Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 178
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Betlém patřil k náboženské identitě naší domoviny

Jahren der beiden Kriege war der Schmuck oft recht bescheiden. Es ist mir unvergeßlich, wie im 3. Jahr des ersten Weltkrieges es keine Kerzenlichter gab und wie ich dann die Mutter bedrängte, bis sie mir von ihrem Wachsstock 5 Stücklein zum Schmuck des Christbaums abschnitt. Aber nur 1 Minute durften sie täglich brennen, wenn sie bis zum Dreikönigstag reichen sollten. Die Weihnachtslieder haben wir selber gesungen, dazu brauchten wir keine Kassettenrecorder wie heute. Mir zur Freude singt meine Gemeinde Heilig Kreuz das unvergeßliche Weihnachtslied meiner Heimat Altzedlisch: „Unerhörtes Wunder, das ich sah bei Mitternacht; und die Engel singen, haben uns die Botschaft bracht: Gottes Sohn sei auf die Welt gekommen, liegt bei Bethlehem in einem Stall. Will uns glücklich machen, o so kommt und dankt ihm all."

Krippe und Christbaum haben auch Rom erobert. In den Weihnachtstagen steht unter dem Obelisken auf dem Petersplatz eine große Krippe und in der Nähe ein großer Christbaum, nicht aus dem Erzgebirge, denn dort ist der Wald gestorben, aber er kommt aus dem böhmisch-bayerischen Wald als ein Geschenk unseres Schirmlandes Bayern.

Dem christlichen Weihnachtsfest ist eine große Gefahr entstanden nicht nur durch die Entleerung der christlichen Feste in der allgemeinen Verweltlichung, sondern mehr noch durch die Flut von Geschenken, die sich an Weihnachten über unsere Familien und unser Land ergießt. Die Anfänge dafür liegen dort, wo Martin Luther die Heiligen und auch die Krippen aus den Kirchen verdrängte und anstelle des Nikolaustages Weihnachten zum Fest des Schenkens machte. Sich an Weihnachten beschenken, ist sinnvoll und gut, nur dürften die Geschenke nicht Zeichen der Renommiersucht sondern Zeichen der Liebe und Dankbarkeit sein. Erwachsene und Kinder, ja wir alle müssen uns ernstlich Gedanken machen, was und wie wir schenken wollen. Dabei dürfen wir aber den nicht vergessen, der uns im Kind in der Krippe seine Liebe bewiesen hat: „Gott ist Mensch geworden"; deshalb dürfen wir auch alle Menschenbrüder nicht vergessen, die Weihnachten 1984 in Hunger und Not, in Krieg und Unfreiheit erleben werden. Im göttlichen Kind ist allen Friede angesagt worden, die guten Willens sind. Deshalb wollen wir gerade an Weihnachten nachsinnen, wie dieser Friede in der großen Welt, aber auch im kleineren Bereich unserer Familien und Gemeinden wirksam werden kann.

So wünsche und erbete ich Euch trotz allen Unfriedens und aller Friedlosigkeit in der Welt den Frieden und die Freude, die vom Kind in der Krippe kommen.

Prälat Dr. Karl Reiß

Allen Lesern unseres Heimatbriefes und ihren Angehörigen ein frohes Weihnachtsfest und ein gesegnetes neues Jahr!

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