Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 177
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Zmařené střílení

Vater eilte wieder ein großes Stück voraus. Hinter ihm trotteten Heini und ich und zum Schluß kamen die beiden Frauen. Die Sonne meinte es noch gut. Mir brannten die Augen vom vielen Weinen und der Hals schmerzte vom Brüllen. Stumm gingen wir an dem angeschossenen Wurzelstock vorbei. Mit einem Seitenblick sah ich, daß die Patrone bis zu ihren Ende drinsteckte. Wir erreichten schließlich den „Ochsengrom". Vater wartete dort, denn er wollte sich von Großmutter verabschieden, weil sie sich die Mühsal des Berges ersparen sollte. Er stand bereits einige Schritte in dem Geröll, auf das ich eben meinen Fuß gesetzt hatte. Doch plötzlich hörte ich meine Großmutter rufen, bittend und beschwörend: „Hermerl, blei stöih u röiha de neat!" Ich fühlte zutiefst, daß ich in Gefahr war und folgte augenblicklich diesem zitternden Flehen ... Mein Vater drehte sich nach mir um, denn er hatte alles gehört und ebenso empfunden wie ich. Unmittelbar zu meinen Füßen ringelte sich eine Kreuzotter. Langsam bückte sich Vater nach einem Stein und zielte auf die Schlange. Er brauchte aber nicht zu werfen. Das Tier kroch weiter und verschwand endlich in dem tieferen Geröll. Wahrscheinlich hatte es noch ein Sonnenbad genommen gehabt und war von der Bodenkühle überrascht worden, weswegen es dann auch keine Angriffslust mehr zeigte. Kaum war die Gefahr vorbei, riß mich Vater an sein pochendes Herz und küßte mich vor Freude. Auf einmal war aller Ärger verflogen. So ist es, erst muß ein große Gefahr drohen, bevor man sich besinnt. Großmutter war so glücklich, daß mir mein Schutzengel beigestanden hatte, sie ließ sich nicht aufhalten und ging mit hinunter nach Töppeles. Wir mußten lange auf unseren Zug warten. Da nahm mich Vater an seine Brust, wo ich bald erschöpft einschlief. Ich wachte erst am nächsten Morgen in meinem Bett auf. Vater hatte mich den weiten Weg von Aich nach Meierhöfen heimgetragen. Und meine herzensgute Mama hat gewiß mehrmals am Bett ihrer schlafenden Kinder geseufzt und extra den Rosenkranz gebetet, weil der Tag doch noch gut zu Ende gegangen war. Ja, was ist das Leben doch für ein verwinkelter Gang!

Hermine Walter, geb. Palm

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Terapie

Die Therapie

Wie eine Männerfaust, so groß,
ist das Menschenherz nur bloß,
von Gott jedoch beseelt, belebt,
pocht und pocht es unentwegt.

Stets wechselnd pulsen mit dem Blut
Freude, Glück und Liebesglut,
doch auch Ärger, Zorn und Jammer
durch jede Herzenskammer.

Die Klappen auf, die Klappen zu,
links — links, rechts — rechts, ohne Ruh,
und stolpert dieser Takt einmal,
lähmte ihn ein Flammenstrahl.

Alle Mediziner sagen,
wenn wir sie danach fragen:
„Genug schlafen, naß abreiben,
viel wandern, ruhig bleiben!

Extra gegen Angstzustände
oder gar Flatterhände
empfiehlt sich eine Reihe Tees
und Beruhigungsdragees." —

Welcher Irrtum! Denn leider nie
denkt man in der Theorie,
beim dozierenden Befehle
an die verletzte Seele.

Muß sie nämlich Schmerzen leiden,
ist oft nicht zu vermeiden,
daß leider bald der Blutdruck schwankt,
sowie auch der Pulsschlag krankt.

Vornehmlich für die Therapie
sind Liebe, Wärme, Harmonie,
erst sie versprechen solche Kraft,
die noch Ungeahntes schafft.

Hermine Walter, geb. Palm

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