Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 179
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Jehňátko a mazaný lišák Ryšek

Lämplein und Reinecke Fuchs

Es hoppelte, ganz brav und lieb,
ein Lämplein auf der Heide,
da schlich der Fuchs, der dreiste Dieb,
frech an die karge Weide.

„Ich grüße dich, mein schönes Kind!
Was hockst du in diesem Gras?
Ich weiß genau, wo Kräuter sind,
würzig fein, für dich etwas.

Du mußt nur kommen gleich mit mir
nah zu den Ginsterzweigen,
dort werde ich, allein nur dir,
die beste Wiese zeigen."

„Ach nein, ach nein," Klein-Langohr klagt,
„die Mama will's nicht haben,
ich soll, so hat sie mir gesagt,
mich hier am Ort nur laben.

Viel Falschheit oft im Lande sei,
es wäre nicht zu glauben,
du denkst, es käm ein Freund vorbei,
Irrtum, — er will dich rauben!"

„Das ist wohl wahr, ich seh' das ein,
dein Mütterchen ist weise!
Doch glaube mir, mein Herz ist rein!"
seufzt Reinecke frommleise.

Da hopste nun, vor Torheit blind,
das Häslein hin zum Strauche,
wo es der Schlaufuchs blitzgeschwind
verschlungen hat im Bauche.

Man sieht an diesem Trauerspiel,
willst Du Dich gut einst halten,
dann glaube Schmeichlern nicht zuviel,
hör besser auf die Alten!

Hermine Walter, geb. Palm

[obr] Das „Haselbauer-Haus" in der „Seifertsgrün"
(Eingesandt von Anni Redschitzegger, geb. Schloßbauer aus Bischofshofen bei Salzburg)

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