, auf denen genau verzeichnet war, wann und wohin man reisen durfte. Als es zuviel Raub und Mord gab, wurde ein Gesetz erlassen, daß Kaufleute nur noch im Geleit die Straße passieren durften. Ausgediente Soldaten wurden zu Beschützern bestimmt. Dann schafften sich die Bauern Pferdegespanne an und beförderten Frachten. Sie nahmen es mit den verwegensten Räubern auf.

Um die Straße auch sicherer zu machen, wurden von der Regierung Boten eingesetzt. Da heißt es in einer Urkunde: Der Bot mit seinem an die Brust gehefteten Schild und mit seinem Spiess versehen, dient nicht allein Kaiser, Könige, Fürsten und Päpsten (sie alle zogen über diese Straße), sondern auch den Gelehrten, Kaufleuten und allen Menschen.

Viele Wirtshäuser entstanden an der Straße. Das bekannteste ist wohl „Das Wirtshaus im Spessart". Mein Mann und ich haben noch das alte Gebäude gekannt, umsäumt von dunklen Wäldern, unweit von der Autobahnraststätte entfernt. Viele Reisende kehrten dort ein. Um sich die Zeit zu vertreiben, wurden Geschichten erzählt. Wahrheit und Phantasie mischten sich und jedem gruselte, der dort einkehren mußte. Oft wurde das Wirtshaus überfallen und mit der Zeit wurde es wirklich eine Räuberschenke.

Der Spessart ist neben dem Pfälzer Wald das berühmteste geschichtsträchtigste, zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Er gehörte zu Mainz. Heute gehört er zum größten Teil Bayern, der Rest Hessen. Er war nur dünn besiedelt und den Bewohnern wurde erlaubt, kleine Flächen für Äcker zu roden. Sie durften Holzkohle brennen und Glas schmelzen. Spessartgläser gingen in die ganze Welt.

Der Wildreichtum machte es, daß Kurfürsten und Bischöfe Rechte an den Spessart geltend machten. Kaiser und Könige jagten dort.

Auch Karl der Große kam oft über die Nürnberger Straße in den Spessart, um dort zu jagen. Einmal verirrte er sich, und als die Nacht hereinbrach, gelobte er, an der Stelle an der ihm der erste Mensch begegnete, ein Kloster zu stiften. Bei Tagesgrauen hörte er einen Holzfäller. Von dem erfuhr er, daß er nicht mehr im Spessart, sondern auf Ravensburger Gebiet sei. Der Kaiser hielt Wort und gründete ein Benediktiner Kloster. Den Holzfäller schlug er zum Ritter.

Ein besonderes Problem waren in dem großen Wald die Wilderer. Sie waren vogelfrei und Jäger, die die Wilddiebe stellten, wurden durch Geld und Auszeichnungen hoch belohnt. Ein Wilderer ist im Spessart bis heute unvergessen. Der Adam Hasenstab. Die Jagdpächter waren reich, die Bevölkerung arm. Er versorgte die Armen mit Wildbret, bis er eines Tages von einem Förster gestellt und erschossen wurde. Seine Freunde setzten an der Todesstelle ein Kreuz, das sogenannte Hasenstabkreuz. 1980 hat es noch gestanden.

Vom Prinzregent Luitpold, der eine Jagdhütte bei Jakobstal besaß, will ich eine Anekdote erzählen. Übrigens wurde meine Schwester mit Mann und Tochter eben in dieser Hütte nach der Aussiedlung untergebracht. Heute ist sie ein hübsches Haus geworden, in dem ein Gasthaus ist. Der Prinzregent kannte schon lange einen Bauern, der genau so alt war

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