Eine Leserin des Heimatbriefes schreibt,
daß das im HB abgebildete Gröschlhaus in ihr eine schöne Erinnerung wachgerufen hat.
.... Im letzten Heimatbrief vom Juni 1984 sah ich das „Gröschlhaus". Herr Gröschl war ein Porzellanmaler. Zu ihm ging ich als Schulmädchen in die Zitherstunde. Jede Woche einmal. Mit einer Milchkanne Ziegenmilch in der einen Hand, den Zitherkasten in der anderen Hand marschierte ich von Poschitzau s'Wegerl hinter den Berg hinunter bis zum Nitsche und durch den Ort zu meinem Zitherspiellehrer Herrn Gröschl. Geld nahm mein Musiklehrer nicht für die Unterrichtung. Die Ziegenmilch war ihm recht und mir war geholfen. Diese Milch wurde ganz besonders von seiner Gattin geschätzt. Ihr Lob blieb nie aus. Wie ich aufs Zitherspiellernen kam, trug sich so zu: Meine Patin nahm mich jeden Samstagabend zum Hutzen zur Lehrersfamilie Enderle mit. Die Tochter Tini (Albertine) war in Karlsbad in einem Büro beschäftigt und kam alle Samstage heim nach Poschitzau. Sie spielte Zither und sang dazu mit ihrer schönen Singstimme. Ach, was da alles gesungen wurde. „Kinder, schauts zum Fenster raus!" „Mutterl, guck hin, ist das nicht mein Wien" u. v. a. Es waren sehr schöne Augenblicke in meinem jungen Leben. So kam ich an das Zitherspiel. Nie war mir der Weg bei jeder Witterung von Poschitzau nach Schlaggenwald lästig gewesen."
Ich habe das Schreiben an mich auszugsweise wiedergegeben und hoffe, daß mir Frau Schmiedl nicht gram darüber ist. Solche Erinnerungen an das einstige Daheim sind es wert veröffentlicht zu werden. Wer gäbe heute noch für ein Krügerl Ziegenmilch Musikunterricht? Es hat eben zu allen Zeiten Idealisten gegeben, die uneigennützig etwas für den Menschen getan haben. Hier gedenken wir einer Familie unserer alten Heimatstadt, die einem jungen Menschen sein Ziel erreichen half.
Auch mir fiel ein, wie die Mosch-Mädchen, einst auf der Kirchstaffel wohnhaft, mit ihrem Zitherspiel zu abendlicher Stunde uns erfreut haben. Da saßen die Bewohner dieser Gegend auf den Stufen der „Dreifaltigkeit" und lauschten den schönen Klängen der Zither, die von geschickten Händen geschlagen wurden. Leider kann ich nicht sagen, welche da so schön gespielt wurden. Aber sie werden sich bestimmt auch, wenn sie diese Zeilen lesen, noch daran erinnern.
Auch aus dem Postmeister Gareis seinen Fenstern ertönte oft eine klassische Musik. Nun, das war ja eine ganz große musikbegabte Familie. Das Klavierspiel wurde da besonders gepflegt. Aber das Cello beherrschte der Lois-Zahnarzt. Vergessen möchte ich nicht daran zu erinnern, wie angenehm dem Ernst seine Singstimme klang. So erinnere ich mich an die letzte Maiandacht 1946, wo er zum letzten Mal in der St. Georgskirche das „Ave Maria" gesungen hat. Es war die ergreifendste Andacht, die in Schlaggenwald abgehalten wurde. Vielleicht erinnern sich heute noch Landsleute daran. Bald darauf hieß es für immer fortzugehen aus der schönen Heimat.
Richard Brummeissl
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Einladung zum 30jährigen Gründungsfest der Eghalanda Gmoi z'Ingolstadt (29.-30. September 84)
Festprogramm:
Samstag, 29. 9. 1984, 10.00 Uhr:
Offenes Singen und Tanzen der Egerland-Jugend in der Fußgängerzone.
20.00 Uhr:
Festsaal „Egerländer Heimatabend" mit Mimi Herold und Duo Rasp.
Sonntag, 30. 9. 1984, 10.00 Uhr:
Aufstellung zum Kirchenzug am Paradeplatz
10.15 Uhr:
Festgottesdienst mit P. J. Fenzl.
14.00 Uhr:
Festsaal — Egerländer Kulturnachmittag. Motto: „Egerland und Bayernland, Hand in Hand!"
Schirmherren:
Oberbürgermeister P. Schnell
Landesvüarstäiha F. Kunz
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