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und Alafs, uns genügte das Hollo und das KR, das aus fröhlichem Herzen kam. Die Brezel und Hering sowie die Bajazzo mit ihren Schweinsblasen waren viel natürlicher als das aufgeputzte und im Glanz von Uniformen aufziehende Publikum. Nach der Brezel haschen, die an einer Stange herabbaumelte, war für uns Buben allemal schöner als heute das Aufklauben der Bonbons. Natürlich der Stangenmaschkerer mit seinen Heringen war noch interessanter. Leider stank man nachher selbst wie ein Heringsfischer, wenn man einige Male danebengerappt hatte, denn dann flog einem der Hering ordentlich um die Ohren und ließ seinen Duft herabrieseln. Aber was machte das schon in dem Trubel aus, schön war es doch. Wir hatten ein schönes Brauchtum und haben dieses gepflegt. Vielleicht hat dieses Natürlichsein des Festefeierns keine Lebensangst aufkommen lassen, wie sie heute anzutreffen. Von Rauschgift hatten wir keine Ahnung, und es war auch nicht gefragt. Wir waren zwar keine Kirchengänger, aber die den Christen vorgeschriebenen Regeln haben wir stets eingehalten. Da gab es keinen 11. 11. 11. 11 Uhr, der schon fast in der Adventszeit liegt. Vor Maria Lichtmeß gab es keinen Fasching. Nur wenn dieser Tag auf einen Sonntag gefallen ist, dann konnte man sich als Maschkerer nicht zurückhalten und da war der Tag auch schon 3/4 vorbei, die Wirtshausmaschkerer wurden erwartet. Nun sind alle die schönen Wirtshäuser unserer Stadt vernichtet und auch der Brauch ist dahin. Man wußte nie woher das Maschkernlaufen gekommen war, und weshalb es jahrhundertelang so getrieben wurde. Unsere Nachkommen haben dieses tolle und fröhliche Treiben nicht kennengelernt.
Nun ist Osterzeit. Wer denkt da nicht an die Zeit einst daheim. Der Frühling war da, der uns in dieser rauhen Region ganz herzlich willkommen war. So werden viele Landsleute ihre Gedanken zurückwenden und Erinnerungen wachrufen. Wo sind die Rumpel-, Klappern- und Ratschenbuben geblieben? Dieses Geräusch weckt hier niemanden mehr zu früher Stunde und auch zum Abendgebet hört man kein Rumpeln, Klappern und Ratschen. Es sind nicht die Osterfeierlichkeiten von einst und man spürt das Frösteln dieser Zeit, die doch sehr arm ist und nicht die rechte Osterfreude vermitteln kann. Es werden eben zu schnell die alten Bräuche und Ususe in der jetzigen schnellebigen Zeit aufgegeben. So altes Volksgut ist nicht mehr gefragt. Wie arm ist der Mensch dabei. Man beklagt nur die Einsamkeit. Woher diese aber ihren Ursprung nimmt, darum kümmert man sich nicht. Über die Pflege der alten Leute wird geredet. Man weiß nicht mehr wo diese untergebracht werden sollen, da alle bestehenden Heime überfüllt sind. Wenn ich zurückdenke, es gab auch in unserer Stadt ein Spital, das als ein Altenheim Geltung hatte. Aber eigentlich waren dort fast nie Ortsbürger untergebracht, die pflegebedürftig waren und als verlassen von den Angehörigen galten, es waren sehr arme Menschen, für die es kein anderes Unterkommen gegeben hat. Wohin geht eigentlich die Reise der jetzigen Menschen? Familienbande lösen sich auf. Selten spürt man noch echte Herzenswärme, man glaubt sich davon loskaufen zu können. Skandale sind an der Tagesordnung, kriegerische Auseinandersetzungen können in aller Welt beobachtet werden. Über die Geldknappheit wird lamentiert und trotzdem ist eine Kaufwut zu sehen. Vom Aufschwung schwafelt man und dabei wachsen die Arbeitslosenzahlen. Auch die 35-Stundenwoche wird sie nicht eindämmen, denn da stehen schon die Roboter vor dem Betrieb und warten auf den Einsatz. In dem zusammengeschmolzenen Europa sind mehr als 10 Millionen arbeitslos, davon in der Bundesrepublik 2 1/2 Millionen. Jede Lobby schreit nach Unterstützung und die Steuergelder verschwinden in so manche undefinierbare Kanäle. Wohin führt der Weg? Wir wollen aber trotzdem hoffen, daß der Frieden erhalten bleibt. Möge unseren Nachkommen das Leid erspart bleiben, das uns zwei Weltkriege gebracht hat und uns die Heimat nahm.
Richard Brummeissl
Allen Lesern unseres Heimatbriefes ein recht frohes Osterfest!
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