Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 180
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Dr. Herbert Czaja: Vyhnanci se nenechají diskriminovat

Dr. Herbert Czaja: Vertriebene lassen sich nicht diskriminieren

Dr. Herbert Czaja: Vertriebene lassen sich nicht diskriminieren

(GNK) Der Präsident des Bundes der Vertriebenen (BdV), Dr. Herbert Czaja, MdB, verwahrte sich entschieden dagegen, daß nunmehr auch deutsche Politiker die Erinnerung an die Massenvertreibung, die Vertreibungsverbrechen und die Beleidigung der davon betroffenen Opfer verdrängen oder als zweitrangig an den Rand schieben.

Kein Organ des BdV hat sich jemals an der Unterschlagung oder dem Verschweigen von Verbrechen beteiligt, die an Menschen des jüdischen oder des polnischen Volkes, der russischen oder anderen Völker, an Menschen, die sich zu einer Religion, einer Glaubensgemeinschaft oder weltanschaulichen Überzeugung bekannten, begangen wurden. Keine verantwortlichen Vertriebenensprecher haben versucht, Verbrechen gegeneinander aufzurechnen, erklärte er in einer Pressemitteilung des BdV.

Es ist erstaunlich, daß auch viele Juristen bei uns so tun, heißt es darin weiter, als gäbe es für die Beteiligung am Völkermord nicht auch in unserem Strafgesetzbuch unabhängig vom Tatort und ohne besondere Hervorhebung eines Volkes seit langem härteste Strafen. Die Opfer des jüdischen Volkes waren von ungeheurem Ausmaß, aber die Verursacher des Völkermordes waren Verfolgte auch anderer Nationen gleichermaßen grausam behandelt, gefoltert oder erniedrigt. Organe der NS-Gewaltherrschaft haben im Osten auch viele Deutsche wegen Unterstützung nicht nur der Angehörigen eines Volkes, sondern zum Beispiel Juden und Polen verfolgt.

Es geht aber ebensowenig an, heute — ohne davon Rache oder Vergeltung oder neuen nationalen Haß abzuleiten — die Erwähnung der Massenvertreibung und die Ehrfurcht vor den Leiden auch unschuldiger Deutscher, die oft nur wegen ihrer Nationalität geschändet wurden, an den Rand der Zeitgeschichte zu schieben, zu verdrängen, oder moralisch und rechtlich als zweitrangig anzusehen. Die Deutschen dürfen sich im zeitgeschichtlichen Bereich weder als Angehörige eines auserwählten Volkes ansehen, noch meinen, eine gegenüber anderen geringere personale Würde zu haben.

Die Vertriebenen haben trotz mancher Versuche, sie im Ringen um die soziale Eingliederung, um das Recht auf die Heimat, um das Selbstbestimmungsrecht, um einen gerechten Ausgleich der Vertreibungsfolgen und um ihr Eintreten für die berechtigten Interessen der Deutschen an den Rand zu drängen, weder resigniert, noch sind sie, wie die vielen anderen, die für sie eintraten, in diesen Bemühungen ganz erfolglos geblieben. Sie werden sich, wenn es um die Menschenwürde der Opfer der Vertreibung und der Vertreibungsverbrechen geht, nicht diskriminieren lassen.

Bei der Erinnerung an das Kriegsende ist der Streit darum, wessen Menschenwürde höher steht, aber unvertretbar. Man sollte sich auf allen Seiten in der Trauer und Besinnung finden.

Pouť do Moskvy

Pilgerfahrt nach Moskau

Pilgerfahrt nach Moskau

Das Tschernenko-Begräbnis war bereits zur wohl erprobten Routine geworden. Innerhalb von drei Jahren vollzog sich die natürliche Wacheablösung im Kreml zum dritten Mal. Das konnte nicht ohne Wirkung auf das überalterte Zentralkomitee der KPdSU bleiben. Die Einleitung des Generationswechsels war nicht mehr länger aufzuschieben. Er begann mit der Wahl von Michael S. Gorbatschow zum neuen Zentralsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. Die Eile, mit welcher die Übertragung der politischen Macht auf den nach sowjetischen Begriffen „jungen" Mann erfolgte, läßt darauf schließen, daß diese Regelung schon zu Lebzeiten Tschernenkos erfolgt war, der in seiner kurzen Amtszeit zwar alle mit der Staatsführung zusammenhängenden Titel eingeheimst hatte, diesen aber nicht wirklich eine persönliche Note verleihen konnte.

Das Ende einer farblosen Zwischenlösung in der sowjetischen Staatsführung mit Tschernenko an der Spitze und der sich in der Person Gorbatschows anbahnende Generationswechsel mußten dem Staatsbegräbnis in Moskau eine besondere historische Bedeutung verleihen. Die aus vielen Teilen der Welt herbeigeströmten Staatsmänner zollten dem Toten zwar den gebührlichen Respekt, ihr wahres Interesse konzentrierte sich jedoch auf die Person des neuen Chefs der Sowjetunion.

Er repräsentierte schon rein äußerlich einen angenehm wirkenden Wechsel. An Stelle der versteinerten Gesichter der letzten drei seiner Vorgänger ist nun ein Mann zu sehen, der auch

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