Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 176
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Dopis krajanům – vzpomínky na léto, senoseč a sklizeň borůvek

Liebe Landsleute!

Herzlichen Dank sage ich heute wieder allen Spendern für den Fortbestand unseres Heimatbriefes. Dank auch den Mitarbeitern für ihre Beiträge zur Gestaltung des Blättchens.

Wenn der Heimatbrief bei den Lesern ankommt, hat der Sommer bereits seinen Einzug gehalten. Leider haben wir in diesem Jahr wenig vom Frühling wahrgenommen. Er hat nicht die ersehnte Wärme gegeben, und die Wohnräume mußten beheizt werden, damit man sich einigermaßen wohlfühlen konnte. Wie schön waren da früher die guten alten Kachelöfen in den Stuben. Da wurde auch in den wärmsten Sommertagen nie die von ihm ausgehende Wärme als Last empfunden. Wer konnte damals schon den Morgenkaffee mit Elektrogeräten herstellen? Das besorgte der Herd, in dem ein lustiges Feuerchen aus den Fugen leuchtete. Es wurden eben die Heizkosten so niedrig wie nur möglich gehalten. So wird heuer so manche DM für das teuere Öl oder Gas unseren Geldbeutel belasten und wahrscheinlich auch den geplanten Urlaub beeinflussen. Verzichten wird man auf diese Freude jedoch nicht wollen. Der heutige Mensch braucht eine Zeit des Ausspannens, wenn er nicht vorzeitig verbraucht sein will.

Aber hier möchte ich an unser Treffen in der Patenstadt Auerbach erinnern. Ich hoffe, daß recht viele Landsleute ihr Reisedenken dorthin lenken mögen. Der 8. und 9. September ist ein günstiger Termin. Die großen Reisewellen dürften dann vorbei sein und man kann auf den Straßen gut vorankommen. Wer weiß, ob sich nochmals die Gelegenheit bietet, mit vielen lieben Menschen ein solches Zusammenfinden zu gestalten. Immer mehr gute Freunde und Bekannte verlassen uns für immer. Nach 38 Jahren aus der Heimat vertrieben, sind sehr viele von uns schon eine längere Lebenszeit hier in der neuen Heimat, als in der alten Heimat. In dieser Zeit haben schon sehr viele Landsleute ihr Erdenwandeln beendet. Langsam hören wir auf eine Gemeinschaft zu sein. Die Geschichte lehrt uns, daß viele Volksstämme vergangen sind. An ihre Stelle haben andere den Platz besetzt. So hören auch die Völkerstämme der deutschen Zugehörigkeit der Sudetenländer auf. Ob die Historiker einst auf das Unrecht der Vertreibung hinweisen ist ungewiß. Wenn diese Untat von der gesamten deutschen Umwelt verschwiegen wird, weshalb sollen sich dann Franzosen, Engländer, Amerikaner u. v. a. mit diesem Thema beschäftigen. Wir selber haben auch manches unterlassen und haben zu wenig auf unser Schicksal aufmerksam gemacht. Wir fanden auch nicht die notwendige Unterstützung der sich einsetzenden Männer für unser Problem. Wir haben unsere eigene Flüchtlingspartei im Stich gelassen. Die jetzt in den Parteien sich für unsere Belange einsetzenden Politiker sind an die Parteidisziplin gebunden und sind gehemmt, unsere Anliegen energisch zu vertreten. Manche Parteien sind stark bemüht, den Vertriebenen das Recht auf Heimat vom Tisch zu wischen. Man störe ja nicht das entspannende Verhältnis zu den östlichen Vertreibervölkern. Die Mahner aber, die auf dieses Unrecht deuten, werden als Revanchisten beschimpft. So wird bei dem Pfingsttreffen der Sudetendeutschen den Tschechen ihre Schandtat in Erinnerung gebracht. Es ist eine gewaltige Demonstration mit friedlichen Mitteln, die auf das Unrecht der Vertreibung aufmerksam machen will. Wir hatten ein Recht auf diesen Lebensraum, der Jahrhunderte lang nur von deutschen Menschen besiedelt gewesen war. Deutsche Menschen waren es, die dieses Land bewohnbar gemacht haben, die es pflegten. Darüber wird aber in den Schulen hier bei uns nichts ausgesagt. Das Fernsehen wird auch in diesem Jahr keinen längeren Bericht über diese Pfingstveranstaltung bringen und die übrigen Medien schon gar nicht. Dafür werden aber Bilder von der Gewalt in Polen, Südamerika u. a. politische Themen sehr ausführlich kommentiert. Auch der Papst hat sich in Asien für das Heimatrecht

Liebe Landsleute!

Besucht recht zahlreich unser

Schlaggenwalder Treffen

in Auerbach / Opf.

am 8. und 9. September 1984

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