Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 179
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Postní a velikonoční doba 1985 – O kříži a žehnání

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die Eltern sollen ihre Kinder segnen vor dem Schlafengehen, vor dem Schulweg oder vor dem Weg in einen neuen Lebensabschnitt. In der erneuerten Taufliturgie hat der Elternsegen am Beginn der Taufhandlung einen besonderen Platz erhalten.

In der Frömmigkeit unserer Heimat hatten Segnungen einen hohen Stellenwert, die wir zur Wahrung unserer religiösen Identität erhalten, pflegen oder wieder erwecken sollten. Ich nenne einige davon, die mich tief beeindruckt haben. Da ist der Segen meines Vaters, wenn ich aus dem Elternhaus zur Schule, zum Studium oder ins Leben trat. An der Türe zur Wohnung zeichnete er mir mit Weihwasser ein Kreuz auf Stirne, Mund und Brust mit der Segensformel: „Ich segne dich + im Namen des Vaters und + des Sohnes und des + Heiligen Geistes" und dann die Mahnung: Bub, nun geh in Gottes Namen. So segneten meine Eltern auch meine Geschwister, die vor ihnen niederknieten und den Elternsegen erbaten, bevor sie zum Traualtar gingen. Unvergeßlich bleibt mir, wie meine Mutter den Brotlaib segnete, den sie selbst im Hausbackofen gebacken hatte, mit 3 Kreuzlein bezeichnete und erst dann anschnitt. Brotbacken war für meine Mutter ein kultischer Akt. Ich denke zurück, wie ich am Palmsonntag mit meinem Vater hinausging auf unsere wenigen und kleinen Felder, wie wir dort Palmzweiglein in die neue Saat steckten und wie er über den Acker in Kreuzesform Weihwasser sprengte. Ich denke daran, wie unsere Verwandten und Freunde an seinen offenen Sarg traten, ein frommes Bildchen zum Abschied in den Sarg legten und ihn mit Weihwasser besprengten, wie ihn unsere Nachbarn hinaustrugen und den Sarg an der Schwelle des Hauses in Kreuzesform noch einmal abstellten. Über seinem Grab steht heute noch das Zeichen des Kreuzes auf dem ringsum verwilderten Friedhof meiner Heimat.

Ich denke an den Tag meiner Primiz 1937 in unserer Heimatkirche Altzedlisch. Vielen Hunderten gläubiger Menschen habe ich durch Handauflegung und ein Segenskreuz den Primizsegen erteilt. Um den Segen eines Neupriesters zu empfangen, hat man weite Wege zurückgelegt. Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, mich bei Krankenbesuchen nicht mit einem Händedruck sondern mit einem Segenskreuzchen auf die Stirne zu verabschieden und ich meine, daß alle sehr dankbar sind. Und es zählt zu den großen Augenblicken priesterlichen Wirkens einem Beichtkind im Namen des dreifaltigen Gottes und im Zeichen des Kreuzes die Lossprechung zu erteilen.

Segnen ist etwas, das wir alle können, Priester und Laien. Meint Ihr nicht, daß es um das Leben besser bestellt wäre, wenn Menschen mehr segneten statt zu fluchen.

Bedenkt die oben zitierte Grabinschrift: Nulla Crux — Nulla Corona: „Ohne Kreuz — keine Krone".

So segne ich Euch alle im Zeichen des Heiligen Kreuzes

Prälat Dr. K. Reiß

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Jen jedno vajíčko

Nur ein Ei

Wir Älteren können oft nicht begreifen wie anspruchsvoll heute die Jugend ist, ja selbst kleine Kinder schwer zufriedenzustellen sind. Wie war man früher dagegen so bescheiden.

Meine Nichte Habermann Marianne (sie ging auch in Schlaggenwald in die Bürgerschule) weinte als kleines Kind häufig und ausdauernd. Das mochte davon rühren, daß ihr Vater starb, als die Mutter mit ihr im siebenten Monat ging. Meine Schwester machte da körperlich und seelisch viel mit, und das übertrug sich wohl auf das Kind.

Weinte sie nun gar so bitterlich, sagte mein Vater zu ihr: „Kumm Mariannerl, du kröigst a Oaerl (Eichen)". Sofort verstummte das Schluchzen. Die kleinen Fäustchen rieben die Tränen aus den Augen und verschmierten dabei das kleine schmutzige Gesichtchen. Dann breitete sich ein Leuchten darüber aus. Mein Vater, mit den immer viel zu großen Filzlatschen, nahm das Kind bei der Hand und ging mit ihm in den Hühnerstall. Auf den Arm genommen durfte sie sich nun aus den vielen Nestern eins aussuchen. Welches war nun das schönste und größte Ei? Da gab es braune, gelbe, weiße und gesprengelte. War die Wahl endlich getroffen, brachte sie es ihrer Mama. Dann durfte das Kind das Ei mit Zucker verschlagen, oder es in der Pfanne selber verrühren. Mit Hochgenuß wurde es dann verspeist und die Kinderwelt war wieder in Ordnung. So einfach war es damals Kindertränen zu trocknen. Was gilt heute noch ein Ei?

Anna Egerer (Schönfeld)

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