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hörte einen außerfahrplanmäßigen Zug und sagte: „Das ist ein Flüchtlingszug. Ich muß für Morgen was kochen, die haben sicher Hunger."
Am Pfingstsonntag wurde im Lager bekanntgegeben, daß, falls Schönfelder da wären, sie sich im Hof einfinden sollten. Wir gingen hin und da stand meine Schwiegermutter. Die Freude war riesengroß. Im Rucksack hatte sie einen großen Topf mit Schwammabröi u kochta Kniala. Etliche wurden davon satt. Zu gerne hätte sie es gesehen, wenn wir hätten bleiben können. Aber es ging weiter in den Kahlgrund. Auch wir wurden dann in ein kleines Dörfchen bei Schöllkrippen einquartiert.
Mit der „Anpassung" ist das so eine Sache. Manche Landsleute taten sich schwer damit. Wir hatten eine ledige Tochter mit ihrer alten Mutter im Waggon. Sie hockten immer wie verschreckte Hühner ganz oben auf den Säcken. Die andern sangen Volks- und Wienerlieder, denn wir hatten einen jungen Mann bei uns, der seine Zither dabei hatte. Er spielte fleißig und war immer guter Dinge. Wir waren darüber sehr froh, denn man dachte nicht so sehr über sein Schicksal nach.
Früh wuschen wir uns irgendwo bei passender Gelegenheit. Unseren alten Leuten brachten wir Waschwasser mit. Die beiden Frauen rutschten von ihren Säcken herunter, die junge ging nie mit uns. Sie wuschen sich und krabbelten dann wieder hoch auf den alten Platz.
Auch sie kamen in ein Dorf ganz in der Nähe von uns. Ein halbes Jahr packten sie ihre Säcke überhaupt nicht aus. Sie sagten immer: „Die müssen uns ja wieder heim bringen." Nach einem Jahr war die Tochter verschwunden. Irgendwie hatte sie sich zur tschechischen Grenze durchgeschlagen. Sie wollte wieder heim. Einige Tage später kam sie wieder. Heimisch hat sie sich nie gefühlt, solange sie gelebt hat.
In unserem Dorf gab es ein paar schlesische Flüchtlinge, die wirklich sehr arm waren. Sie benahmen sich uns „reichen Flüchtlingen" gegenüber feindselig. Eine sagte mal zu mir mit Blick auf meine Schuhe: „Wer mehr als zwei Paar hat, der müßte was abgeben." Da ich wochenlang für unseren tschechischen Aussiedlungskommissar umsonst genäht hatte, drückte er ein Auge zu, und ich konnte sogar meine Nähmaschine mitnehmen, da ich meine Mutter mit ernähren mußte.
Ansonsten kann ich Frau Fechter in allem beipflichten, was sie in dem Artikel „Anpassung" geschrieben hat.
Liebe Mouhm Fechter! Beinahe wären wir auch Kahler geworden, denn wir hatten neben der uns befreundeten Familie Brummeissl einen Bauplatz. Aber da mein Mann inzwischen aus der Gefangenschaft heimgekommen war und sich in Frankfurt selbständig machte, brauchten wir jede Mark und verkauften leider den Bauplatz wieder. Nun sind wir 22 Jahre in Walldorf. Haben hier auch eine rege Egerländer Gmoi und in unserem „Feierabendrunde"-Verein halte ich oft Vorträge über Sitten, Gebräuche und über schöne Städte in unserer Heimat, erzähle Sagen und bringe Mundartgedichte vor. So bleibt mir die Heimat stets lebendig und unsere 16.000 Einwohnerstadt weiß ganz gut über das Egerland Bescheid.
Dieser Tage hörte ich einen schönen Witz: Das Feuerwehrfest hatte nicht den erwünschten Erfolg gehabt. Danach saß man beisammen und einer sagte: „Mia håm a schöin's Defizit." Da stützt ein anderer die Fäuste auf den Tisch, schiebt sich langsam hoch, sieht den andern durchdringend an und sagt: „Wos håm ma, a schöins Defizit? An Schmårrn ham ma, drafzählt håm ma."
A. Egerer (Lochschmidt aus Schönfeld)
Erinnern wollen wir uns an verdiente Landsleute: Der erste Herausgeber des HB Otto, Anton Hoffmann, der sich um die Patenschaftsübernahme unserer Heimatstadt in Auerbach eingesetzt hat; Rudi Marterer, der 2. Herausgeber des HB; der Heimat-Poet Schioßbauer, Frau Völkl, Luise Ott, Prasse Hugo, Frau Rektor i.R. E. Müller und Frau A. Neidhart.
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