Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 179
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Willibald Görl – jeho matka pocházela z Hubhofu

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könnte.

Die landsmannschaftliche Abgeschiedenheit war auch der Grund, warum Görl erst verhältnismäßig spät zum „Bund der Egerländer Gmoin" stieß, dessen Bundesmusikwart er durch einige Jahre war.

Wie es sich zuhause gehörte, mußte er erst einen Beruf erlernen (Glaser), um dann, seiner musikalischen Neigung folgend, die altbekannte Musikschule Petschau besuchen zu können. Sie formte viele Generationen Egerländer Musiker, die in den meisten altösterreichischen Militärkapellen und den Kurkapellen der Egerländer Weltbäder Karlsbad, Marienbad und Franzensbad zu finden waren. Die höhere musikalische Weihe erfuhr Görl an der „Deutschen Akademie für Musik und darstellende Kunst" in Prag, bei deren Rektor Fidelio Finke. Orgel, Klavier, Solo- und Chorgesang und Kompositionslehre hatte er dort belegt, zwei Staatsprüfungen abgelegt und das Große Absolutorium erhalten. Als Konzertorganist und Pianist hätte ihm, der schon als Zwölfjähriger in der Falkenauer Kapuzinerkirche die Orgel spielte und mit 17 Jahren Chöre dirigierte, eine Musikerkarriere offen gestanden. Der Krieg, und all das, was für Sudetendeutsche an Bitterem damit verbunden war, folgten und warfen ihn durch neun Jahre aus seiner Bahn.

Erst durch die Einschaltung des Deutschen Roten Kreuzes, das in jenen furchtbaren Nachkriegsjahren sich gerade für die Ostvertriebenen so nützlich erwies, konnte er Ende 1949 Kontakt mit seiner inzwischen vertriebenen Familie bekommen. Ohne Heimat, ohne Wohnung, kein Geld und keine Arbeit, heruntergehungert zu einem Skelett, dazu noch durch Unfall den als Musiker so nötigen Ringfinger verloren, so war der Neu-Anfang nach dem Kriege. Doch gerade jene Notzeit ließ Persönlichkeiten wachsen.

Görls Traum von einer Künstlerlaufbahn mußte auf dem Altar des Vaterlandes begraben werden. Doch der Schmerz um die Heimat ließ Flügel wachsen. Der erträumte Künstler wandelte sich zum Musikanten Gottes. Das Land um den Bodensee wurde musikalischer Ackerboden für den aus fernen deutschen Landen gekommenen Egerländer. Chorgesang und Komponieren traten in den Vordergrund. Erstlingskomposition war „Heimat, Du meine Erde", inspiriert durch das Gedicht „Waldheimat" des Dichters des Böhmerwaldes Hans Watzlik. Viele geistliche Werke folgten. Görl fügte sich nicht nur in sein hartes Los, sondern sah darin sogar einen Fingerzeig des Allmächtigen. Durch seine religiöse Art, die freilich in keine bigotte Form paßt, da er zu sehr Sohn seiner böhmischen Heimat ist, sah er eine völlig neue, nicht mehr erhoffte Wirkungsmöglichkeit, und er nützte sie. Erst nur Organist in Markdorf bei Überlingen, übernahm er dort den Caecilienchor und wurde bald darauf der maßgebliche Dirigent des ganzen Bodenseebereiches. Leicht hatten es die Sänger mit ihm nicht; er forderte viel, doch der Erfolg lohnte die Mühe. Ob er nun das „Deutsche Requiem" von Johannes Brahms oder „Die Schöpfung" von Haydn dirigierte, seine eigene „Deutsche Chorsingmesse" (1969) bei der Jubiläumsfeier des Sudetendeutschen Sängerbundes in Linz/Donau uraufführte, die Messe in D-Dur op. 76 von Antonín Dvořak bot, oder volkstümliche Weisen in seinen sakralen Chor- und Orgelwerken ihren Niederschlag fanden, er Gedichte verschiedener seiner Egerländer Verseschmied vertonte, immer war es Ausdruck seiner Lebensfreude und Dank an seinen Schöpfer. Mit seinem begnadeten Orgelspiel und seinen geistlichen Kompositionen erwies er seinem Herrgott die Ehre und seine intuitiven Schöpfungen waren zu gleicher Zeit seinen Mitmenschen zum Wohlgefallen gedacht. Wie der Bauer in dem Werke von Johannes von Tepl „Der Ackermann aus Böhmen" mit seinem Gotte sich über den Sinn seines Lebens stritt, so erging es Görl kurz nach dem Kriege. Wie jener fand auch unser Jubilar allmählich den Weg, der — falls seine Gesundheit es gestattete— nur aufwärts führen konnte. Freilich nur deshalb, weil er eine sowohl praktische, wie mitempfindende Frau neben sich wußte, die ihm manches Hindernis aus dem Weg räumte, so daß er sich als Person und Künstler neu finden und entwickeln konnte.

Auf keinem Gebiet ist die Egerländer Besonderheit nach der Vertreibung und beim Neubeginn aus dem Nichts so zum Tragen gekommen, wie gerade auf dem der Musik. Ob in der Blasmusik (u.a. Ernst Mosch, Rudolf Kugler) auf der Orgel (Schuster — Passau) oder auf dem Unterhaltungssektor, überall finden sich hierzulande viele Egerländer Namen. Doch in seinem Heimatverständnis und der öffentlichen Art des Wirkens ähnelt Görl mehr dem in New Jersey/USA lebenden und aus Trossau bei Karlsbad stammenden Josef Totzauer. Beide sind große Dirigenten, fleißige Komponisten und betonen ihr Egerländertum.

Dem Kirchenmusikdirektor Görl hat das Leben nichts geschenkt. Aus seinem gefühlsmäßigen Reichtum heraus, konnte er aber viele Menschen durch seine Musik, seine Art des Dirigierens, und durch seine Verbundenheit zu jenem Fleckchen Erde, aus dem er kommt, reich beschenken. Man war auch ihm gegenüber nicht undankbar. Oftmals erklangen seine Kompositionen

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