Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 177
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Milí krajané! Vzpomínky, vděčnost i pohled na dnešní svět

Liebe Landsleute!

Ein Sommer, der eigentlich keiner war, ist nun vorbei. Die Tage sind schon merklich kürzer geworden. Die kühlen Morgen zeigen uns den beginnenden Herbst an. So geht auch unser Erdenwandeln dahin. Bald ist die Erinnerung an das einstige Daheim Vergangenheit. Von den älteren Landsleuten sind nicht mehr viel übrig. Nach 38 Jahren Vertreibung ist es überhaupt noch ein Wunder, daß wir Schlaggenwalder und die einstigen Landgemeinden des Kirchensprengels noch so treu zu unserer alten Bergstadt halten. Ist uns doch dort sehr großes Leid angetan worden, das wir aber in uns nicht zur Verbitterung werden ließen.

Den besonderen Gedenktag an unsere Kirchweih haben wir in der Patenstadt Auerbach gefeiert. Darauf werde ich noch später zurückkommen, denn diese Gedanken werden recht früh zu Papier gebracht.

38 Jahre sind schon vergangen und zum Teil leben viele Landsleute schon länger in der jetzigen Heimat als in der ehemaligen. So manchen Landsleuten ist es gelungen hier eine gefestigte Existenz zu erringen. Das Vornehmen, den Nachkommen solle es einmal besser ergehen als es uns in der Heimat gegeben war, war bei allem Tun in aller Sinn. Nun wünschen wir auch, daß die nach uns Gekommenen nun ihrerseits das Geschaffene erhalten mögen. Auch der Frieden hier möge noch recht lange anhalten.

Wir, das sind die noch jetzt lebenden Landsleute, die um die Jahrhundertwende das Licht der Welt erblickten, haben keine so lange anhaltende Friedenszeit erleben dürfen. Lange Jahre dauernde Kriege haben so manchen um die Jugendzeit gebracht, die ja eigentlich das Schönste des gesamten Lebens ist. Aber auch keine so materiell ausgerichtete Periode und zum Wohlstand führende Zeit haben unsere Ahnen erleben dürfen. Hart mußte in der alten Heimat gearbeitet werden und mäßig — fast dürftig — war die Lebensweise. Aber dafür war Zufriedenheit und Genügsamkeit in allen Familien. Man teilte das zur Verfügung Vorhandene gut ein und meisterte so die damalige Zeit. Die Kochkünste der Frauen waren unübertrefflich. Was wurde da nicht alles aus den Erdäpfeln gezaubert, das mekrte man nach Kriegsende, als die „Sprovce" bei uns Einzug hielten in unserem Lebensraum. Da gab es für die deutsche Bevölkerung nichts mehr Eßbares in den Geschäften. Trotzdem wurden Wege gefunden, auf denen etwas zu bekommen war, um überleben zu können. So mancher zwangsfestgesetzte Landsmann und manche Landsmännin in den Internierungslagern Elbogen und Neurohlau würden diese Zeit nicht überlebt haben, wenn sie nicht von dem Wenigen, das den Angehörigen blieb, noch einen Teil und wahrscheinlich sogar den besseren oder größeren Anteil abbekommen hätten. Wer würde die beschwerlichen Fußwege vergessen können, die täglich von den Ehefrauen oder Angehörigen zurückgelegt werden mußten, das Essen den gefangenen Vätern oder Müttern zu bringen, die oft sehr schwer arbeiten mußten. Unter Mühen mußte oft ausgekundschaftet werden, wo man ihnen die Nahrung zustecken konnte. Im Rückblick an diese Zeit dürften die, welche solche Opfer auf sich nahmen, noch heute des Dankes gewiß sein.

Nun wird unseren Kindern jenes grauenhafte Geschick nicht widerfahren. Sie sind in das Land zurückgekehrt, aus dem einstens die Vorfahren auszogen, um das Land der späteren Vertreibung urbar und bewohnbar zu machen. Eine abermalige Vertreibung daraus wird es wohl nicht mehr geben. Die jetzigen Wohnstätten werden nicht mehr zwangsgeräumt werden können. Möge nur alles getan werden, um den Frieden hier zu bewahren. Mögen verlockende Ideologen keine zerstörerischen Folgen zeitigen und rechtzeitig die Verirrten zur Umkehr veranlassen. Es ist eine sehr stürmisch vorwärtsdrängende Zeit. Die Probleme überstürzen sich. Die Nachlässigkeit vergangener Jahrzehnte zwingt zur Bewältigung großer nicht mehr aufschiebbarer Aufgaben, wenn die Menschheit daran nicht zugrunde gehen soll. Die Umwelttechnik verlangt größte Anstrengungen und so manches Opfer wird abverlangt werden. Es ist an der Zeit keine Versprechungen zu machen und leere Worte zu reden. Mit Mut müssen die Probleme zur Erhaltung der Natur angepackt werden, um den Fortbestand der Menschheit zu gewährleisten. Man sollte aber die Lasten nicht allein der Allgemeinheit aufbürden, die Verursacher der Schadstofferzeuger, denn diese sind ja die Profitnehmer, sind zur Begleichung der Schäden heranzuziehen. Aber leider sitzen in den Aufsichtsräten dieser Umwelt verschmutzenden Unternehmen auch Nutznießer aus den Gewinnen, Politiker, Gewerkschaftler u. v. a., die auf diese Nebeneinkünfte kaum verzichten wollen. Man sollte auch nicht an die Autofahrer so hohe Umweltanforderungen stellen, denn ein solches Vehikel ist heute für den arbeitenden Menschen unentbehrlich. Weshalb nicht auch an die Flugzeuge denken? Wo in der Nähe eines Flugplatzes Wohnstätten sind, kann davon ein Liedchen gesungen werden, welchen Dreck

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